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    Bäche erhalten für 900000 Euro ihr Bett zurück

    Möglichst schnell musste er fließen, der Bach – am besten eingezwängt in einem endlos langen Rohr, ohne die Natur zu berühren. Aus den Sünden der Vergangenheit hat man im Lichte der Ökologie Lehren gezogen. Am besten lässt sich dies zurzeit am Reginarisbrunnen erkennen. In eine Aue soll das Gelände umgewandelt werden, in dem künftig Thürer Bach und Kellbach plätschern werden, umgeben von sattem, natürlichem Grün, von Sträuchern, Schwarzerlen, Eschen und Baumweiden.

    Mendig/Thür - Möglichst schnell musste er fließen, der Bach – am besten eingezwängt in einem endlos langen Rohr, ohne die Natur zu berühren. Aus den Sünden der Vergangenheit hat man im Lichte der Ökologie Lehren gezogen. Am besten lässt sich dies zurzeit am Reginarisbrunnen erkennen. In eine Aue soll das Gelände umgewandelt werden, in dem künftig Thürer Bach und Kellbach plätschern werden, umgeben von sattem, natürlichem Grün, von Sträuchern, Schwarzerlen, Eschen und Baumweiden.


    Für dieses Renaturierungsprojekt sind rund 870 000 Euro veranschlagt. 90 Prozent steuert das Land im Rahmen der „Aktion Blau“ zu. Das Bauprojekt ist das derzeit größte in Regie der Verbandsgemeinde Mendig. „Wir werden wahrscheinlich unter den Kosten bleiben“, sagte Bauamtsleiter Leo während eines Ortstermins. Auf einer Strecke von 1600 Metern kommt der Bach ans Tageslicht. Im ersten Abschnitt müssen auf 700 Metern Länge 13 000 Kubikmeter Boden bewegt werden. Es müssen 7000 Quadratmetern an Dichtungsbahnen verlegt werden, damit keine Infiltration von kleineren Quellen möglich ist. Und abschließend werden rund 2000 Kubikmeter Sohlsubstrat, ein naturähnliches Umfeld, eingebaut. Das ist die Grundlage, damit sich Organismen auf einer etwa vier Meter breiten Sohle ansiedeln können. Das Gewässer soll natürlich mäandrieren können.
    Der Bachlauf beginnt am Parkplatz oberhalb von Reginaris, führt in westlicher Richtung um das Betriebsgelände durch die freie Landschaft und mündet südlich des ehemaligen Mineralwasserbrunnens in das vorhandene Bachbett.
    Der „alte“ Bach war weitgehend tot. Deswegen, so Ralf Jansen von der Regionalstelle Wasserwirtschaft der SGD Nord, sei die Maßnahme „zwingend erforderlich“, um die EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Nette und Krufter Bach sind schwerpunktmäßig mit ihren Zuflüssen im Fokus.
    Die Baustelle bei Reginaris, seit Februar in Betrieb, mutet riesig an. An der breitesten Stelle misst die „Schlucht“, die Bagger ausgehoben haben, 20 Meter, an der tiefsten gut vier bis fünf Meter. Drei Gewässerdurchlässe können bis zu 13 000 Liter pro Sekunde fassen. Das Gelände in diesem Bereich hat im Übrigen der neue Eigentümer für das Renaturierungsprojekt kostenlos zur Verfügung gestellt.
    In der zweiten Jahreshälfte wird bis zur Brücke an der Kläranlage Mendig weitergebaut. Die Betonhalbschalen werden entfernt, eine natürliche Gewässersohle hergestellt.
    Als „riesige Herausforderung“ bezeichnete Bürgermeister Jörg Lempertz das Projekt. Bauamtsleiter Oster skizzierte die mehrjährige schwierige Planungsphase. „In dieser Zeit mussten wir die Pläne oft nachbessern“, es galt unter anderem, viele Kleinparzellen zu erwerben.
    „Ich freue mich, dass wir ein wichtiges Stück der Natur zurückgeben können“, sagte Lempertz zufrieden. Wenn die Maßnahme am Ende des Jahres fertig sein wird, werde der Lückenschluss zwischen den Thürer Wiesen und der Fraukirch bewerkstelligt sein. Und die Hochwasserproblematik, zwei- bis dreimal pro Jahr bei Reginaris, gehört der Vergangenheit an.

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