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Horchheim

Weil jeder drüber fuhr: Alte Brücke ist ab sofort für Autos gesperrt

Katrin Steinert

Die Brücke in der Beckenkampstraße in Horchheim hat 103 Jahre auf dem Buckel und ist stark vom Autoverkehr gebeutelt. Nun hat ein Prüfer vom TÜV geraten, sie dringend und direkt für Autos zu sperren. Peter Schwarz vom Koblenzer Tiefbauamt erklärt: „Radfahrer und Fußgänger können sie aber weiterhin ohne Gefahr benutzen.“

Die Schilder am Rande der Brückenzufahrt in der Beckenkampstraße mahnen an: Fahrzeuge über 3 Tonnen dürfen hier nicht drüber fahren. Daran haben sich aber viele Zustellerwagen und sogar massivere Fahrzeuge nicht gehalten. Die alte Brücke hat für den Fahrzeugverkehr ausgedient.  Foto: Katrin Steinert
Die Schilder am Rande der Brückenzufahrt in der Beckenkampstraße mahnen an: Fahrzeuge über 3 Tonnen dürfen hier nicht drüber fahren. Daran haben sich aber viele Zustellerwagen und sogar massivere Fahrzeuge nicht gehalten. Die alte Brücke hat für den Fahrzeugverkehr ausgedient.
Foto: Katrin Steinert

Der Gutachter hatte der Brücke die schlechteste Bewertungsnote (4) erteilt. Nun finden in den kommenden Wochen weitere Prüfungen statt. Schwarz erzählt, dass vor allem undisziplinierte Fahrer der Betonbrücke zugesetzt haben. „Rechnerisch hält sie nicht mehr als 3 Tonnen aus. Das steht auch da. Aber es fährt jeder drüber, der nicht bei drei auf den Bäumen ist“, erklärt der Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau. Zusteller werden regelmäßig beobachtet, sogar massive schwere Fahrzeuge sollen beim Queren gesichtet worden sein. Nun heißt es: Durchfahrt verboten.

Fest steht: Die Brücke soll in den nächsten zwei Jahren neu gebaut werden. Das berichtet Peter Schwarz im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings wird die Querung über die Eisenbahnstrecke dann ausschließlich für Fahrradfahrer und Fußgänger konzipiert. Schwarz erzählt: „Die Kommunalaufsicht in Trier, die ADD, wollte selbst das nicht.“ Denn: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hält die Brücke verkehrstechnisch für unwichtig, erzählt er. Die Querung diene nur Anliegern. Und die können auch von der anderen Seite über die Emser und die Ravensteynstraße in die Beckenkampstraße gelangen. Die Koblenzer haben sich aber dafür starkgemacht, dass eine Querung über die unten liegenden Gleise erhalten bleibt. Schwarz erzählt: „Wir haben Anlieger, Fußgänger, Rollatornutzer. Die müssten ohne Brücke einen 2 Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen.“

Bedingung für die ADD, dass die Stadt Geld in eine neue Brücke stecken darf, ist, dass die Verwaltung sich um Zuschüsse kümmert. „Das haben wir gemacht“, erzählt Schwarz. Und zwar bemüht sich die Stadt, Gelder aus dem Förderprogramm des Landes namens „Investitionsstock“ zu bekommen. Darüber fördert das Land kommunale Projekte, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen und zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen sollen, heißt es auf der Internetseite der ADD. Schwarz berichtet: „Die ADD hat signalisiert, dass es gut aussieht.“

Planungsmittel sind wohl bereits zugesagt. „Wir denken an eine Kunststoffbrücke, vielleicht eine Stahlbrücke“, meint er. Aus Beton wird sie vermutlich nicht gefertigt, weil die Bauarbeiten den darunter liegenden Bahnbetrieb massiv stören würden. Die Kosten für die neue Querung werden sich auf mehrere 100.000 Euro belaufen, schätzt Peter Schwarz.

Aber gebaut wird erst, wenn die Ravensteynbrücke in Pfaffendorf fertig ist. Dort soll in den nächsten Monaten begonnen werden und die Arbeiten werden nach Einschätzung von Schwarz rund ein Jahr dauern. Diese Brücke ist bereits seit acht Jahren für Autos gesperrt (die RZ berichtete).

Von unserer Redakteurin Katrin Steinert

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