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    KoblenzWahlkampf der Grünen in Koblenz: Winfried Kretschmann setzt auf leise Töne

    In der Regel wird im Wahlkampf mit großen Gesten und markigen Worten gepoltert, attackiert und die Werbetrommel gerührt. Nach dem Wahlkampfauftritt von Winfried Kretschmann (Grüne) auf dem Zentralplatz wissen die Koblenzer: Das geht auch anders.

    Auf Argumente statt auf Polemik setzte Winfried Kretschmann (Grüne) bei seinem Wahlkampfauftritt in Koblenz. Ohne den politischen Gegner wirklich anzugreifen, sprach der baden-württembergische Ministerpräsident über Klimaschutz, Bildung und engagierte Bürger.
    Auf Argumente statt auf Polemik setzte Winfried Kretschmann (Grüne) bei seinem Wahlkampfauftritt in Koblenz. Ohne den politischen Gegner wirklich anzugreifen, sprach der baden-württembergische Ministerpräsident über Klimaschutz, Bildung und engagierte Bürger.
    Foto: Sascha Ditscher

    Der baden-württembergische Ministerpräsident - der erste Grüne in diesem Amt bundesweit - setzt eher auf die leisen Töne. Freundlich lächelnd betritt er die kleine, sonnenblumengeschmückte Bühne im knalligen Sonnenschein, die die Koblenzer Grünen vor dem Kulturbau aufgebaut haben. Das Gros der stetig wachsenden Zuhörerschar zieht sich rasch nach hinten in den Schatten zurück, direkt vor der Bühne harren nur einige Hartgesottene aus.

    Doch auch aus einigen Metern Entfernung hält Kretschmann seine Zuhörer auf dem Platz, ohne sie mit großen Parolen zu Jubelstürmen oder tosendem Applaus anzustacheln. Der Pädagoge und überzeugte Christ aus dem Schwäbischen setzt auf Argumente und konzentriert sich auf zwei Themen, von denen mindestens eins ein echtes Herzensanliegen des Naturliebhabers und Gründungsmitglieds der Grünen im Ländle ist: der Klimaschutz. Ein grünes Kernthema - obwohl: "Klimaschutz ist keine grüne Spielwiese, sondern hat harte Konsequenzen in der ganzen Welt", ist Kretschmann überzeugt. Das verheerende Hochwasser im Juni ist für ihn nur ein weiterer Vorbote für den Klimawandel.

    "Die Frage ist, was wir dagegen tun. Und da geht es um die Energiewende", betont der Grüne. Hätte es vor 30 Jahren noch geheißen, dass der Umweltschutz Arbeitsplätze vernichtet, so sei das heute ganz anders. "Angesichts des wachsenden Energiehungers in der Welt hat zum Schluss derjenige die Nase vorn, der die klügsten Produkte macht." Aufgabe der Politik sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu sichern. Das Ziel für die Zukunft sieht er darin, "den Wohlstand zu sichern, ohne unsere Lebensgrundlagen zu zerstören."

    Zweites großes Thema in Kretschmanns Rede ist die Bildung. "Nur Engagement und Fleiß darf entscheidend für den Bildungserfolg sein und nicht, woher ich komme." Er plädiert für individuelle und frühkindliche Förderung, für Ganztagsschulen und eine "Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrern und Eltern". Damit etwas bewegt werden kann, ist für den Ministerpräsidenten grundsätzlich eine engagierte Bürgerschaft wie in "seinem" Bundesland unabdingbar: "Die geht mir natürlich auch mal auf die Nerven, aber nur so kommen wir weiter."

    Vor Kretschmann hatte auch der Koblenzer Direktkandidat der Grünen Josef Winkler das Wort ergriffen - und die Bundesregierung deutlich direkter angegriffen als sein Parteifreund. "Wenn die weiter aus unserem Wahlprogramm abschreiben, wähle ich die irgendwann vielleicht auch noch", scherzte Winkler mit Blick auf Atomwende und das Aus der Wehrpflicht. Wer Mindestlohn und Entgeltgleichheitsgesetz ablehne, der gehört für ihn "nicht nur abgelehnt, sondern auch abgewählt".

    Stephanie Mersmann

     

    Schülerreporter

    Lena Adams und Jonas Bayer über den Auftritt von Winfried Kretschmann

    Nachdem Winfried Kretschmann, der erste grüne Ministerpräsident, zunächst einen eher dezenten Eindruck machte, überzeugte er uns mit der Zeit immer mehr. So erlebte man zum Ende seines Auftritts einen sympathischen älteren Herrn, der authentisch und bestimmt wirkte. Seine Themen überzeugten uns trotz "politikeruntypischer" Ausdrucksweise mit stichhaltigen Argumenten. So ging er besonders auf die von uns als sehr wichtig eingestuften bildungspolitischen Aspekte ein, beschäftigte sich besonders mit den Ausführungen über in Forschung fließende Gelder und mit seinen Vorstellungen von sozialem und politischem Engagement. Der Auftritt des ehemaligen Chemielehrers und der Koblenzer Grünen insgesamt hat uns gut gefallen. Sprechen konnten wir mit ihm direkt leider nicht: Obwohl wir ihm gern die eine oder andere Frage zur Bildungspolitik der Grünen in seinem Bundesland gestellt hätten, lehnte er dies aus zeitlichen Gründen ab. Kleine Entschädigung: Am Ende des Auftritts konnten wir einen Kugelschreiber unser eigen nennen - natürlich aus recycelbarem Material.

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