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    Wahl in der VG Weißenthurm: Das sollte ein Bürgermeister können

    VG Weißenthurm. Er ist der Leiter der Verwaltung und Chef der dortigen Mitarbeiter, Vorsitzender des Verbandsgemeinderates und von Amts wegen Mitglied in zahlreichen Bei- und Aufsichtsräten sowie Gesellschafterversammlungen: der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm. Welche Bandbreite an Aufgaben diese Amt mit sich bringt, weiß wohl kaum jemand besser als Walter Weinbach (CDU).

    33 Jahre lang lenkte Walter Weinbach vom Rathaus aus, bei dessen Bau er sogar selbst kräftig mit angepackt hat, die Geschicke der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
    33 Jahre lang lenkte Walter Weinbach vom Rathaus aus, bei dessen Bau er sogar selbst kräftig mit angepackt hat, die Geschicke der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
    Foto: Damian Morcinek​

    Stolze 33 Jahre lang lenkte er zwischen 1977 und 2010 als hauptamtlicher Bürgermeister die Geschicke der VG. Was erwartet also Sven Kreienbrock (SPD) oder Thomas Przybylla (CDU) im Falle eines Sieges bei der Wahl am 19. November im Rathaus? Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert der Altbürgermeister, welche Fähigkeiten gefordert sind, um der Herausforderung gerecht werden zu können.

    Anders als früher, so sagt der in Koblenz wohnhafte Walter Weinbach, kann heutzutage jeder Bürgermeister werden – die notwendige Stimmmehrheit bei der Wahl vorausgesetzt. Aus Sicht des 74-Jährigen sollte ein Bürgermeister aber vor allem Folgendes können: etwas von Recht und Verwaltungsführung verstehen. „Es hat einen riesigen Vorteil, wenn er von der Sache Verwaltung viel versteht. Allein schon, um den Mitarbeitern Impulse zu geben und sie zu motivieren“, betont Weinbach. Zu Fragen rechtlicher Art – und die gibt es in Sitzungen der Gemeinderäte, an denen der Bürgermeister mit Wortrecht teilnimmt, nicht selten – sollte der Amtsinhaber ebenfalls Stellung nehmen können. Ordnungs- und Sozialrecht, Haushalts- und Eigenbetriebsrecht, Bauleitplanung – in all diesen Bereichen und darüber hinaus sollte ein Bürgermeister laut Weinbach, der eine juristische Ausbildung für dieses Amt für außerordentlich wichtig erachtet, fit sein.

    Es sind exakt die Voraussetzungen, die der Volljurist und Erste VG-Beigeordnete Thomas Przybylla mit sich bringt. Doch Walter Weinbach möchte nicht falsch verstanden werden. Es sei keine Wahlempfehlung, die er damit abgibt. „Georg Hollmann hat diese Voraussetzungen mitgebracht und ich auch – und wir haben nicht schlecht daran getan“, sagt Weinbach, der nach seinem Jurastudium unter anderem in der Kreisverwaltung Montabaur und der damaligen Bezirksregierung Koblenz tätig war. „Ich möchte Herrn Kreienbrock nicht zu nahe treten. Ich bin mir sicher, dass der Bürger weiß, wen er zu wählen hat – im Hinblick auf die Erfordernisse, die so ein Amt mit sich bringt.“

    Doch Weinbach weiß, dass es beim Bürgermeisteramt noch auf mehr ankommt: Abgesehen davon, dass ein VG-Chef gesund und belastbar sein sollte, muss er aus Sicht des Altbürgermeisters auch authentisch und gewinnend sein. Zudem sollte er rhetorische Fähigkeiten, das nötige Fingerspitzengefühl und eine freundliche Art mit sich bringen. Und ohne richtigen Ehrgeiz und Leistung gehe es ohnehin nicht. „Darin muss man ein Vorbild sein.“ Zu den Aufgaben eines Bürgermeisters gehört es auch, die Bürgerschaft nach außen hin zu vertreten. Dazu gehört auch, dass man Kontakt mit den Menschen hält und Respekt und Dankbarkeit zeigt, indem man Einladungen örtlicher Vereine folgt. „Das ist mitunter anstrengend. Und die Stunden, die man samstags und sonntags unterwegs ist, fehlen, und der eigene Freundeskreis kommt zu kurz – aber das gehört zum Amt dazu“, betont Walter Weinbach, der sich immer als ein Bürgermeister verstanden hat, der für das Ehrenamt wirbt. „Man muss die Menschen dazu einladen, sich ehrenamtlich in die Gesellschaft einzubringen, sonst gelingt das Miteinander nicht.“

    Noch immer fühlt er sich seiner Verbandsgemeinde eng verbunden. Aus seiner Sicht hat Bürgermeister Georg Hollmann das fortgeführt, was „gut begonnen“ wurde. Dieses glückliche Händchen wünscht Weinbach auch dem künftigen VG-Chef, der, so betont er, bei einer hohen Wahlbeteiligung gefunden werden sollte – „aus Respekt beiden Kandidaten gegenüber“.

    Von unserem Redakteur Damian Morcinek

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