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Mülheim-Kärlich/Weiterburg

Umzüge in Mülheim-Kärlich und Weitersburg: Narren müssen hier entlang [mit Karte]

Damian Morcinek

Wenn an Schwerdonnerstag Zehntausende Narren auf den Straßen in der Region unterwegs sind und feiern, herrscht Ausnahmezustand nicht nur aus Sicht der Möhnen, sondern auch für die Polizei, die die Sicherheit der Teilnehmer und Besucher, aber besonders auch die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes im Auge haben wird. Die RZ hat nachgefragt, wie sich die Vereine aus den Hochburgen Mülheim-Kärlich und Weitersburg sowie die zuständigen Polizeiinspektionen auf das bunte Treiben im anstehenden Straßenkarneval vorbereitet haben.

Seit Jahrzehnten ungebrochen groß ist das Interesse am Umzug des größten Möhnenvereins Deutschlands in Mülheim-Kärlich. Im Stadtteil Mülheim startet der Möhnen-Club 1950 Mülheim diesen um 14.11 Uhr. Obermöhn Helga I. vom tanzendem Schuh zum Glockenturm und Möhnerich Edel I. Möhnenfürst über der Altstadt mit Pagen und Hofstaat fiebern bereits dem großen Möhnentreiben entgegen, wie die Vereinspräsidentin im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilt. „Wir haben in diesem Jahr 36 Zugnummern, darunter drei Motivwagen“, sagt Martina Niepagen. Die größte Fußgruppe wird mit rund 100 Teilnehmern diesmal der Kindergarten Château-Renault bilden, der einen Karneval der Tiere feiern will.

Überaus bewährt hat sich in Mülheim-Kärlich in den vergangenen Jahren das Glas- und Alkoholverbot rund um den Rathausplatz. Dennoch, so weiß auch Thomas Reuter, Leiter der Polizeiinspektion Andernach, wird es immer wieder auch Gruppen von jungen Leuten geben, die sich außerhalb der Verbotszone ausschließlich zum feuchtfröhlichen Feiern treffen. Zum beliebten Treffpunkt ist zuletzt der Château-Renault-Platz vor der Rheinlandhalle geworden. Im vergangenen Jahr kam es dort gleich zu mehreren Konflikten (die RZ berichtete). Es bleibt abzuwarten, sagt Reuter, ob sich die Gruppen wieder dort versammeln werden. So oder so, betont er: „Wir sind gut aufgestellt.“ Analog zum vergangenen Jahr werden wieder 40 Polizeikräfte am Rande des Umzugs für Recht und Ordnung sorgen, wenn nötig Platzverweise erteilen und Präventionsarbeit in Sachen Alkohol und Gewalt leisten. Obendrein ist bei dem Umzug auch eine private Sicherheitsfirma im Einsatz, die sich vor allem um die Einhaltung des Glas- und Alkoholverbots im Verbotsbereich kümmern wird.

Nicht minder gut besucht ist auch der Umzug in Weitersburg. Dort wird sich der Möhnenverein Lustige Weiber unter der Regentschaft der Obermöhn „Es Ursel vom Kubbe“ gemeinsam mit den anderen Zugteilnehmern um 15.11 Uhr in Bewegung setzen. Wie Vorstandsmitglied Sonja Piroth berichtet, dürfen sich die Besucher am Rande der Zugstrecke auf 20 gut gelaunte Fußgruppen in farbenfrohen Kostümen und sieben schöne Prunkwagen freuen. „Das ganze Dorf ist auf den Beinen, Jung und Alt sind dabei, Gäste aus nah und fern sind herzlich willkommen“, lädt Piroth zur großen Sause in Weitersburg ein.

Zwar gibt es in Weitersburg keine Zone, in der ein Alkoholverbot herrscht, für die Zugstrecke gilt aber auch in diesem Jahr Glasverbot. An allen Ortseingängen werden entsprechende Kontrollen stattfinden. „Diese Maßnahme dient der allgemeinen Sicherheit, und es wäre schön, wenn sie überall Beachtung finden würde“, appelliert Sonja Piroth an die Zugbesucher. Dem kann sich Jens Dommeck, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion Bendorf, nur anschließen. Wie 2017 wird die Polizei mit rund 25 Beamten im Einsatz sein. „Wir werden uns in erster Linie um Jugendschutzkontrollen und die Durchsetzung des Glasverbots im Ortskern kümmern“, sagt Dommeck im Gespräch mit unserer Zeitung. Obendrein wird die Polizei an stationären Kontrollstellen an den Zufahrtswegen auch darauf achten, dass keine Fahrzeuge in die abgesperrten Bereiche hineinfahren. Im vergangenen Jahr zeigten sich darüber vor allem viele Autofahrer überrascht. In der Folge kam es auf den engen Straßen der Höhengemeinde zeitweise zu einem Rückstau, der bis runter auf die B 42 reichte. Autofahrer sollten daher beachten, dass die Zufahrt zum Ortskern nur bis 14.30 Uhr möglich ist, teilt der Möhnenverein mit.

Von unserem Redakteur Damian Morcinek

So ziehen die Möhnen durch Mülheim und Weitersburg

In Mülheim-Kärlich hat sich der Zugweg aufgrund einer Baustelle zum Vorjahr geändert. Die Möhnen gehen von der Hoorweiher- in die Bachstraße, dann in die Kapellenstraße und Kärlicher Straße. Weiter geht es über Brunnenstraße, Bergpflege, Kurfürsten- und Poststraße zurück in die Kapellenstraße. Von der Ringstraße aus geht es auf die Kurfürstenstraße, dann in die Poststraße und zum Feiern ins Festzelt am Rathaus.

In Weitersburg ziehen die Möhnen von der Unteren Vallendarer Straße aus durch die Hauptstraße, dann in die Grenzhausener Straße und in die Straße Im Staffelstück. Weiter geht es über die Wäschbachstraße, Steinackerstraße, den Grünen Weg, die Steinackerstraße, die Bendorfer Straße und die Straße Am Sonnenberg in die Ringstraße. Nach dem Umzug steigt im Saalbau Klein die Karnevalsparty. dam

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