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    Flughafen HahnVom Hahn gestartet: Frachtjumbo bringt 20 Tonnen Hilfsgüter nach Mossul

    Ein blauer Frachtjumbo der aserbaidschanischen Fluggesellschaft Silkway startete vom Flughafen Hahn nach Erbil. An Bord: 130 Paletten Hilfsgüter für notleidende Kinder aus Mossul, die in Flüchtlingslagern rund um die Stadt Erbil im Nordirak untergekommen sind.

    Vorwiegend Fertignahrung für Kinder sowie medizinisches Gerät und Verbandsmaterial starteten auf dem Hahn in Richtung Mossul im Nordirak.
    Vorwiegend Fertignahrung für Kinder sowie medizinisches Gerät und Verbandsmaterial starteten auf dem Hahn in Richtung Mossul im Nordirak.
    Foto: Werner Dupuis

    Die Hilfsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ hatte diesen ersten großen Hilfstransport aus Deutschland nach der Befreiung Mossuls vom Terror-Regime des sogenannten Islamischen Staats (IS) organisiert.

    Bei den 20 Tonnen Fracht, die auf 130 Europaletten verpackt in einer langen Reihe vor der Boeing 747 aufgereiht war, handelte es sich vorwiegend um Fertignahrung für Kinder, Vitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel, Arzneimittel, Verbandsmaterial sowie ein mobiles Ultraschallgerät. Damit sollen vom Bürgerkrieg verwundete Flüchtlinge in einer Klinik in Erbil medizinisch untersucht und versorgt werden.

    Heftige und verlustreiche Kämpfe zwischen den Koalitionstruppen und den Kämpfern des IS gingen der Befreiung der Stadt Mossul nach zweijähriger Besatzung voran. In den vergangenen Monaten hatte sich dieser Kampf immer weiter verschärft. Für die Zivilbevölkerung standen kaum noch Nahrungsmittel zur Verfügung.

    Nach Schätzung der Vereinten Nationen sind seit vergangenem Oktober mehr als 900.000 Menschen aus der Stadt geflohen. Mossul ist völlig verwüstet und gleicht nur noch einem Trümmerhaufen. „Das menschliche Elend ist unvorstellbar“, berichtet Frank Franke, Präsident von Luftfahrt ohne Grenzen, der viermal in jüngster Vergangenheit vor Ort war, um die Hilfsaktion vor Ort zu koordinieren. Er war zum Verladen der Fracht auf den Hahn gekommen.

    Die komplette Infrastruktur sei völlig zerstört. Besonders gelitten hätten dabei die Kinder Mossuls, deren Hunger in den letzten Wochen in Ermangelung von Nahrungsmitteln mit gekochtem Gras und später sogar mit einem Sud aus geschnittener und eingeweichter Pappe gestillt wurde. Ein großer Teil der Zivilbevölkerung – man schätzt die Anzahl auf 750.000 – sei mittlerweile in sechs Lagern rund um Mossul untergekommen. Jeden Tag kämen 800 bis 1000 Flüchtlinge dazu. Aufgrund der vielen Kinder seien geeignete Nahrungsmittel für sie nahezu nicht vorhanden oder unerschwinglich.

    „Sie alle wollen zurück in ihre zerstörte Heimat, sobald sich die die Lage einigermaßen beruhigt hat“, erfuhr Franke in vielen Gesprächen in den Flüchtlingslagern. „Keiner von ihnen will nach Deutschland oder Europa, sie wollen nach Hause.“ Auch deshalb sei eine umfassende westliche Hilfe unabdingbar.

    Rund 600.000 Euro beträgt der Wert der Hilfsgüter, die auf dem Hahn verladen wurden. Finanziert wurde die Fracht mit Geldspenden von vielen privaten Helfern. Die Industrie unterstützte den Transport mit Sachspenden.

    In Krisensituationen war der Flughafen Hahn schon häufig Verladestation für Hilfsgüter. Die problemlose Abfertigung ohne Zeitdruck und mit ausreichender Platzkapazität gaben oft den Ausschlag dafür, Hilfen vom Hahn aus zu organisieren. Zum ersten Mal nutzte jetzt auch die Hilfsorganisation Luftfahrt ohne Grenzen den Flughafen im Hunsrück.

    Von unserem Reporter Werner Dupuis

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