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    Kunst gegen Gewalt in Kolumbien

    Zu einer besonderen Adresse für Freunde zeitgenössischer Kunst aus Südamerika hat sich die Galerie Hofsammlung von Mecki und Andreas Dybowski in Korweiler in der kurzen Zeit ihres Bestehens entwickelt. Namhafte bildende Künstler aus Lateinamerika präsentierten in dem großzügig umgebauten Bauernhof ihre Werke. Eine recht gegensätzliche Mischung von Kunst wird zurzeit geboten: Bilder der kolumbianischen Malerin Consuelo Manrique bilden einen besonderen Kontrast zu den Steinskulpturen von Helga Schätzel aus Bingen.

    Ihre Bilder sind eine Anklage gegen die Gewalt in ihrer kolumbianischen Heimat: Consuelo Manrique stellt erstmals in Deutschland aus.
    Ihre Bilder sind eine Anklage gegen die Gewalt in ihrer kolumbianischen Heimat: Consuelo Manrique stellt erstmals in Deutschland aus.
    Foto: Werner Dupuis

    Korweiler - Zu einer besonderen Adresse für Freunde zeitgenössischer Kunst aus Südamerika hat sich die Galerie Hofsammlung von Mecki und Andreas Dybowski in Korweiler in der kurzen Zeit ihres Bestehens entwickelt. Namhafte bildende Künstler aus Lateinamerika präsentierten in dem großzügig umgebauten Bauernhof ihre Werke. Eine recht gegensätzliche Mischung von Kunst wird zurzeit geboten: Bilder der kolumbianischen Malerin Consuelo Manrique bilden einen besonderen Kontrast zu den Steinskulpturen von Helga Schätzel aus Bingen.

    Verborgenes im Stein macht Helga Schätzel in ihre Skulpturen sichtbar. Ausschließlich manuell bearbeitet sie das Material.
    Verborgenes im Stein macht Helga Schätzel in ihre Skulpturen sichtbar. Ausschließlich manuell bearbeitet sie das Material.
    Foto: Werner Dupuis

    Rot und Gold sind die dominierenden Farben der Bilder von Consuelo Manrique. Es sind sehr hintergründige Gemälde, deren ästhetische Schönheit von einer entsetzlichen Realität überlagert wird. Die Malerin, die in Bogotá aufwuchs, dort Kunst studierte und lebt und zu den etablierten Kunstschaffenden ihres Landes zählt, konfrontiert den Betrachter mit der alltäglichen Gewalt und Brutalität des kolumbianischen Drogenkriegs. Mit dem Titel „a posteriori“ hat sie ihre Ausstellung, die erstmals in Deutschland zu sehen ist, überschrieben. Damit verweist sie auf ihre immer wieder gewonnene Erkenntnis, dass Erfahrung in der Regel durch sinnliche Wahrnehmung gewonnen wird.

    Es lohnt sich, die Bilder genau zu betrachten. Dominiert werden viele ihrer Werke von Rot und Gold, die gleichsam Wärme und Leben repräsentierten. Erst auf den zweiten Blick sind die Käfige zu erkennen, in denen Menschen eingesperrt werden, in denen ihre Freiheit brutal endet.

    Fäden und Schnüre, die mit der Leinwand verwoben sind, symbolisieren die Unfreiheit des Individuums. Und das alles betrachtet die Künstlerin mit ihrer subtilen weiblichen Sichtweise.

    Im handfesten Kontrast dazu stehen die Steinskulpturen von Helga Schätzel. Im wahrsten Sinn des Wortes kann man ihre Arbeiten begreifen. Mehr als mit dem Auge sind ihre Skulpturen mit den Fingerspitzen und Handflächen zu erfahren. Die haptische Wahrnehmung, die Sinnlichkeit, die in der Berührung liegt, gehört zum Erlebnis um Umgang mit diesen Steinen dazu.

    Die Kunstschaffende will freilegen, was in den Steinen verborgen ist. Die Bearbeitung des Steatits, einer besonders harten Form des Specksteins, wird zum Prozess, der auch Unerwartetes zulässt. Seit 2000 ist der Speckstein das bevorzugte Material von Helga Schätzel, den sie konsequent manuell, ohne den Einsatz von Maschinen bearbeitet. Die in Bingen lebende freischaffende Innenarchitektin favorisiert neben ihrer Vorliebe für Stein auch Holz und Metall. Ihre künstlerische Bandbreite reicht neben Skulpturen und Objekten über Collagen und Bilder bis hin zur Fotografie. Werner Dupuis

    Öffnungszeiten der Hofgalerie Korweiler, Dorfstraße 9: Samstag und Sonntag, 29./30. Oktober und 5./6. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr, oder nach Absprache. Tel. 06762/963 722

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