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Simmern

Kampf dem Ärztemangel

Hunsrück-Klinik kooperiert mit zehn Allgemeinmedizinern

Simmern – Hunsrück-Klinik kooperiert mit zehn Allgemeinmedizinern

Neue Wege in der Ausbildung von Allgemeinmedizinern beschreitet die Simmerner Hunsrück-Klinik in Zusammenarbeit mit einem regionalen Praxisverbund. Das Krankenhaus und zehn allgemeinmedizinische Praxen von der Hunsrückhöhe haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Attraktivität der Allgemeinmedizin wieder zu steigern. Denn nach dem Medizinstudium mit praktischem Jahr und dem Examen beginnt die eigentliche Facharztausbildung. Drei Jahre müssen die jungen Mediziner in Krankenhäusern, zwei weitere Jahre in allgemeinmedizinischen Praxen lernen. Für die angehenden Fachärzte ein oft sehr umständliches Verfahren, setzt es doch meist mehrere Umzüge samt Eingewöhnung an die regionalen Gegebenheiten voraus.
Die Hunsrücker möchten den jungen Medizinern jetzt ihre Ausbildung erleichtern. „Mit unserem Konzept garantieren wir eine zügige Ausbildung im Verbund von Klinik und einer oder mehrerer Praxen in unserer Region“, unterstreicht Hans-Peter Mayer, Chefarzt der Chirurgie an der Simmerner Hunsrück Klinik. Gemeinsam mit seinem Kollegen Jürgen Alpers, Allgemeinmediziner in Büchenbeuren, hat er das Verbundausbildungsmodell entwickelt. Die angehenden Fachärzte können ihre fünfjährige Ausbildung vor Ort im Krankenhaus und den zehn beteiligten Arztpraxen über die Bühne bringen. „Unser Ansatz ist dabei, Kontinuität und alles aus einer Hand anzubieten“, erläutert der Simmerner Allgemeinmediziner Hans-Josef Sehn. „Dies erleichtert auch Frauen die Ausbildung, die mittlerweile einen Großteil der Nachwuchsmediziner stellen. Die jungen Leute müssen sich um nichts mehr kümmern und haben den Vorteil, dass sie in alle Bereiche reinschauen können.“ Die beteiligten Praxen sind fachlich breit aufgestellt und haben Tätigkeitsschwerpunkte, die von der Diabetologie über Osteopathie bis zur Psychotherapie reichen. Die Basis bildet die Ausbildung im Krankenhaus. Während laut Weiterbildungsordnung eine dreijährige klinische Ausbildung nur in der Inneren Medizin verlangt wird, kann der Nachwuchs an der Hunsrück-Klinik auch in die anderen Hauptabteilungen hineinschnuppern.
Krankenhaus und Ärzteschaft wollen aber nicht nur der Jugend die Ausbildung erleichtern. Es geht auch darum, den Medizinern eine Tätigkeit im ländlichen Bereich schmackhaft zu machen. Denn immer weniger junge Ärzte zieht es aufs Land – und noch weniger in die Allgemeinmedizin. „Das Durchschnittsalter der Simmerner Ärzte liegt bei 58 Jahren“, erklärt Sehn, „mehrere suchen bereits einen Nachfolger. Der Rund-um-die-Uhr-Einsatz ist nicht gerade begehrt. Es drohen Versorgungsengpässe.“ Deshalb hofft der Verbund, dass der ein oder andere junge Arzt im Hunsrück hängen bleibt.

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