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Langenscheid

Weniger Fast Food: Gaumenfreuden mit viel Qualität genossen

Fast Food ist heute sicher Jedem ein Begriff. Meint man damit ja das schnelle Essen, das man sich bequem bei Schnellrestaurants immer dann genehmigt, wenn man es eilig hat. Mit dem Terminus Slow Food sieht es da schon anders aus.

In geselliger Runde kamen Mitglieder des Slow Food Conviviums Taunus und Westerwald in Langenscheid zu ihrem monatlichen Treffen zusammen und plauderten bei köstlichen Speisen nicht nur über das Essen. Foto: Stang
In geselliger Runde kamen Mitglieder des Slow Food Conviviums Taunus und Westerwald in Langenscheid zu ihrem monatlichen Treffen zusammen und plauderten bei köstlichen Speisen nicht nur über das Essen.
Foto: Stang

Von unserer Mitarbeiterin Theresa Stang

Gehört hat man es eventuell bereits, aber was sich genau dahinter verbirgt, mag doch vielen Menschen noch recht unbekannt sein. In Langenscheid gab es ein Treffen der Slow Food Gruppe in fröhlicher Gesellschaft. Übersetzt lautet Slow Food langsames Essen und passend dazu ist das Symbol der Bewegung die Schnecke, die allgemein mit Langsamkeit verbunden wird.

Zusammengekommen war am Samstag das Convivium Taunus und Westerwald. Mit Convivium, das aus dem lateinischen "zusammenleben" abgeleitet ist, wird eine lokale Gruppe des Slow Food Vereins bezeichnet. In Deutschland gibt es bereits rund 80 Convivien und seit etwa einem Jahr besteht die Regionalgruppe Taunus und Westerwald.

Vor fast 30 Jahren, genauer 1986, wurde Slow Food von Carlo Petrini – einem Journalisten und Soziologen – in Norditalien gegründet. Seit 1989 besteht der internationale Verein, der weltweit mittlerweile circa 100 000 Mitglieder zählt. Ursprünglich verfolgte der Verein das Ziel, "für gutes Essen, kulinarischen Genuss und ein moderates Lebenstempo einzutreten", berichtet eine Broschüre. Weiter heißt es, dass "für eine gute, saubere und faire Esskultur auch die bäuerliche Landwirtschaft, das Lebensmittelhandwerk und eine gesunde Umwelt unerlässlich sind".

Gut, sauber und fair sollen die Lebensmittel sein, postuliert der weltweite Verein. Gut meint hier den Geschmack, sauber bezieht sich auf die ressourcenschonende Herstellung der Lebensmittel und fair berücksichtigt die Bedingungen, unter welchen die Produkte hergestellt, vertrieben und konsumiert werden. Entsprechend äußert Martina Hartmann-Menz beim Treffen: "Spaß und Freude am Essen stehen im Vordergrund."

Und genau das war am Samstagabend beim monatlichen Treffen der Slow Food Gemeinschaft auch zu sehen. Evelyn und Gerhard Schulz hatten ihre Vereinskollegen in ihr Haus nach Langenscheid eingeladen. Jeder Gast brachte eine selbst zubereitete Speise mit, was eine farbenfrohe und abwechslungsreich gedeckte Tafel ergab.

Die geschmacksintensiven Köstlichkeiten wurden sodann in kleinen Grüppchen im romantischen, grünen und stilvollen Garten des Ehepaares Schulz verzehrt. Entsprechend zur Entstehungsgeschichte des Vereins, hat Evelyn Schulz, die Gastgeberin des Abends, die Idee des Slow Foods vor Jahren während zahlreicher Urlaube in Italien kennen gelernt. Vor 20 Jahren zogen sie und ihr Mann dann nach Langenscheid, weil sie den Wunsch hegten, einen großen Garten zu bewirtschaften und sich selbst zu versorgen.

Dann lasen sie, dass ein neues Slow Food Convivium für die Region Taunus und Westerwald gegründet wurde und sie trugen sich als Mitglieder ein. Ihre Gäste lernten sich bereits durch einige gemeinsame Treffen kennen. So probierte die Gruppe zum Beispiel bei einer Kartoffelverkostung regionale und unübliche Kartoffelsorten kennen. Hauptsächlich sind natürlich erwachsene Personen bei den Zusammenkünften versammelt, doch auch Kinder sind willkommen.

Während des gemütlichen Abends in Langenscheid versammelten sich unter anderem Menschen aus Limburg, Elz, Mensfelden, Bad Camberg, Dauborn und Niederselters. Zwei Gästen sagen gemütlich: "Es ist alles entspannt hier – es herrscht kein Zwang. Wir sind eine schöne Gemeinschaft und es wird viel über Essen geredet." Aber es bleibt selbstredend nicht nur bei den Gesprächen über das Essen. Martina Hartmann-Menz spricht eine Kernaussage ihres Vereins aus: "Essen ist eine politische Handlung, Entscheidung und Haltung." So werden die Herstellungsorte der Lebensmittel, die Mastdauer, Transportwege des Essens, die Vergütung der Produzenten, Menüangebote der Gastronomen und gesellschaftliche Entwicklungen und Verhalten beleuchtet.

Das Konsumieren regionaler und saisonaler Lebensmittel zählt zu den Grundpfeilern des Vereins. Und um auch regionale Erzeugnisse vor dem Aussterben zu schützen, hat Slow Food die "Arche" entwickelt. Dies ist eine Liste, in welche etwa die nordhessische Ahle Worscht mit aufgenommen wurde, um das Wissen um ihre Zusammensetzung und traditionelle Herstellungsweise für weitere Generationen zu sichern.

Diez
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