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    Diez/Rhein-Lahn

    Oase in der Entbindungswüste: Das 100. Baby erblickt im Geburtshaus Licht der Welt

    Oskar ist am 30. August zur Welt gekommen, ein gesunder kleiner Junge von 50 Zentimetern und 3520 Gramm, erstes Kind seiner Eltern Ronja und Sebastian Müller. Und Oskar ist das 100. Baby, das im Diezer Geburtshaus Lebensstern das Licht der Welt erblickt hat. Am 6. Dezember 2015 hatte das einzige Geburtshaus im Kreis – und die einzige im Kreis verbliebene Entbindungseinrichtung – in Diez offiziell eröffnet, das erste Geburtshaus-Baby kam bereits am 13. November in den freundlichen Räumen in der Emmerichstraße zur Welt.

    Zu zweit hatten Cornelia Klemm und Nadine Ulbricht nach der Schließung der Entbindungsstation am Diezer Krankenhaus das Geburtshaus gegründet. Inzwischen stehen dort vier, ab Mitte Oktober fünf Hebammen und weitere Fachfrauen bereit, um werdende und junge Eltern rund um Entbindung und Säuglingspflege zu betreuen. Sechs bis zehn Geburten betreuen die Diezer Hebammen pro Monat. Das Einzugsgebiet ist groß: „Wir decken bei Hausgeburten einen Umkreis von rund 40 Kilometern ab“, sagt Nadine Ulbricht, und Cornelia Klemm ergänzt: „Wir haben Anfragen darüber hinaus, doch wir müssen die werdende Mutter ja noch erreichen können, wenn es losgeht.“ Wenn die Entfernung des Wohnorts größer ist, empfehlen sie eine Entbindung im Geburtshaus. Damit erreicht der Lebensstern neben dem Rhein-Lahn-Kreis auch Orte im Westerwaldkreis, aber auch Bad Camberg oder Dornburg in Hessen.

    Die Nachfrage im Geburtshaus ist riesig – und nicht nur seitens erfahrener Mütter: Erstgebärende machen etwa die Hälfte der Geburtshaus- oder Hausgeburten aus, die die Diezer Hebammen betreuten. „Es sind Frauen, die die besondere Atmosphäre des Geburtshauses einer Krankenhausentbindung vorziehen“, erklären die Gründerinnen. Sie selbst sehen den wichtigsten Unterschied darin, dass sie den Frauen Zeit geben und ein ruhiges, entspanntes Umfeld schaffen – im Gegensatz zur Krankenhausstation, auf der Schichtwechsel der betreuenden Hebamme, Periduralanästhesie und Wehentropf zum Alltag gehören würden.

    Während die Hebammen im Geburtshaus oder zu Hause Entbindungen nur dann betreuen, wenn der Schwangerschaftsverlauf unkritisch war, beraten sie auch Risikoschwangere – dies stets begleitet von einem Arzt. Eine Verlegung – der kurzfristige Transport der Gebärenden ins Krankenhaus – ist die große Ausnahme: „Unsere Verlegungsrate liegt im Durchschnitt aller außerklinischen Einrichtungen und in diesem Jahr sogar darunter“, betont Ulbricht.

    Im Jahr 2016 wurden aus dem Lebensstern 19 Prozent der Gebärenden in Kliniken verlegt. Die Gründe sind unterschiedlich, es kann einfach der Fall sein, dass die werdende Mutter eine Schmerzmitteldosis wünscht, die die Hebammen in eigener Verantwortung nicht verabreichen wollen oder dürfen. Und nicht immer muss die Verlegung liegend oder im Krankenwagen vonstattengehen. Klemm und Ulbricht halten fest: „Wenn in der Emmerichstraße ein Rettungswagen hält, hat das nur selten mit uns zu tun.“

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    Von unserer Redakteurin Katrin Maue-Klaeser

    Bei Filmspecial im Kulturhaus Kreml sind auch Lebensstern-Hebammen auf dem Podium

    Das Diezer Geburtshaus ist Partner beim Filmspecial Schwangerschaft-Geburt-Eltern „Die siche-re Geburt – Wozu Hebammen?“ im Kulturhaus Kreml in Zollhaus. Zu Gast im Filmgespräch sind neben Regisseurin Carola Hauck auch zwei Lebens-stern-Hebammen. Der Dokumentarfilm geht den wichtigsten Fragen die Geburt betreffend nach.

    In Interviews mit Müttern, Hebammen, Ärzten und Forschern widmet sich der Film unter anderem der Frage, ob die drohende Berufsaufgabe vieler freier Hebammen ein wägbares Risiko ist, oder ob wir heute schon zu wenige Hebammen haben? Der Film wird im Kreml gezeigt am Donnerstag, 28. September, 18.30 Uhr, Dienstag, 3. Oktober, 15 Uhr, und Freitag, 6. Oktober, 17 Uhr. Der Eintritt kostet 6,50 Euro. Reservierung bis 27. September: Tel. 06430/929.724 oder per E-Mail an reservierung@kreml-kultur haus.de

    Diez
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