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Limburg

Mann stach auf Frau ein: Prozess nach Familiendrama am Limburger Bahnhof

Ein Familiendrama hat sich in Limburg ereignet. Ausgerechnet auf dem Bahnhofsvorplatz, der zuletzt immer wieder im Polizeibericht und in den Schlagzeilen auch dieser Zeitung auftaucht, hat ein Mann seine Frau mit einem Messer attackiert. Was genau geschah, muss nun am Limburger Landgericht geklärt werden.

Der Bahnhofsvorplatz in Limburg: hübsch gestaltet, aber auch ein Ort, an dem es immer wieder zu Gewalttaten kommt.  Foto: Hans Georg Egenolf
Der Bahnhofsvorplatz in Limburg: hübsch gestaltet, aber auch ein Ort, an dem es immer wieder zu Gewalttaten kommt.
Foto: Hans Georg Egenolf

Die blutige Tat spielte sich am 13. Oktober des vergangenen Jahres gegen 18.30 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude ab. Ein von seiner Frau zwei Jahre getrennt lebender 37 Jahre alter Mann aus Aserbaidschan stach der Frau ein Messer mit einer Klingenlänge von 5,5 Zentimetern in den Rücken und verletzte sie schwer. Die zehnjährige Tochter des Mannes wurde vom Vater mit einem Stich in die Hand verletzt.

Die Ereignisse an jenem düsteren Herbsttag sollen nun die Richter der 2. Schwurgerichtskammer am Limburger Landgericht klären. Die Staatsanwaltschaft hat den 37-Jährigen wegen versuchten Mordes angeklagt. Tätlichkeiten und Morddrohungen spielten sich schon in der Heimat der beiden Eheleute ab. Nachdem sie vor zwölf Jahren nach Deutschland eingereist waren, herrschte zunächst fünf Monate „Waffenstillstand“, bis sich der Mann erneut von seiner brutalen Seite zeigte und seine zwei Jahre jüngere Frau fast täglich körperlich misshandelte. „Die Vernehmung der Frau war emotional und dramatisch. Ich hatte Bedenken, dass nach ihrer Entlassung nach dem Verhör ein Unglück geschieht“, berichtete Ermittlungsrichter Thomas Becker, der das Opfer der Gewalttat als Erster vernommen hatte. Die Frau, die zur Tatzeit in einem Frauenhaus lebte, sei vor zwölf Jahren mit ihrem Mann nach Deutschland gekommen, weil sie glaubte, sich hier schneller und besser von ihm trennen zu können. Bei ihrer Vernehmung sei die Frau, obwohl sie nur knapp dem Tode entronnen war, jedoch auch sehr sachlich gewesen, habe aber gesagt: „Lasst mich wenigstens noch kurz leben, bevor ich sterbe.“ Richter Becker habe den Eindruck gehabt, dass die Frau ihrem Mann ausgeliefert gewesen sei. Nachdem die Tochter ihre Mutter mehrfach bedrängt hatte, den Vater zu verlassen, gelang die Flucht aus dem Haushalt vor zwei Jahren. Das Kind hatte damit gedroht, ihrer Lehrerin von den alltäglichen Tätlichkeiten zu berichten. Am 13. Oktober 2017 sei es dann zum verhängnisvollen Treffen von Vater, Mutter und den beiden Kindern in der Werkstadt gekommen. Der Mann hatte seiner Frau noch ein Versöhnungsgeschenk mitgebracht, das sie jedoch nicht annahm. Wenig später ließ die Frau ihre Kinder mit dem Angeklagten allein, beobachtete die Drei jedoch ständig in unmittelbarer Nähe, da er angedeutet hatte, die Kinder entführen zu wollen. Nach dem Besuch eines Schnellrestaurants am Bahnhofsplatz sei es zu den heimtückischen Messerstichen gekommen. Ein Arzt des Limburger Krankenhauses sagte, es habe beim Stich auf die Frau, der von unten nach oben geführt worden sei, keine Verletzung von inneren Organen gegeben. Der heftige Stich sei von Wirbeln abgeprallt.

Von Bernd Bude

Diez
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