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    Diez/Limburg

    DRK gibt Diezer Krankenhaus an St. Vincenz

    Die Krankenhäuser in Diez und Limburg werden vom 1. Januar 2016 an in einer einzigen Hand liegen - in der der Limburger Krankenhausgesellschaft St. Vincenz.

    Der Nebel lichtet sich: Nach monatelangen Gerüchten und einem steten Dialog zwischen den Geschäftsführungen beider Häuser liegt die Zukunft des Diezer DRK-Krankenhauses nun in den Händen der Limburger Krankenhausgesellschaft St. Vinzenz. Sie übernimmt alles in ihre GmbH. Foto: Uli Pohl
    Der Nebel lichtet sich: Nach monatelangen Gerüchten und einem steten Dialog zwischen den Geschäftsführungen beider Häuser liegt die Zukunft des Diezer DRK-Krankenhauses nun in den Händen der Limburger Krankenhausgesellschaft St. Vinzenz. Sie übernimmt alles in ihre GmbH.
    Foto: Uli Pohl

    Der Standort Diez bleibt erhalten, und alle Mitarbeiter werden übernommen. Das ist das Ergebnis der Kooperationsverhandlungen zwischen der DRK-Trägergesellschaft des Diezer Krankenhauses und der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz.

    Ein Ergebnis, mit dem alle Beteiligten ihr Einverständnis, gar ihre Zufriedenheit bekunden. Bernd Decker, Geschäftsführer der DRK-Trägergesellschaft, und Guido Wernert, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz, sowie deren Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl verkündeten diesen Schritt im Diezer Rathaus. Stadtbürgermeister und Gastgeber Frank Dobra wies bei aller Freude über eine Entscheidung, vor der er „zunächst Herzklopfen hatte“, von der er sich aber eine Sicherung des Standorts Diez verspricht, darauf hin, dass der Diezer Stadtrat in dieser Angelegenheit das letzte Wort hat: Da die Stadt Eigentümer der Immobilie und des Areals ist, muss das Gremium in seiner nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag über den neuen Nutzer abstimmen, damit der Übergang zum Jahreswechsel gültig werden kann.

    Für die – inklusive der Tochtergesellschaften – rund 260 Mitarbeiter des Diezer Hauses dürfte eine lange Hängepartie in der Verkündung der Übernahme ein Ende finden. Schon dies ist eine gute Nachricht, ein „Weihnachtsgeschenk“ nennt es Decker, „dass das Krankenhaus in Diez eine gute Zukunft findet“. Kursierten doch über das kleine, seit Jahren defizitär wirtschaftende Haus immer wieder Schließungsgerüchte, wenngleich davon beim Betreiber (noch) keine Rede war. Ein deutlicher Einschnitt und Anlass neuerlicher Unkenrufe war die Schließung der Entbindungsstation Ende Juni – steigenden Geburtenzahlen zum Trotz war das Defizit der Abteilung stetig angewachsen.

    Stephan Meier, Vorsitzender des Betriebsrats im Diezer Krankenhaus, sieht in dem Übergang „eine Chance für alle, auch wenn wir mit einem weinenden Auge aus der Trägerschaft scheiden“. 25 Jahre lang waren die Mainzer Träger des Hauses, die DRK-Trägergesellschaft startete tatsächlich 1991 mit dem Diezer (und dem Alzeyer) Krankenhaus ihre Existenz. „Diese Trennung, die eine Trendwende markieren könnte, war daher für uns eine emotionale Angelegenheit“, sagte Decker. Doch die logische Betrachtung habe klar ergeben, dass „eine Betriebsführung, die in einer Hand liegt, einfacher ist“, sodass man sich für eine Übertragung an St. Vincenz entschieden habe.

    Er sehe in diesem engen örtlichen Verbund – die beiden Häuser liegen nur etwa drei Kilometer auseinander – die bessere Alternative zum größeren Verbund. Schon der Austausch mit den DRK-Häusern in Hachenburg und Altenkirchen sei durch die großen Entfernungen schwierig gewesen. Und bei einer dauerhaften Kooperation mit Limburg ohne gemeinsame Trägerschaft hätte man sich letztlich eventuell im Wege gestanden.

    Bereits im Vorfeld der abschließenden Gesprächsrunde hatte sich Decker beim Betriebsrat des DRK-Krankenhauses erkundigt, wie dieses Gremium zu dem Interesse des Limburger Hauses an ihrem Haus steht. Meier hatte ihm zu verstehen gegeben, dass der Betriebsrat „im Interesse der Mitarbeiter vor allem den Erhalt des Diezer Hauses und damit den Erhalt der Arbeitsplätze im Fokus“ sehe. Meier nennt den Übergang „eine gute Entscheidung für unser Haus. Wir werden versuchen, die Chancen zu nutzen, die sich daraus ergeben“.

    Erwin Reuhl betonte, dass St. Vincenz „nicht das Wild in Nachbars Garten erlegen wollte“. Das große Interesse seiner Gesellschaft liege vielmehr darin, „die Region ordentlich zu versorgen“. Dazu werde man Leistungen vernetzen und optimieren. Reuhl betont aber auch: „Wir hatten die Wahl, wie wir es machen – als eigene GmbH, als Zweigstelle?“ Um zu signalisieren, dass Diez als Standort erhalten werden soll, übernehme St. Vincenz nun alles in seinen Betrieb, in die eigene GmbH hinein.

    Wie Diez in Zukunft hinsichtlich der Fachrichtungen aufgestellt sein wird, ob etwa die geplante geriatrische Abteilung als eigene Station entsteht, wird im Hinblick auf das Limburger Haus und dessen bestehende Partner entschieden, erklärt Guido Wernert. Da ist etwa das Weilburger Krankenhaus, das über eine Geriatrie verfügt. Allerdings sei gerade bei Rehaleistungen, wie sie eine geriatrische Abteilung erbringt, von den Patienten wohnortnahe Versorgung gefragt.

    Reuhl betont, dass auch die Landeskrankenhauspläne und -gesetze bei diesen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen: „Und diese Planungen enden an den Landesgrenzen. Daran müssen wir noch intensiv arbeiten“, sagt er. Katrin Maue-Klaeser

    Geld fließt nicht an den bisherigen Träger¶

    Geld fließt für den Übergang des Diezer Krankenhauses an die St.-Vincenz-Gesellschaft nicht: „Es gibt keinen positiven Saldo“, sagt deren Geschäftsführer Guido Wernert dazu lapidar. Da die Immobilie der Stadt Diez gehört und in deren Besitz verbleibt, werden quasi deren Ausstattung einerseits und das zu erwartende Defizit andererseits gegeneinander aufgerechnet. Laut Bernd Decker, Geschäftsführer der DRK-Trägergesellschaft, lag das Defizit des Hauses bereits 2014 im sechsstelligen Bereich. Für dieses Jahr ist die Bilanz noch nicht abgeschlossen, doch das Defizit werde „am oberen Ende des sechsstelligen Bereichs ankommen“, erwartet Decker. Zwar gebe es Abteilungen, die kostendeckend arbeiteten, doch nennenswerten Gewinn werfe eigentlich keine Station ab, sagt der Geschäftsführer. kat

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