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    Ahrweiler empfängt Flüchtlinge mit Musik

    Reger Andrang herrschte in der ehemaligen Synagoge in Ahrweiler beim Benefizkonzert zur Unterstützung von Flüchtlingen. Mehrere Stunden lang gab es zur Freude der Besucher ein ganz buntes Musikprogramm, das keinen Moment langweilig wurde und Liveauftritte für jeden Geschmack bot.

    Die Great Spirit Singers traten neben vielen anderen beim Benefizkonzert in der ehemaligen Synagoge Ahrweiler auf.
    Die Great Spirit Singers traten neben vielen anderen beim Benefizkonzert in der ehemaligen Synagoge Ahrweiler auf.
    Foto: Hans-Jürgen Voll

    Die Sänger und Musiker der einheimischen Gospelgruppe "Great Spirit Singers" eröffneten das Programm. Zu hören waren auch Baldur M, der philosophierende Deutsch-Rapper aus Sinzig mit dem Gitarristen Arman (Moizisch). Internationale Lieder vom französischen Chanson bis zur englischsprachigen Ballade präsentierte die Sängerin Andrea Neideck, die gemeinsam mit Stephan Maria Glöckner ein großartiges Duo bildete. Im Anschluss präsentierte Glöckner als Solist drei seiner deutschsprachigen Eigenkompositionen. Weiter auf der Musikerliste des Abends standen Silvan Dünker und die jungen Leute von Rebell Music.

    Organisiert wurde die Veranstaltung von Kreisgruppen von Attack und Amnesty International (AI). "Wir öffnen gern das Haus für solche Veranstaltungen", sagte Klaus Liewald, der nicht nur für AI aktiv ist sondern auch den Vorsitz im Bürgerverein Synagoge innehat. Die Globalisierungskritiker von Attack, die seit 2008 mit einer eigenen Gruppe im Kreis Ahrweiler aktiv sind, wurden von Marion Morassi vertreten. Sie übernahm auch die Moderation und erklärte, der Erlös des Abends werde jeweils zur Hälfte den Flüchtlingen im Kreis Ahrweiler und der Hilfsorganisation Kurdische Ärzte zugutekommen. Neben den Zuwendungen der Besucher füllten eine Tombola, Getränke- und Kuchenverkauf sowie ein kleines kaltes Büfett den Spendensäckel.

    Aber es ging an diesem Nachmittag und Abend nicht nur ums Spendensammeln, sondern auch um Informationen und Bewusstseinsbildung zum Thema Flüchtlinge. Im vergangenen Jahr seien 300 Flüchtlinge in den Kreis gekommen, für das laufende Jahre rechne man mit 400 bis 600 Menschen, erklärte Landrat Jürgen Pföhler. 65 Prozent dieser neuen Flüchtlinge kämen aus Syrien. "Diese Leute wollen so schnell wie möglich hier integriert werden, denn sie werden wohl nicht zurückkönnen in ihre zerstörte Heimat", so der Landrat. Sprachkurse seien nötig, aber der Markt für entsprechende Lehrer sei leer. Der Kreis werde in Kürze eine Initiative für niederschwellige Angebote ins Leben rufen, um zum Beispiel pensionierte Lehrer für diese Aufgabe zu gewinnen. Eine Willkommenskultur zu schaffen, sei eine gemeinschaftliche Aufgabe, so der Landrat.

    Der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rudi Frick, nahm diesen Gedanken auf und appellierte an die Zuhörer: "Nehmen wir diese Menschen mit offenen Armen auf." Die Verwaltungsbehörden würden ihre Aufgaben bestens erledigen. "Alles andere müssen wir tun."

    Von unserer Mitarbeiterin Gabi Geller

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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