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Bad Kreuznach

Verkehrslage vor Kleistschule sorgt für Ärger

Die Verkehrssituation ist an allen drei Grundschulen im Stadtgebiet ein langjähriges Streitthema: ob in der Hofgartenstraße, der Richard-Wagner-Straße oder auch in der Kleiststraße vor der Kleistschule.

Bemühen sich um Lösungen (von links): Konrektorin Minette von Knoblauch, Schulleiterin Birgit Schirmer-Lauterbach, Stephan Heldmann (Leiter Ordnungsamt), die Elternvertreter Walther Zinck-Sonntag, Andreas Scherbel und die Sprecher der Bürgerinitiative, Raimond Meiborg und Ute Meiser.
Bemühen sich um Lösungen (von links): Konrektorin Minette von Knoblauch, Schulleiterin Birgit Schirmer-Lauterbach, Stephan Heldmann (Leiter Ordnungsamt), die Elternvertreter Walther Zinck-Sonntag, Andreas Scherbel und die Sprecher der Bürgerinitiative, Raimond Meiborg und Ute Meiser.
Foto: Stephan Brust

Von unserem Redakteur Stephan Brust

Letztere stand zuletzt im Fokus, weil die Stadt überlegt hatte, auch den vorderen Teil der Kleiststraße, also den Bereich vor der Schule, in eine Einbahnstraße umzuwandeln (wir berichteten). Das brachte die Anwohner in der Kleiststraße und vor allem in der benachbarten Mörike-, Storm- und Hölderlinstraße auf die Palme, die kurzerhand eine Bürgerinitiative gründeten, weil dann der komplette Verkehr über ihre Straßen laufen wird, stellten die Sprecher der Initiative, Raimond Meiborg und Ute Meiser, heraus. Das Verkehrsproblem sei durch die Eltern der Schüler hausgemacht, und es sei auf keinen Fall hinnehmbar, dass deshalb ein ganzes Wohngebiet ungestaltet werden soll – was dazu nur Nachteile für die Bewohner mit sich bringe.

Soweit die Vorgeschichte. Am Montagabend versammelten sich gut 50 Anwohner in der Aula der Kleistschule, um gemeinsam mit Schulleiterin Birgit Schirmer-Lauterbach, Vertretern des Schulelternbeirats (SEB) und Stephan Heldmann, dem neuen Leiter des Ordnungsamts, sowie seinem Kollegen Rudi Beiser über die Situation zu diskutieren.

Schirmer-Lauterbach wünschte sich von allen Beteiligten, die Emotionen außen vor zu lassen und sachlich zu bleiben. Das funktionierte – noch mehr sogar. Die Anwohner lieferten viele gute Vorschläge, wie man die Situation gerade morgens besser in den Griff bekommt – wenn viele Eltern zeitgleich ihre Kinder mit dem Auto bringen und der Schulbus zum Teil noch parallel rangiert. Dann wird nicht nur regelmäßig die Straßenverkehrsordnung missachtet, ärgern sich die Anwohner, auch Garagen und Kreuzungen würden wie selbstverständlich zugeparkt.

Sicherheit steht über allem

Schirmer-Lauterbach und Walther Zinck-Sonntag, Vorsitzender des Schulelternbeirats, betonten, dass das nicht pauschal für alle Eltern gelte, sondern nur für eine Minderheit. Dennoch wissen sie um die Problematik, und Schirmer-Lauterbach versucht regelmäßig, über Elternbriefe oder auch einen Hinweis auf der Internetseite der Schule für angemessenes Verhalten zu sensibilisieren. „Über allem steht die Sicherheit der Kinder“, sagte Zinck-Sonntag. Deshalb müssten gerade die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, lautete der Tenor der Anwohner. „Die Situation fällt und steht mit ihrer Disziplin.“

Was schnell vom Tisch war, war die Idee, auch den vorderen Bereich der Kleiststraße zur Einbahnstraße zu deklarieren. „Das war auch nur ein Vorschlag und nicht in Stein gemeißelt“, meinte Ordnungsamtschef Heldmann.

Für Rudolf Theben, der schon seit mehr als 30 Jahren in der Kleistraße lebt, ist ein Grundübel, dass der kurze Übergangsteil vom Mittleren Flurweg in die Kleiststraße vor Jahren zur Einbahnstraße erklärt wurde. Dadurch fehlt eine Abflussmöglichkeit für Autos, die von der Lessingstraße kommend in die Kleiststraße fahren. Bei Bauarbeiten, die vor kurzem stattfanden, war die Einbahnstraßenregelung für eine Zeit aufgehoben – und der Verkehr floss prompt besser ab. „Die Einbahnstraßenregelung muss rückgängig gemacht werden“, forderte Theben. Das kam bei allen genauso gut an wie der Vorschlag, Schüler- oder Elternlotsen morgens einzusetzen oder sogar die Anwohner einzubinden. Eine Anwohnerin erklärte sich direkt nach der Versammlung dazu bereit.

Mehr Geschwindigkeitskontrollen

Schnell umgesetzt werden soll auch eine Beschilderung oder eine Markierung auf dem Asphalt, dass es sich bei dem Gebäude um eine Schule handelt, denn der Hinweis fehlt noch gänzlich. Auch die Idee, aus der 30er-Zone eine „Spielstraße“ (Tempobegrenzung 6-10 kmh) zu machen, soll weiter diskutiert werden. Nachteil: „Dann müssten die Bürgersteige entfernt werden, was gleich die Kosten in die Höhe treibt“, sagte Rolf Ebbeke, Ex-OB und Mitglied des Kreistags. Als solches will er sich dafür einsetzen, dass der Kreis häufiger Tempokontrollen rund um die Schule durchführt. Heldmann versprach zudem, dass auch der ruhende Verkehr vom Ordnungsamt häufiger kontrolliert wird.

Mehrere Anwohner schlugen vor, Kiss-and-Ride-Parkplätze vor der Schule – unter anderem am früheren Eingang an der Ecke Lessingstraße – einzurichten: Parkbuchten, um kurz stehen zu bleiben und die Kinder zu verabschieden, ohne den Verkehr zu behindern. Davor warnte jedoch die Mutter eines Kindes der Hofgartenschule: „Dort funktioniert das System nicht, weil die Eltern die Buchten als normale Parkplätze nutzen.“

Die Versammlung war ein erster, guter Schritt in Richtung gemeinsamer Lösungen. Die Ansätze sollen nun schnell vertieft werden – in kleinerer Runde im Rahmen eines runden Tischs, und zusätzlich mit einem Vertreter der Polizei.

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