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    Bad Kreuznach

    Schlüssel zum Justizzentrum in Bad Kreuznach übergeben: Justitia macht auch beim Umzug keine Pause

    Der Übergang ist fließend. Schon seit Wochen werden im neuen Justizzentrum Bad Kreuznach im Gewerbepark General Rose die Büros möbliert – Etage für Etage, vom obersten Geschoss nach unten. Gleichzeitig legen Handwerker und Techniker letzte Hand an den Innenausbau, vor allem in den Gerichtssälen. Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) und Justizbehörden arbeiten Hand in Hand. Die offizielle Schlüsselübergabe erfolgte im laufenden Betrieb.

    30 Millionen Euro verbaut

    Der Leiter der LBB-Niederlassung Idar-Oberstein, Wilfried Hoffmann, überreichte den eigens angefertigten symbolischen Schlüssel an Landgerichtspräsident Tobias Eisert.  Foto: LBB
    Der Leiter der LBB-Niederlassung Idar-Oberstein, Wilfried Hoffmann, überreichte den eigens angefertigten symbolischen Schlüssel an Landgerichtspräsident Tobias Eisert.
    Foto: LBB

    Am Mittwoch war es so weit. Nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit überreichte der Leiter der LBB-Niederlassung Idar-Oberstein, Wilfried Hoffmann, den eigens angefertigten symbolischen Schlüssel an Landgerichtspräsident Tobias Eisert, der ihn für alle Bad Kreuznacher Justizbehörden entgegennahm. Rund 30 Millionen Euro investierte das Land Rheinland-Pfalz in die Zusammenführung der bislang auf mehrere Gebäude verteilten Gerichte, der Staatsanwaltschaft und der Bewährungshilfe in einen Neubau im Gewerbepark General Rose.

    LBB-Niederlassungsleiter Hoffmann fokussierte die Zielsetzung des LBB, ein zeitgemäßes Gebäude für die Rechtsausübung zu errichten und gute Arbeitsbedingung für die Mitarbeiter der Justizbehörden zu schaffen. „Gemeinsam mit den beauftragten Planungsbüros und Baufirmen sowie einem engagiertem Einsatz der LBB-Beteiligten ist es gelungen, dieses komplexe Werk erfolgreich zu vollenden“, sagte Hoffmann. Besonders hervorzuheben sei die vertrauensvolle und partnerschaftliche Kooperation mit der Justizverwaltung unter Federführung von Präsident Eisert die es ermöglicht habe, den Übergabetermin mit allen Rahmenbedingungen einzuhalten. Die Schlüsselübergabe verband er mit den besten Wünsche für die Arbeit im neuen Domizil.

    Der siebenwöchige Vorumzug mündet in einen Hauptumzug am Freitag und Samstag, 22. und 23. September, bei dem unter anderem in den Archiven rund 45.000 Aktenfächer wieder korrekt gefüllt werden müssen. Justitia macht unterdessen so gut wie keine Pause. Bis zuletzt wird noch in der Ringstraße ermittelt, verhandelt und Recht gesprochen. Am Montag, 25. September, wird der Schalter umgelegt, dann laufen alle Rechtsgeschäfte komplett im Justizzentrum.

    Vorfreude bei den Juristen

    „Mit der heutigen Schlüsselübergabe haben wir einen weiteren, sehr wichtigen Meilenstein bei der Inbesitznahme des Gebäudes erreicht“, meinte Landgerichtspräsident Tobias Eisert. „Die Möblierung und der Umzug des Archivguts liegen voll im Zeitplan. Das ist zum einen das Verdienst der Mitarbeiter der Justiz, bei denen aktuell eine echte Aufbruchstimmung und große Vorfreude herrscht.

    Zum anderen funktioniert die Abstimmung zwischen unserem Bauherren, dem LBB, und uns, der Justiz, auf allen Ebenen ausgesprochen gut. Dafür bin ich den Verantwortungsträgern beim LBB – allen voran Herrn Hoffmann – sehr dankbar. Mit den bislang gemachten Erfahrungen im Rücken bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch die größte Herausforderung, die mit dem Hauptumzug und der eigentlichen Inbetriebnahme noch vor uns liegt, gut bewältigen werden. Die Belohnung, ein hochmodernes, architektonisch sehr ansprechendes und den Justizaufgaben angemessenes Gebäude haben wir ja schon greifbar nah vor Augen.“

    Zum Geschäftsbeginn am 25. September öffnet sich die Pforte an der John-F.-Kennedy-Straße für die Prozessbeteiligten und Besucher. Auch deren Bedürfnisse wurden schon bei der Konzeption des fast quadratischen, rund 55 Meter langen Komplexes berücksichtigt.

    Im Erdgeschoss und Teilen des ersten Obergeschosses sind die öffentlichen Räume angeordnet. Im Erdgeschoss befinden sich der große Schwurgerichtssaal mit rund 145 Quadratmetern, drei jeweils 80 Quadratmeter große Gerichtssäle und vier kleinere mit jeweils 40 Quadratmetern. Im ersten Obergeschoss befinden sich sechs weitere Gerichtssäle mit jeweils 40 Quadratmetern.

    Vor den Verhandlungssälen sind breite Flurzonen angelegt, die auch als Wartezonen für Besucher dienen. Ein großzügiger Innenhof lässt Licht und frische Luft ins Innere des Gebäudes dringen, enge und dunkle Ecken gibt es nicht. Angeklagte in Prozessen und Zeugen oder Geschädigte müssen einander nicht begegnen: Zum beiderseitigen Schutz werden Angeklagte aus den Wartezellen im Tiefgeschoss über abgetrennte Treppen und Gänge direkt zu den Nebeneingängen der Gerichtssäle geführt. Mehr Diskretion ermöglicht auch der separate Zugang zur Bewährungshilfe (Justizsozialdienst), die von der Dürerstraße aus erreichbar ist.

    Vom ersten Obergeschoss aufwärts beginnen mit dem Landgericht die Büroflächen mit Präsenzarchiven, Bibliothek und den zugehörigen Nebenflächen. Im zweiten Obergeschoss befindet sich das Amtsgericht und darüber, im dritten Obergeschoss das Arbeitsgericht und die Staatsanwaltschaft.

    Die zentralen Besuchertoiletten mit barrierefreiem WC sind im Untergeschoss untergebracht. Davon abgeschottet, befinden sich auch die Wartezellen für die Angeklagten, Umkleiden für das Wachpersonal, Technikräume und Archive.

    Gebäudedaten in Kürze

    Gesamtbaukosten: 30 Mio. Euro

    Gesamtfläche: 9745 m²

    Spatenstich: November 2013

    Baubeginn Rohbau: Februar 2014

    Fertigstellung: September 2017

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