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    VG Rüdesheim

    Rüdesheim  vor der Wahl: Gegen Markus Lüttger antreten? SPD traut sich nicht

    VG Rüdesheim. Die SPD der Verbandsgemeinde Rüdesheim wird keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Urwahl am 18. Februar 2018 stellen. Das teilen der SPD-Gemeindeverbandsvorstand und die SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

    Foto: sfda

    Im Detail heißt es: „Am 18. Februar 2018 finden in der Verbandsgemeinde Rüdesheim die Neuwahlen des Verbandsgemeinderates und des Bürgermeisters/der Bürgermeisterin statt. Aus diesem Grunde stehen die SPD-Fraktion, der Vorstand des SPD-Gemeindeverbandes sowie die Vorsitzenden der jeweiligen Ortsvereine bereits seit mehreren Wochen in der Diskussion und im engen Austausch zur Vorbereitung einer Wahlvorschlagsliste mit entsprechenden Kandidatinnen und Kandidaten für die Verbandsgemeinderatswahl. Ebenfalls zu diskutieren war in den diversen Sitzungen die Frage, ob und wer für die SPD in eine Kandidatur zur Bürgermeisterwahl ins Rennen gehen wird. Nach unaufgeregter Betrachtung der derzeitigen Situation kommen die bislang beteiligten Parteigremien, insbesondere aber auch Fraktionsvorsitzender Markus Stein und der Gemeindeverbandsvorsitzende Michael Schaller zum Schluss, dass eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit mit Blick auf die Menschen auch weiterhin das Credo der SPD sein soll. Das erwartet man von uns. Entscheidungen, die aus Sicht der SPD als vernünftig und sinnvoll zu werten waren, haben wir stets mitgetragen und unterstützt. In der Vielzahl der Entscheidungen war genau dies der Fall. In angebrachten Fällen gehörte jedoch auch dazu, in den Rat eingebrachte Vorlagen kritisch zu hinterfragen und sich klar zu positionieren – auch gegen die Stimmen anderer Fraktionen.“

    In der Presserklärung wird auch das verdeutlicht. „Einen Dissens gab es bei zwei Abstimmungen: beim Thema Einmalbeiträge bei Baugebietserschließungen sowie beim Thema bessere Mobilität in der Verbandsgemeinde – Stichwort Bürgerbus. Die Diskussionen, auch bei den genannten Beispielen, waren in der Sache immer klar und stets von Fairness und vom guten Umgang mit den anderen Ratskollegen sowie der Verwaltungsspitze geprägt. Die SPD in der Verbandsgemeinde Rüdesheim hatte in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt das Empfinden, dass das Handeln der Verwaltungsspitze, also des Bürgermeisters und des Beigeordneten, unvernünftig oder unkoordiniert erfolgte.“

    So fällten die verantwortlichen Gremien der SPD die Entscheidung, „keinen Kandidaten in das Rennen zu schicken“, heißt es in der Mitteilung weiter. Und: „Es sei erwähnt, dass diese Entscheidung nicht gegen den Willen eines potenziellen Bewerbers getroffen wurde. Unser Ziel ist es, weiterhin mit einem starken Team die Zukunft der Verbandsgemeinde zu gestalten.“ mz

    Rückpass oder Steilvorlage? Reaktionen von Lüttger(CDU), Alt (SPD), Klein (AfD)

    VG Rüdesheim. Rückpass oder Steilvorlage? Wie bewertet der Betroffene selbst, der amtierende Rüdesheimer VG-Bürgermeister Markus Lüttger (CDU), die Entscheidung der SPD, bei der Urwahl am 18. Februar 2018 keinen Gegenkandidaten zu präsentieren? Und was sagen der SPD-Kreischef Denis Alt beziehungsweise AfD-Kreisvorsitzender Jürgen Klein zur aktuellen Entwicklung?

    Vor einem Jahr feierten 850 Gäste mit dem Rüdesheimer VG-Bürgermeister Markus Lüttger in der Roxheimer Birkenberghalle dessen 50. Geburtstag.
    Vor einem Jahr feierten 850 Gäste mit dem Rüdesheimer VG-Bürgermeister Markus Lüttger in der Roxheimer Birkenberghalle dessen 50. Geburtstag.

    Lüttger, der am Sonntag seinen 51. Geburtstag feiert und seit acht Jahren die Geschicke der VG lenkt, stellt zum Wahlprozedere klar: „Ich hätte die Herausforderung angenommen.“ Völlig überrascht hat ihn der SPD-Schritt allerdings nicht. Für ihn ist das Ganze auch ein Stück weit Bestätigung seiner Arbeit, wenngleich er einschränkt: „Ich kann es nicht jedem recht machen, strebe aber Gerechtigkeit für die Mehrheit der Bevölkerung an.“

    Der Waldböckelheimer AfD-Landtagsabgeordnete Jürgen Klein erklärt: „Wahrscheinlich werden wir niemanden aufstellen.“ Dass sich auch aus den anderen Parteien niemand gegen Lüttger zur Wahl stellen will, überrascht ihn nicht.

    SPD-Kreisvorsitzender Denis Alt (MdL) sieht den Umstand gelassen. „Natürlich wäre es demokratischer, wenn es mehrere Kandidaten gäbe. Man muss aber auch jemanden haben, in dessen Lebensplanung das Amt passt. Die Genossen vor Ort haben das so entschieden, und ich unterstütze das.“ gst/sig/ri

    KOMMENTAR: Wer sich nicht stellt, wird auch nicht wahrgenommen

    Die Genossen der Verbandsgemeinde Rüdesheim, größte VG im Kreis, winken ab, stellen keinen Urwahl-Kandidaten. Weil sie denken: Wir haben keine Chance. Ist das wirklich so?

    Stefan Munzlinger 
    Stefan Munzlinger 

    Hat nicht jeder „Herrscher“ – selbst wenn er noch so sehr dominiert wie Bürgermeister und Christdemokrat Markus Lüttger – seine Schwächen, die einer Alternative Aufwind gäben? Der Schritt der SPD hat von allem etwas.

    Er ist gewagt, denn mit dem Verzicht nimmt man der Parteibasis ein Stück Selbstbewusstsein. Aber er ist auch mutig in Zeiten, da in der Politik jeder immer alles können, alles wissen und ständig siegen muss.

    Und er ist ein Eingeständnis: Wir haben niemanden, der will und mit Erfolgsaussicht antreten könnte (Diese Erkenntnis wünschte man der Bundes-SPD, in der sich permanent die Falschen an die Spitze wühlen.).

    Hinter der Schonhaltung, niemanden verheizen zu wollen, lesen wir jedoch auch heraus: Seit 2008 hat es die SPD, die zwölf Sitze im VG-Rat innehat (CDU: 17 Sitze) und in Michael Schaller bis 31. Mai 2018 den hauptamtlichen VG-Beigeordneten stellt, versäumt, einen Lüttger-Herausforderer aufzubauen. Und sie hat keine Inhalte, die sich von denen der CDU unterscheiden. Die Genossen rund um Rüdesheim hatten es in der Hand – und verweigern sich.

    Dabei lebt Demokratie doch grade von der Auswahl an Kandidaten mit eigenem Profil.Kann die SPD um Vorsitzenden Michael Schaller und Fraktionschef Markus Stein vom Normalbürger, vor welchen Urnengängen auch immer, künftig da noch glaubwürdig fordern: „Gehen Sie wählen“?

    Das Fatale des Verzichts: Wer sich nicht stellt, wird nicht wahrgenommen. Versinkt die SPD als Bürgermeister-CDU-Wahlverein in der Bedeutungslosigkeit? Die fusionsbedingt vorgezogene VG-Ratswahl am 18. Februar 2018 wird es zeigen.

    E-Mail: stefan.munzlinger@rhein-zeitung.net

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