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Merxheim

Merxheimer Bandopfer bleiben mittendrin: Fastnachter sammeln Geld für Familie Kistner

Sascha Saueressig

Die Aktion des Fastnachtsclubs Merxheimer Wind „Pizza backen für einen guten Zweck“ war ein voller Erfolg. Die spontane Idee am Merxheimer Rathaus mit Unterstützung des mobilen Backofens von Thorsten Herrmann aus Waldlaubersheim möglichst viele Pizzen für die Ende Februar von einem Brand im Ortskern betroffene Familie Kistner unter die Leute zu bringen, fand riesigen Zuspruch.

Der Brandort in der Sackgasse der Merxheimer Hauptstraße ist noch abgesperrt. Die Statiker prüfen noch die Standfeswtigkeit.  Fotos: Saueressig
Der Brandort in der Sackgasse der Merxheimer Hauptstraße ist noch abgesperrt. Die Statiker prüfen noch die Standfeswtigkeit. Fotos: Saueressig
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Und so überreichte Vorsitzender Jörg Ackermann am Mittwochabend gemeinsam mit Linda Holzhäuser und Thorsten Kessel der Familie 2000 Euro, die mehrere Hundert Spender bereitwillig gaben. „Ich dachte mir, wir müssen etwas für die Familie machen und habe ,s'Herrmännche hilft' kontaktiert, und er war sofort bereit, mitzumachen“, erklärt Kessel.

Großes Engagement

Thorsten Herrmann aus Waldlaubersheim hat die Benefizaktion zugunsten der Familie Kistner initiiert. Unter dem Motto „s’Herrmännsche hilft“ engagiert er sich seit Jahren privat für soziale Projekten und Einrichtungen in der Region, und schwingt kocht in seiner mobilen Küche.

So habe man im Vorstand entschieden, mit kurzer Vorlaufszeit am Sonntag, 18. März, ans alte Rathaus einzuladen. Dazu habe der Getränkefachhandel Hahn die Getränke gesponsert und die Gemeinde die Fläche zur Verfügung gestellt. „Toll war auch, dass Thorsten Herrmann nicht nur mit dem Wagen kam, sondern spontan erklärte er übernimmt auch die Materialkosten für die 160 Pizzen“, erläutert Kessel.

Der Vorsitzende des Fastnachtsclubs Merxheimer Wind, Jörg Ackermann (von rechts), und seine Beisitzer Linda Holzhäuser und Thorsten Kessel überbrachten am Mittwochabend der Familie in ihrer Ausweichwohnung den Spendenscheck über 2000 Euro.
Der Vorsitzende des Fastnachtsclubs Merxheimer Wind, Jörg Ackermann (von rechts), und seine Beisitzer Linda Holzhäuser und Thorsten Kessel überbrachten am Mittwochabend der Familie in ihrer Ausweichwohnung den Spendenscheck über 2000 Euro.
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Die Familie Kistner ist seit dem Brand im Geburtshaus des heutigen Bärenbacher Ortsbürgermeisters Jürgen Schmidt untergekommen. Der 77-jährige Helmut Kistner und seine 70-jährige Frau Gisela, Tochter Iris mit ihrem Lebensgefährten sowie den beiden Söhnen wohnen in dem geräumigen Haus, das eine Darmstädter Familie erworben hat und nun bereitstellt. Man habe sich nach dem Schreckensereignis vor vier Wochen wieder etwas gefangen, berichtet der 77-Jährige. Wobei die Kistners immer noch nicht wissen, ob die beiden ausgebrannten Wohnhäuser wieder beziehbar sind. „Von der Versicherung haben wir auch noch nichts gehört“, erzählt Helmut Kistner. Momentan prüften die Statiker die Bausubtanz der Häuser, berichtet Iris Kistner. Daher sei es ein absoluter Glücksfall in dem Nachbarhaus untergekommen zu sein.

Überragend sei der Zusammenhalt im Dorf und die Unterstützung, die man erfahre, bestätigten alle Familienmitglieder. Dies habe man auch bei der Pizzaaktion der Fastnachter hautnah erfahren. „Als wir hochkamen, wurden wir von vielen in den Arm genommen und gedrückt“, erzählt Iris Kistner.

Und das bei Schnee und Eis, denn am 18. März setzte noch einmal der Winter ein. Auch das Dutzend Fastnachter, das gemeinsam mit Pizzabäcker Thorsten Herrmann unter den zwei Pavillons standen, um die hungrigen und durstigen Gäste zu versorgen, wurden vom Zuspruch überrascht. „Wir hatten 160 Pizzen – hätten aber sicher doppelt so viele verkaufen können“, berichtet Jörg Ackermann. Und die Pizen aus frischen Zutaten schmeckten offensichtlich.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Nachdem es um 11.30 Uhr losging, habe man schon kurz nach 12 Uhr keine Bestellungen mehr annehmen können, so gut kam die Aktion an. „Um 12.15 Uhr hatten wir schon fast 170 Bestellungen angenommen und stellten fest, dass wir nicht mehr genug Teig und Beläge hatten“, erzählt Ackermann. Und nicht nur Merxheimer kamen: Gäste aus Sobernheim holten sich eine Pizza ab, die Meisenheimer Feuerwehr sei vorbeigekommen und auch die Kirner Polizei wollte Pizzen ordern. Doch da war das Essen schon ausverkauft.

„Viele haben einfach 30 oder 40 Euro auf den tisch gelegt und gespendet“, schildert Ackermann. Auch Gäste, die keine Pizza mehr abbekamen und nur einen Punsch oder Glühwein tranken. „Es war ein Vergnügen zu arbeiten“, erklärt Ackermann und Holzhäuser und Kessel bestätigen das. Man merke einfach, dass die Merxheimer hinter den Kistners stehen. So sei auch niemand sauer gewesen, dass die Pizzen schon nach einer drei Viertel Stunde ausverkauft waren. „Die Stimmung war toll. Und wer keine Pizza bekommen hat, ist weiter nach Martinstein gefahren und hat dann dort für Umsatz gesorgt“, meint er mit einem Augenzwinkern.

Von unserem Redakteur Sascha Saueressig

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