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Bad Kreuznach

Kreuznacher Jahrmarkt: Selbst das miese Wetter trübt die Stimmung nicht

Der Kreuznacher Jahrmarkt war bislang auch eine Wetterlotterie – eher durchwachsen und unbeständig. Das Jahrmarktsgefühl anno 2014: Sonne und Regenschauer im Wechsel, dazu kühle Temperaturen.

Dunkle Wolken zogen immer wieder am Kreuznacher Jahrmarktshimmel auf. Den ein oder anderen mag die unbeständige und kühle Witterung von einem Besuch des großen Volksfestes abgehalten haben. Diejenigen, die auf der Pfingstweise waren, genossen die tolle Stimmung und den Trubel. Foto: Alois Dhom
Dunkle Wolken zogen immer wieder am Kreuznacher Jahrmarktshimmel auf. Den ein oder anderen mag die unbeständige und kühle Witterung von einem Besuch des großen Volksfestes abgehalten haben. Diejenigen, die auf der Pfingstweise waren, genossen die tolle Stimmung und den Trubel.
Foto: Alois Dhom

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

Das tat der tollen Stimmung zwar keinen Abbruch, sorgte aber dafür, dass sich weniger Besucher als sonst "nix wie enunner" und den Schaustellern einen kleinen Strich durch die Rechnung machten. Die Warteschlangen an den Fahrgeschäften waren ein bisschen kürzer.

Das galt zumindest für den Samstagabend, normalerweise die besucher- und umsatzstärkste Zeit des Jahrmarkts. Mit einem bezeichnenden Blick zum Himmel meinte Ralf Leonhard, Chef des Schaustellerverbandes, am frühen Abend ein bisschen bedröppelt: "Der Jahrmarkt lebt auch von den Besuchern außerhalb." Und da haben sich einige wegen des Wetters wohl von einem Besuch abhalten lassen, vermutete er. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass der Jahrmarkt diesmal mitten in den Sommerferien liegt. Sogar in der Hauptandrangszeit war in der Napoleonstroß, der Sprichklopperstroß oder der Schoppestecherstroß ein einigermaßen bequemes Vorwärtskommen. Erst etwas später als sonst füllte sich die Pfingstwiese dann doch noch zusehends.

Ungewöhnlich viele Plätze blieben in der Außengastronomie leer. Selbst im gut gefüllten, aber auch nicht proppenvollen Naheweinzelt fiel das Gedröhne wie im Bienenstock etwas gedämpfter aus, war der Lautstärkepegel ein paar Dezibel geringer als sonst. Ein ähnliches Bild im "Alpendorf": Auch hier blieben einige Bänke leer, als die Schlagerstars Peter Rosa als DJ und Thomas André mit Hits wie "Du kannst nicht immer 17 sein" von Chris Roberts einheizten und zum Mitsingen animierten. Dafür wurde auch schon mal auf den Stühlen getanzt und gesungen, und der ein oder andere Fan wagte ein Tänzchen dazu.

"Die Fahrgeschäftsbetreiber können zufrieden sein", meinte Marktmeister Markus Franz am Sonntagnachmittag. "Es war vielleicht nicht der besucherstärkste Jahrmarkt, aber okay." Auch wenn man darüber geteilter Meinung sein könne. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen." Viele Fahrgeschäfte fuhren bis 3 Uhr nachts durch. Und am Sonntag war die Pfingstwiese gut gefüllt.

Den Besuchern tat die kühle Witterung offenbar gut. Für die Einsatzkräfte war es ein sehr ruhiger Jahrmarkt. Die Zwischenbilanz nach 60 Stunden Sanitätsdienst: 80 Menschen fanden Hilfe beim DRK auf der Jahrmarktswache, 20 Patienten konnten vor Ort nicht versorgt werden, wurden mit dem Rettungswagen in eines der Kreuznacher Krankenhäuser gefahren. "Hauptsächlich hatten es unsere ehrenamtlichen Helfer mit kleineren Verletzungen zu tun. Schnittwunden, Gelenkverletzungen oder gestürzte Besucher haben wir häufiger behandelt als Kreislaufprobleme – das ist sicher auch dem kühleren Wetter geschuldet," erläutert DRK-Sprecher Philipp Köhler.

Einen besonderen Fall erlebten die Rotkreuzler in der Nacht zum Sonntag: Ein Jahrmarktsgast suchte die Rettungskräfte auf, weil er von den Lippen bis in den Bauch ein schmerzhaftes Brennen verspürte. Er gab an, dass er ein Bier, welches mit Pfefferspray versetzt gewesen sei, getrunken hätte und jetzt starke Schmerzen verspüre. Die Helfer kühlten Mund und Speiseröhre mit einem Eisgetränk. Rettungsassistenten brachten den Mann dann ins Krankenhaus.

Erfreulicherweise verzeichnete das Rote Kreuz wenige Verletzungen nach Streitigkeiten. Genauso erfreulich fällt aus DRK-Sicht die Bilanz zu alkoholisierten Jahrmarktsgängern aus. Hier gab es ebenfalls kaum Probleme. Köhler berichtete nur von einem Mann, der sich beim DRK hinlegen und ausruhen musste, bis es wieder ging. Auch bei Jugendlichen war übermäßiger Alkoholkonsum bislang kein Thema, so Köhler. Am Samstagabend waren mehr als 20 Sanitätskräfte auf dem Jahrmarkt unterwegs. Ihre Station ist rund um die Uhr besetzt. Denn die DRK-Helfer kümmern sich natürlich auch um die Schausteller.

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