40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Oeffentlicher Anzeiger
  • » Konzert auf der Kyrburg: Brass 4.1 und die Dombläser
  • Aus unserem Archiv
    Kirn

    Konzert auf der Kyrburg: Brass 4.1 und die Dombläser

    Es passte einfach alles am Sonntagabend auf der Kyrburg: Wetter, Ort, Musik, Eintrittspreis, Bewirtung und die "Weltpremiere", wie es der Moderator des Abends, Jochen Lorenz, ganz unbescheiden beschrieb. Denn erstmals fand ein gemeinsames Konzert "seines" Blechbläserquintetts Brass 4.1 mit den sechs Mainzer Dombläsern statt.

    Brass 4.1 entzückte durch qualitative Blasmusik und kleine witzige Schauspieleinlagen. Posaunist Günther Scherb beglückte das junge Mädchen mit einem hautnahen Solo. Fotos: Martin Köhler
    Brass 4.1 entzückte durch qualitative Blasmusik und kleine witzige Schauspieleinlagen. Posaunist Günther Scherb beglückte das junge Mädchen mit einem hautnahen Solo. Fotos: Martin Köhler
    Foto: Martin Köhler

    Von unserem Reporter Martin Köhler

    200 Stühle waren gestellt und mussten 20 Minuten vor Beginn noch um 50 Sitzgelegenheiten aufgestockt werden. "Die Kirner schwärmen so oft von den früheren Open-Air-Konzerten auf der Kyrburg", wusste der in Kirn heimisch gewordene Dirigent der Dombläser, Prof. Mathias Breitschaft, nach zahllosen Begegnungen im Vorfeld zu berichten.

    Das Konzert begann denkbar ernsthaft: Drei Tänze aus der barocken Tanzsammlung "Terpsichore" von Michael Praetorius waren für die Ohren recht harte Kost. Doch zeigte diese gemeinsame Aufführung von Mainzer Dombläsern mit Brass 4.1, dass Letztere ihrem selbstgewählten Credo, enorm vielseitig sein zu wollen, vollauf gerecht werden. Recht konzertant ging es weiter mit drei geistlichen Werken von Enrique Crespo (geboren 1941), beispielsweise "The Battle of Jericho", welche allesamt von den Mainzer Gästen interpretiert wurden.

    Das 250-köpfige Publikum geizte niemals mit Beifall, zu schön und entspannt war dieser Abend unter freiem, spätsommerlichem Himmel im Schatten der Kyrburg. Sodann konnten sich Brass 4.1 zweimal auszeichnen. Trompeter Jochen Lorenz scherzte zwischendurch: "Wir wundern uns ja selbst, wie viele Töne man mit drei Knöpfen spielen kann - und dann auch noch in der richtigen Reihenfolge." Jazz, Blues, Swing - und zwischendurch immer kleine Choreografien zur Auflockerung sind das Markenzeichen von Brass 4.1, deren Name daher rührt, dass vier Männer und eine Frau auf der Bühne stehen. Hornistin Jennifer Claußen war sowohl musikalisch als auch optisch in ihrem blutroten Abendkleid ein Genuss.

    Prof. Breitschaft beobachtete die Aufführung von der Terrasse des Anbaus aus. Im Stuhl zurückgelehnt, wohlwollend lächelnd und auch mal im Takt mitwippend, war der Musikexperte voll des Lobes für beide Blechbläsergruppen: "Es ist ein wahnsinnig hohes Niveau von beiden. So etwas bekommt man sehr selten zu hören", betonte er gegenüber unserer Zeitung.

    In der Tat zeigten die Mainzer Dombläser, die regelmäßig in TV-Gottesdiensten musizieren und im In- wie Ausland Auftritte haben, dass sie echte Vollblutprofis sind. Hier sitzt jeder Ton wie etwa beim angenehm unaufdringlichen Small-Talk-Blues von Richard Roblee (geboren 1943).

    In die Pause verabschiedete das Publikum indes das Naheland-Quintett mit David Ubers "Tag beim Pferderennen in Camptown", wobei wiederum Musik mit witziger Choreografie verschmolz und ein Mädchen im Publikum sogar eine Blume geschenkt bekam. Nach der Pause ging es im getragenen New-Orleans-Stil weiter mit "Just a Closer Walk", eine echte Spezialität von Brass 4.1.

    Ein Abend, bei dem vom Wetter über das Programm auf der Bühne bis hin zur grandiosen Kulisse alles stimmte. Der Andrang des Publikums war enorm, sodass 200 Sitzplätze nicht reichten.
    Ein Abend, bei dem vom Wetter über das Programm auf der Bühne bis hin zur grandiosen Kulisse alles stimmte. Der Andrang des Publikums war enorm, sodass 200 Sitzplätze nicht reichten.
    Foto: Martin Köhler

    In Erinnerung blieb besonders "The Saint’s Halleluja" von den Mainzer Dombläsern, im Fußballstadion vor langer Zeit auch bekannt unter "Der FCK ist wieder da!". Das Finale war wiederum beiden Blechbläsergruppen gemeinsam vorbehalten, die Georg Friedrich Händels majestätische "Feuerwerksmusik" in fünf Sätzen zelebrierten.

    In der Halbzeit befragten wir mehrere Zuhörer nach ihren Eindrücken: Thomas Keßler (25) aus Mackenrodt spielt selbst Posaune im Symphonischen Blasorchester Obere Nahe unter Jochen Lorenz und nutzte gern diese Gelegenheit, dem Meister samt Kollegen zuzuhören. "Es ist herrlich, weil vernünftig gespielt wird statt Dicke-Backe-Musik", ordnete Christina Schneider (67) aus Becherbach bei Kirn das Programm richtig ein. Ihre Freundin Margot Walldorf (79) aus Kirn lobte: "Dieses Konzert und die Anwesenheit von Prof. Breitschaft sind eine Bereicherung für Kirn."

    Auch Armin Klein kam auf die Kyrburg. Er wohnt in Bockenau, ist 54 Jahre alt und spielt das Blechinstrument Eufonium. "Die Dombläser habe ich noch nie gehört. Das war eine einmalige Chance", freute er sich, Karten ergattert zu haben.

    Und die Chefin der Kirner Volkshochschule, Lena Lorenz, gab zu Protokoll: "Wetter, Zuschauerzahl, Melodien - dies ist ein unvergesslicher Abend!"

    Bad Kreuznach
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Montag

    9°C - 14°C
    Dienstag

    12°C - 15°C
    Mittwoch

    10°C - 19°C
    Donnerstag

    11°C - 18°C
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Jahresrückblick 2016