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Kirn: Bahn prüft problematische Schrankenanlage

Stefan Butz

Und sie bewegt sich doch: In diesem Falle ist damit die Bahn AG gemeint. Gestern Nachmittag begutachtete ein Bahnmitarbeiter den umstrittenen Bahnübergang an der Sulzbacher Straße. Vor wenigen Tagen hatte Bürgermeister Martin Kilian einen Brief an die Bahn geschickt, in dem er Probleme an dem Bahnübergang aufzeigte. Die Schranken seien teils sehr lange geschlossen, teils auch dann geöffnet, wenn Züge den Übergang passieren würden (wir berichteten).

Ein Mitarbeiter der Bahn AG überprüfte die in der Kritik stehende Schrankenanlage in der Sulzbacher Straße.  Foto: Sebastian Schmitt
Ein Mitarbeiter der Bahn AG überprüfte die in der Kritik stehende Schrankenanlage in der Sulzbacher Straße.
Foto: Sebastian Schmitt

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Stadtratsmitglied Karl-Heinz Buss (SPD). Der wohnt in der Mozartstraße und hat von seiner Küche aus freien Blick auf den Bahnübergang in der nahe gelegenen Sulzbacher Straße. Seit zwei Jahren werde die Situation immer schlimmer, berichtet Buss unserer Zeitung. „Die Züge fahren sehr langsam bei offener Schranke an den Bahnübergang“, berichtet Buss. Teils stiege Zugpersonal aus, lotse den Zug über den Übergang mit den offenen Schranken und steige dann im letzten Waggon wieder zu. Also müssten die Zugführer ja ein Signal bekommen haben, dass mit der Schranke etwas nicht stimme, mutmaßt Buss. Was passieren könnte, wenn dieses Signal einmal nicht kommt oder der Zugführer es übersieht oder schlechte Sicht, etwa bei Nebel, herrscht, will sich Buss gar nicht ausmalen.

Denn es ist keinesfalls so, dass der Kirner Übergang dauerhaft gestört ist. Mal funktioniert er, mal sind die Schranken dauerhaft offen, manchmal verdächtig lange zu. Den Hinweis des Bahnmitarbeiters, der gestern den Übergang prüfte, lässt er nicht gelten: Auch wenn zwei Züge in nahem Zeitabstand in gegenüberliegenden Richtungen die Schrankenanlage per Induktionsschleife auslösen würden, dauere das nicht so lange wie derzeit. Dass etwas am Übergang geschieht, überrascht Buss. Denn seine Erfahrungen mit der Bahn lauten anders: „Das ist ein ganz träger Verein.“

Auch Rolf Fuchs von der Stadtverwaltung zeigte sich gestern gegenüber unserer Zeitung überrascht, dass die Bahn AG so schnell reagiert hat. Er machte zudem deutlich, dass es nicht nur Karl-Heinz Buss sei, der diese Beobachtungen gemacht habe, sondern dass ihm dies von vielen Bürgern zugetragen worden sei. Darauf ist die Stadt auch angewiesen: Selbst die Missstände zu dokumentieren, sei aus personellen Gründen nur schwer möglich, machte er deutlich und setzt weiter auf die Beobachtungen von Anliegern und Verkehrsteilnehmern. Laut Karl-Heinz Buss liegt der letzte Störfall am Übergang Sulzbacher Straße 14 Tage zurück. Eine Periode mit öfters anfallenden Störungen konnte er derzeit nicht beobachten, wohl aber vor einiger Zeit, wo es mehrmals im Monat zu Problemen kam. Insgesamt zwei Jahre dauern die Probleme laut Karl-Heinz Buss bereits an.

Von unserem Reporter Stefan Butz

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