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    Bad Kreuznach

    Im „Mainzer Rad“ sind die Lichter ausgegangen

    Gut 100 Jahre gab es die Gaststätte „Mainzer Rad“ in der Mannheimer Straße 181 in Bad Kreuznach. Seit Fastnacht ist sie Geschichte.

    Karl-Heinz Reimann und Ehefrau Grazyna bieten künftig in der Kleingartenanlage oberhalb des Friedhofes ihre gutbürgerliche Küche an.
    Karl-Heinz Reimann und Ehefrau Grazyna bieten künftig in der Kleingartenanlage oberhalb des Friedhofes ihre gutbürgerliche Küche an.
    Foto: Josef Nürnberg

    Die Häuserzeile vom künftigen Rewe-Markt bis zum Adler-Modehaus fällt der Abrissbirne zum Opfer. Wenn Steine erzählen könnten, würde die Gaststätte, die schon so etwas wie Kultstatus in Bad Kreuznach genoss, ganze Bücher füllen. Einer der es genau weiß, ist Karl-Heinz Reimann, der letzte Wirt des Hauses. 32 Jahre stand er hinterm Tresen und hörte seinen Gästen zu. Ob sie nun Grund zum Feiern hatten oder sich einfach bei einem Bier den Frust von der Seele reden wollten, Reimann war für seine Gäste so etwas wie ein Beichtvater. „Ja es stimmt, als Wirt musst du verschwiegen wie ein Beichtvater sein“, sagt er.

    Nicht von ungefähr erlebte das „Mainzer Rad“ an Karneval seinen Abgesang. Denn hier wurde der Karneval besonders urig gefeiert. Diese Karnevalsfeiern waren in Bad Kreuznach legendär. Reimann: „Da kamen Gäste, die hast du das ganze Jahr nicht gesehen. Aber Karneval waren sie da.“ Für ihn als Wirt waren die Karnevalstage neben den Silvesterfeiern das größte Ereignis im Jahr.

    Geschätzt wurde auch die gutbürgerliche deutsche Küche von Karl-Heinz Reimann und seiner Ehefrau Grazyna. Das ist mittlerweile fast schon eine Seltenheit, da viele Restaurants auf Internationales setzen. Bei den Reimanns wurden die Schnitzel noch richtig in der Pfanne gebraten.

    Die wird es sicher auch an der neuen Wirkungsstätte des Paares, der Gaststätte in der Kleingartenanlage oberhalb des Friedhofes zwischen Alzeyer- und Mannheimer Straße, geben. Wobei Reimann betont, dass die Kleingarten-Gaststätte keine Kopie des „Mainzer Rads“ wird. Sicherlich werden viele seiner Gäste ihren alten Wirt mal an der neuen Wirkungsstätte besuchen.

    Wehmut klingt durch, wenn Reimann kritisch meint, dass Bad Kreuznach kein gutes Verhältnis zu seinen Altertümern hat. Ein Abriss der Häuserzeile, zu der auch seine Gaststätte gehört, sei aus bautechnischer Hinsicht unnötig. Denn die Bausubstanz bewertet er als gut. Nach dem Abriss werden die alten Gebäude durch Betonbauten ersetzt, die das Gesicht der mittleren Mannheimer Straße grundlegend verändern werden.

    Da er und seine Frau aber ohnehin geplant hatten, etwas kürzerzutreten, kommt der Zeitpunkt des Wechsels nicht ganz ungelegen. Die näheren Umstände des Abgangs hätten allerdings etwas erfreulicher sein können. Denn den Einbruch in der Nacht von Montag auf Dienstag hätte er nicht gebraucht. Völlig unverständlich ist für Reimann, dass die Einbrecher auch noch seinen Papagei mitgenommen haben (der „Oeffentliche“ berichtete).

    Im Augenblick konzentrieren sich die Reimanns jedoch voll auf die neue Wirkungsstätte konzentriert. Ende Februar, Anfang März wollen sie am neuen Standort loslegen. bj

    Bad Kreuznach
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