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Farbdesigner von Garnier meldet Insolvenz an

Kreis Bad Kreuznach. Der Farbdesigner Friedrich Ernst von Garnier hat für sein auf Hof Iben bei Fürfeld angesiedeltes „Studio von Garnier“ Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bad Kreuznach gestellt. Grund sei ein Liquiditätsengpass durch das Ausbleiben von Großaufträgen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Wolfgang Maus auf Anfrage des „Oeffentlichen“ mit.

Friedrich Ernst von Garnier.
Friedrich Ernst von Garnier.
Foto: privat

Kreis Bad Kreuznach – Der Farbdesigner Friedrich Ernst von Garnier hat für sein auf Hof Iben bei Fürfeld angesiedeltes „Studio von Garnier“ Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bad Kreuznach gestellt. Grund sei ein Liquiditätsengpass durch das Ausbleiben von Großaufträgen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Wolfgang Maus auf Anfrage des „Oeffentlichen“ mit.

Ein großer deutscher Stahlkonzern, seit Jahren von Garniers wichtigster Kunde, setze nun andere Prioritäten als die farblich ansprechende Gestaltung seiner Produktionsstandorte in aller Welt, erläuterte Maus. Zudem sähen sich viele seiner Industriekunden zu Sparmaßnahmen gezwungen. Maus will nun gemeinsam mit dem international anerkannten Farbphilosophen und Industrie-Designer einen Ausweg aus dem Dilemma suchen. Zumal sich der Farbdesign-Markt verändert hat: Inzwischen gebe es viele Anbieter, die Gebäude farbig gestalten. Vor diesem Hintergrund stehe von Garnier vor der Frage, wie er sich beruflich anders positionieren könne.
Maus hält es für denkbar, dass der Farbdesigner künftig bei Projekten nur beratend mitwirkt, anstatt diese – wie bisher – komplett umzusetzen. Die drei Mitarbeiter, die im Studio von Garnier beschäftigt sind, könnten auftragsbedingt eingesetzt werden. Die Arbeitsagentur hat laut Maus der Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes zugestimmt, auch Garniers Hausbank habe Bereitschaft signalisiert, ein anderes Firmenkonzept mitzutragen.
Der 77-jährige Farbdesigner, der erst am 11. August dieses Jahres Elke Alma Jacobs aus Weimar geheiratet hat, könnte sich auch vorstellen, seinen Lebensmittelpunkt in den Wohnort seiner Frau zu verlagern. „Ich habe dort viele Projekte realisiert“, sagt er. Die Bauhaus-Universität in Weimar könnte ein Anknüpfungspunkt sein.
Der Farbdesigner, der zweimal mit dem Europäischen Stahlbaupreis (1999 und 2002) und mit dem Deutschen Fassadenpreis (2003) ausgezeichnet wurde, würde sich auch von seinem Gebäudeensemble trennen, in dem sein Farbatelier untergebracht ist, sagt er.
Gebäude, die nach seinen Entwürfen gestaltet wurden, sind auf allen Kontinenten zu finden. Auch in Kreuznach er sich verewigt: Die Michelin-Kühltürme mit ihrem Profilabdruck sowie die farblich gestalteten Fassaden von Bonhoeffer-Haus und Kreisverwaltung tragen seine Handschrift.

Bad Kreuznach
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