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Bad Kreuznach

Alles für die Darts-Party: Pfeile werfen wie Phil Taylor der Große

Marian Ristow

Etwas versteckt liegt er schon, der „Double Bull“-Dartshop von Sascha Konz und Patricia Kreuser, in einem Hof in der Bad Kreuznacher Riegelgrube. Umgeben von Fitnessstudios und Bürobauten, genießt der kleine, aber feine Laden absoluten Exotenstatus.

Patricia Kreuser und Sascha Konz sind eingefleischte Dartsfans. Seit September 2017 betreiben sie in der Riegelgrube den „Doube Bull“-Dartshop. Dort gibt es alles, was Dartsspieler brauchen.  Fotos: Marian Ristow
Patricia Kreuser und Sascha Konz sind eingefleischte Dartsfans. Seit September 2017 betreiben sie in der Riegelgrube den „Doube Bull“-Dartshop. Dort gibt es alles, was Dartsspieler brauchen. Fotos: Marian Ristow
Foto: marian ristow

Diesen ist der Dartsport gerade dabei gänzlich zu verlieren. Vorbei sind die Tage in denen es keinen aktiven Spielbetrieb gab und nur in zwielichtigen Spelunken Pfeile geworfen wurden. Darts ist in. Wer sich schon mal die Übertragungen internationaler Turniere Top-Spielern wie Phil Taylor, Raymond van Barneveld, Peter Wright oder Michael van Gerwen angesehen hat, bei denen die Stimmung der einer Fastnachtssitzung gleicht, weiß um den Hype, den der Sport erlebt.

„Das Partyelement ist sicherlich ein Grund für die wachsende Popularität, aber der Sport steht trotzdem im Vordergrund“, urteilt Sascha Konz, eigentlich Fensterbauer, der gemeinsam mit seiner Partnerin Patricia Kreuser, Automatenfachfrau, den Shop nebenbei betreibt. Kommt die Sprache auf Weltmeister und Darts-Ikone Phil Taylor, gerät Sascha Konz ins Schwärmen. „Er ist der Größte. Nicht nur, was seine Erfolge betrifft, auch die Art und Weise. Er spielt mit Ehre und Anstand“, findet Konz. Nicht umsonst liegen Phil Taylors „Legacy World Champion Limited Edition Steeldarts“, ein auf 5000 Stück limitiertes Pfeilset, in der Vitrine. Der Heilige Gral unter den Darts? Möglich. Aber nicht verkäuflich.

„Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Patricia Kreuser, die über ihren Partner zum Darts kam, stolz. Dazu habe es nicht viel Überlegung bedurft. „Das kam mehr oder weniger spontan.“ Im September 2017 eröffnete man, rasch konnte man sich eine Stammkundschaft aufbauen.

Das Sortiment des kleinen Shops kann sich sehen lassen. Wer denkt, Pfeil sei Pfeil, der irrt nämlich gewaltig.
Das Sortiment des kleinen Shops kann sich sehen lassen. Wer denkt, Pfeil sei Pfeil, der irrt nämlich gewaltig.
Foto: marian ristow

Nicht nur aus Bad Kreuznach und Umland, sondern auch von weiter weg kommen die Dartspieler ins „Double Bull“ – viele Dartshops gibt es nicht. „Zwischen Koblenz und Albig gibt es nur uns.“ Zu kaufen gibt es in dem knapp 20 Quadratmeter großen Dartshop fast alles, was das Sportlerherz begehrt. Überraschend für den Laien ist die große Auswahl an Pfeilen. Komplette Dartssets für Anfänger, spezielle Barrels (der Teil des Darts, den man zum Werfen anfasst, entweder aus Messing, Wolfram oder Nickel), unterschiedliche Shafts (Schaft), Collars (kleine Zugbänder, die um den Schaft herum angelegt werden) und Flights (Feder) zum Zusammenbauen für die Profis.

Ein Pfeil besteht aus sieben Teilen, die Kombinationsmöglichkeiten sind unzählig. Materialien, Form, Beschaffenheit – wer regelmäßig spielt, findet nach und nach seine beste Konfiguration. Sascha Konz, der seit 20 Jahren Darts spielt, hilft mit seiner Expertise: „Anfängern empfehle ich fertige Sets. Wenn man dann später weiß, wie man wirft, kann man nach und nach etwas abändern.“

Wer häufig Pfeile wirft, der hat einen hohen Materialverschleiß. Beim Steel Darts, der Variante, die man vorzugsweise in England spielt und die es zu hoher Popularität geschafft hat, bei der man mit schweren Pfeilen und Spitzen aus Stahl auf eine Scheibe, die mit einer Schicht aus Fasern der Sisal-Agave überzogen ist, wirft, ist dieser höher als beim E-Dart. Bei dieser etwas einfacheren Variante benötigt man einen Dartautomaten. In Kneipen spielt man vor allem E-Dart. Hier seien die Pfeile mit zwischen 18 und 20 Gramm leichter als beim Steel Darts (22 bis 26 Gramm), erklärt Fachmann Konz. Spieler beider Varianten seien ihre Kunden. „Es kommen Profis und Halbprofessionelle, die zum Teil sechs bis sieben Stunden am Tag spielen, aber genauso einfach Hobbyspieler“, sagt Konz.

Für die Bad Kreuznacher Szene finden die beiden nur lobende Worte. „Was Darts betrifft, ist hier schon viel los.“ Das Turnier in der Konrad-Frey-Halle am vergangenen Wochenende war eine Ausprägung des Booms. Weitere werden folgen. Auch die Kneipen, in denen Darts gespielt werden, werden mehr. „Viele Wirte holen sich jetzt E-Dart-Automaten, um die Spieler anzulocken.“ Das kann für den Dartshop von Sascha Konz und Patricia Kreuser sicher kein Nachteil sein.

„Double Bull“-Dart Shop, Riegelgrube 3, Bad Kreuznach, Kontakt: mailto:double-bull@gmx.de

Von unserem Redakteur Marian Ristow

Darts macht Muskelkater

Darts als Entspannungssport? Mitnichten. „Diesen Ruf wird der Sport schwer los“, schmunzelt Sascha Konz. Beim Darts gehe es vor allem um Konzentrationsfähigkeit.

„Ein Top-Spieler kann alles andere um sich herum ausblenden. Gerade wenn es laut in der Halle ist, ist das wichtig.“ Dass Darts spielen aber auch körperlich anstrengend ist, bestätigt Darts-Anfänger Patricia Kreuser. „Am Anfang hat man nach spielintensiven Tagen schon Muskelkater“, berichtet sie.

Bad Kreuznach
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