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Bad Kreuznach

Beatles-Fan besitzt sogar ein Haar von John Lennon

Marian Ristow

Sie sind mit rund einer Milliarde Tonträger nicht nur die erfolgreichste Band aller Zeiten, für viele sind sie auch die größte, die es jemals gab. Für einen Bad Kreuznacher sind die Beatles noch viel mehr. Er besitzt ein kleines Museum, ist Gründer und Mitglied eines Fanklubs, spielt ihre Songs in einer Coverband, organisiert Konzerte und Filmvorführungen, pilgert zu den wichtigen Stationen ihrer Karriere, besitzt Fan-Reliquien, unter anderem ein echtes Haar von John Lennon, und kann stundenlang über den Sound der Jungs aus Liverpool philosophieren.

Manfred „Menne“ Traut betrat das Reich der Fab Four – so wurde das Quartett von seinen Fans und der Fachpresse bereits zu Lebzeiten genannt – zum ersten Mal mit zehn Jahren. Genau an Manfred Trauts zehntem Geburtstag, am 5. Oktober 1962 kam die „Love Me Do“-Platte der Beatles raus. Die Original Vinylsingle besitzt er natürlich, samt Echtheitszertifikat des Beatles-Museums. Damals ein Geschenk seines älteren Bruders, Josef, dem bekannten Bad Kreuznacher Gastronom, der einst das Cueva führte. Manfred Trauts Beatles-Liebe reicht aber noch weiter zurück. Zwei Jahre zuvor, gefiel ihm der Song „My Bonnie“, eine Interpretation des bekannten schottischen Volkslieds, gespielt von Tony Sheridan und seiner Begleitband, aus der später die Beatles hervorgehen sollten.

Foto: Marian Ristow

Was war so besonders an den vier Typen aus Liverpool mit den markanten Pilzkopffrisuren? Traut, der nach seinem Wehrdienst zunächst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher absolvierte und sich später zum Zahntechnikermeister ausbilden ließ, hat darauf eine Antwort. „Sie waren einfach hervorragende Musiker, die sich praktisch auf jedem Album neu erfunden haben. Bei ihnen wusste man nie, was einen erwartet“, sagt er. Natürlich zähle auch das Gesamtkunstwerk der Band, der markante Look und das smarte Auftreten der Musiker.

Apropos Bundeswehr. Dort begegnete Traut 1972 einem anderen ebenso großen Beatlesfan. „Ich stand im Kasernenhof in Kastellaun und sah da einen Typen mit langen, blonden Haaren. Wenn man beim Bund damals lange Haare hatte, musste man ein Haarnetz tragen. Irgendwie kam mir der Typ bekannt vor“, erinnert sich Traut. Es war Peter „Pete“ Trautmann, ebenfalls ein Bad Kreuznacher, der später vor allem als Künstler bekannt wurde. Man verlor sich aus den Augen, sah sich ab und an mal in Bad Kreuznach. 1990 pinselte „Pete“ Beatles-Bilder und stellte diese im ehemaligen McDonalds an der Kreuzkirche aus, man traf sich wieder und beschloss der gemeinsamen Beatles-Liebe eine Plattform zu geben. Gemeinsam gründete man den Fanklub „Strawberry Fields Forever“. „Wir sind kein klassischer Verein mit festen Mitgliedern. Eher ein flexibler Stammtisch“, erklärt „Menne“. Treffpunkt ist das „Libero“ in der Südstadt.

2007 feierte man 40 Jahre „Seargant Pepper's Lonely Hearts Club Band“ mit einem großen Event, mit einem Konzert der Coverband Lucy In the Sky und einer Filmvorführung im Cineplex, in diesem Jahr zelebrierte man den 50. Geburtstag des Kultalbums mit zwei Ausstellungen, einer in der Stadtbibliothek und einer im Schaufenster von Optik Wagner. So trägt der Fanklub zum kulturellen Gelingen der Stadt bei. Zweimal reiste man außerdem schon in Liverpool auf den Spuren der vier. „Das kann man nur empfehlen. Das ist unbeschreiblich. Für jeden Musikfan.“

Und was hat es nun mit dem magischen John-Lennon-Haar auf sich? Traut lacht. „Das habe ich aus dem Internet, da ist sogar eine Urkunde dabei. Es ist also verbrieft, das es echt ist“, sagt er augenzwinkernd über die gerade mal einen halben Zentimeter lange Faser waschechten Lennon-Erbgutes. Aber im Ernst: Zur Hochzeit des Quartetts sammelten die Friseure der Beatles die abgeschnittenen Haare und verkauften sie. „Das sind natürlich alles Spielereien“, weiß Traut. „Ohne die Musik der Beatles wäre mein Leben auf jeden Fall um einiges ärmer.“

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Von unserem Reporter Marian Ristow

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