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Altenbamberg

Jungwinzerin Barbara Wollschied: Der Nahewein soll kein Geheimtipp bleiben

Christine Jäckel

Die Rotorenblätter der Windräder von Hochstätten beleben mit ihrem Schattenwurf den Rieslingweinberg nahe am Haus der Familie Wollschied. Barbara Wollschied fachsimpelt mit ihrem Vater Josef, der am Rebenschneiden ist, über die Auswirkungen des diesjährigen Witterungsverlaufs für den Rückschnitt. „Durch den Spätfrost im April ist es nicht einfacher geworden, da braucht man einiges an Wissen, um es richtig zu machen“, erklärt die 25-jährige Weinfachfrau.

Jetzt beginnen die Winzer mit dem Rebschnitt in den Weinbergen, auch Barbara Wollschied hilft in ihrer freien Zeit im Familienweingut mit. Foto: Christine Jäckel
Jetzt beginnen die Winzer mit dem Rebschnitt in den Weinbergen, auch Barbara Wollschied hilft in ihrer freien Zeit im Familienweingut mit.
Foto: Christine Jäckel

Sie bewundert den großen Erfahrungsschatz ihrer Eltern Josef und Rita Wollschied, die das zwölf Hektar große Familienweingut Steigerhof bewirtschaften. Barbara Wollschied arbeitet in jeder freien Minute im elterlichen Betrieb mit, und ein großer Teil ihres Urlaubs geht für die Weinlese, die Kellerarbeit oder für die Weinauslieferung drauf.

Von Kindesbeinen an mit der Arbeit im Familienbetrieb vertraut, begann Barbara nach dem Abitur zunächst mit dem Studium der Getränketechnologie, wechselte aber bald zu Weinbau und Oenologie, das sie mit dem Bachelor abschloss. Nach Auslandsaufenthalten in Südtirol und Neuseeland gelang ihr der berufliche Einstieg bei einer großen deutschen Kellerei in Rheinhessen. Dort arbeitet sie inzwischen als Weineinkäuferin. Eine interessante Position, bei der sie viel Einblick in den internationalen Weinmarkt gewinnen kann. Ihre Kenntnisse der aktuellen Entwicklung in der Weinbranche will sie mit anderen Nahe-Jungwinzern auch nutzen, um das heimische Anbaugebiet zu fördern.

„Optimal ist, wenn Jung und Alt zusammenarbeiten, so wie im Familienbetrieb, man braucht die Erfahrung, aber man muss auch der jungen Generation eine Chance geben“, sagt Wollschied. Die geologische Struktur der Weinlagen des Steigerhofs mit vulkanischen Böden und dem Ausgangsgestein Rhyolith in Verbindung mit den überwiegenden Hanglagen bietet eine hervorragende Ausgangsposition für besondere Tropfen. Deren Qualität bescheinigte zuletzt der Weinführer Gault & Millau. Barbara hat daran ihren Anteil mit eigenen Weinen, ihre Favoriten sind der Sauvignon Blanc und der Gewürztraminer. Das Weingut der Wollschieds liegt vier Kilometer von der Ortslage Altenbamberg entfernt, mitten zwischen Wald und Wiesen, an der Grenze der Weinbaugebiete Nahe und Rheinhessen. Und ganz in der Nähe des ehemaligen Dreiländerecks Preußen, Bayern und Hessen. Ganz sicher inspiriert diese besondere Lage auch die junge Weinmacherin, die schon nach dem Studium ausgiebig im Ausland über den Tellerrand geschaut hat.

Denn es gibt (mindestens) noch ein weiteres Sehnsuchtsziel: die Weinländer in Südamerika. Für ihre Heimat und für das Anbaugebiet Nahe, das sie 2013/2014 als Weinkönigin repräsentierte, bringt Barbara Wollschied ebensoviel Interesse und Engagement auf. Sie ist Mitglied des Gemeinderates Altenbamberg und aktiv im Carneval Club Bämberjer Batschkapp. Außerdem wohnt sie in einer Winzer-WG in Bad Kreuznach, gemeinsam mit Laura Weber, ihrer Nachfolgerin als Naheweinqueen und aktuell „Winzerin des Jahres“, sowie mit Christian Staab, der im Familienbetrieb der derzeitigen Deutschen Weinkönigin Katharina Staab in Oberhausen mitarbeitet.

Am WG-Tisch besprechen die drei Jungwinzer häufig bei einem Glas Wein Strategien, wie das Anbaugebiet gepusht werden kann. Zusammenschlüsse wie die „Nahe Sieben“ sind aus Wollschieds Sicht der richtige Weg: „Man kann nur gemeinsam etwas erreichen.“ Deshalb sind sie auch gut vernetzt mit ihren Altersgenossen von der Landjugend. „Wir haben viele Ideen, insbesondere zur Vermarktung, und wir wollen unsere Stimme beim Weinbauverband einbringen“, so Wollschied.

Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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