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Mittelrhein

Zweiter Bauabschnitt im Landschaftspark: Neue Loreley erhält auch noch den Feinschliff

Der Kultur- und Landschaftspark auf dem Loreley-Plateau soll auch den Feinschliff bekommen, den der im Dezember 2014 gekürte Siegerentwurf des Werkteams-Loreley aus dem europaweiten Ideenwettbewerb vorsieht.

Im zweiten Bauabschnitt soll auch der Umbau der ehemaligen Jugendherberge zum Eingangsgebäude realisiert werden. Staatssekretär Salvatore Barbaro (2. von rechts) hat sich als Welterbebeauftragter der Landesregierung auf Einladung der SPD die Baustelle angesehen.  Foto: Andreas Jöckel
Im zweiten Bauabschnitt soll auch der Umbau der ehemaligen Jugendherberge zum Eingangsgebäude realisiert werden. Staatssekretär Salvatore Barbaro (2. von rechts) hat sich als Welterbebeauftragter der Landesregierung auf Einladung der SPD die Baustelle angesehen.
Foto: Andreas Jöckel

Die Verbandsgemeinde Loreley als Bauträger und Innenminister Roger Lewentz (SPD) haben sich darauf verständigt, welche Maßnahmen im Rahmen eines zweiten Bauabschnitts aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes bezuschusst werden können. Bei vorab geschätzten Gesamtkosten von bis zu 5 Millionen Euro könnten Fördermittel bis zu 4,25 Millionen Euro gerechtfertigt sein.

Im Haushalt 2018 wird beim größten Projekt der VG deshalb derzeit von Gesamtinvestitionen in Höhe von 17,8 Millionen Euro ausgegangen. Bei Zuwendungen von insgesamt bis zu 14,1 Millionen Euro beträgt der Kreditbedarf 3,4 Millionen Euro.

Das war der erste Bauabschnitt:

Innenminister Roger Lewentz (SPD): „Es bleibt unser politisches Ziel, das Loreley-Plateau als attraktiven Landschaftspark mit mythischem Hintergrund zum zentralen Anziehungspunkt im Oberen Mittelrheintal zu entwickeln.“
Innenminister Roger Lewentz (SPD): „Es bleibt unser politisches Ziel, das Loreley-Plateau als attraktiven Landschaftspark mit mythischem Hintergrund zum zentralen Anziehungspunkt im Oberen Mittelrheintal zu entwickeln.“
Foto: dpa

Folgende Beträge für das Gesamtpaket sind Bestandteil des noch laufenden ersten Bauabschnitts, der bis zur Eröffnung im Frühjahr 2019 vollständig umgesetzt sein soll: Einer bisherigen Kostenobergrenze von 12 Millionen Euro stehen bis zu 10,74 Millionen Euro Förderung gegenüber. Der Bund hatte 2015 aus dem Sonderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ 5 Millionen Euro bereitgestellt. Das Land hat insgesamt 5,74 Millionen Euro beigesteuert, die neben dem Grunderwerb für Planung und Rückbaumaßnahmen eingesetzt werden. Mit dem ersten Bauabschnitt abgedeckt ist unter anderem die Grundstruktur des Parks mit dem verschlungenen Mythenpfad mit vier mystischen Plätzen und dem direkten Strahlenweg, der durch eine künstliche Schlucht am Schieferfels zum Hauptaussichtspunkt führt, mehrere Aussichtspunkte sowie die Rohbauarbeiten für einen großen Ausstellungsraum an der Schlucht.

Das folgt im zweiten Bauabschnitt:

Die Illustration zeigt den Strahlenweg und den Ausstellungsraum mit kristallförmiger Dachkonstruktion. Einige  architektonische Elemente des Parks sollen sich auch im Hotelkomplex wiederfinden. Illustration: Werkteam-Loreley
Die Illustration zeigt den Strahlenweg und den Ausstellungsraum mit kristallförmiger Dachkonstruktion. Einige architektonische Elemente des Parks sollen sich auch im Hotelkomplex wiederfinden. Illustration: Werkteam-Loreley
Foto: Werkteam-Loreley

Bislang nicht enthalten war eine wesentliche Attraktion des Siegerkonzepts vom Werkteam-Loreley, die kristallförmige Dachkonstruktion aus Glas oder ähnlichem Material, die mit Lichtin- stallationen unterschiedliche Stimmungsbilder in den Abendstunden erzeugen kann. Die Konstruktion, deren Kosten die Planer auf 1,3 Millionen Euro schätzen, wurde deshalb mit weiteren Maßnahmen in einem zweiten Bauabschnitt zusammengefasst.

Was die vier mystischen Orte betrifft, wo ursprünglich ebenfalls Gebäude mit „Kristalldächern“ vorgesehen waren, hat man sich mittlerweile für eine kostengünstigere Landschaftsgestaltung entschieden. Ausstellungskonzeption und Realisierung sind mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Der VG-Rat hat dafür die Planer zum Preis von 200.000 Euro mit einem Ideenwettbewerb beauftragt, an dem vier renommierte Ausstellungsmacher teilnehmen. Eine Jury soll im kommenden Jahr den Sieger auswählen.

Der Umbau der ehemaligen Jugendherberge zum Eingangsgebäude mit Gastronomie und Touristinformation wird bis zur Parkeröffnung noch nicht fertiggestellt und erst 2020 betriebsbereit sein. Die Ausbaukosten werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die konkrete Ausgestaltung will die VG aber noch gemeinsam mit dem künftigen Betreiber abstimmen. Wenn die VG Eigentümerin bleibt und das Gebäude wie vorgesehen an einen Betreiber verpachtet, würden unterschiedliche Förderrichtlinien für den rein öffentlichen Teil (geschätzt 700.000 Euro) und den privatwirtschaftlichen Teil (geschätzt 800.000 Euro) gelten. Der private Anteil würde netto mit maximal 45 Prozent gefördert.

Beim Eingangsgebäude ist außerdem ein Kinderspielplatz mit thematischer Wissensvermittlung zum Thema Loreley vorgesehen. Das Vorhaben wird mit 300.000 Euro kalkuliert.

Technik und Innenausbau des Ausstellungsraums können laut Innenministerium noch zu einem gewissen Teil von der Städtebauförderung unterstützt werden. Die zuwendungsfähigen Bestandteile, vergleichbar mit der Technikausstattung eines Museums, könnten bei rund 520.000 Euro liegen.

Kulturstaatssekretär sagt Unterstützung zu

Über die Grenzen der städtebaulichen Förderung hinaus könnte die VG für die inhaltliche Ausgestaltung allerdings noch Fördertöpfe beim Kultusministerium ausloten. Der Kulturstaatssekretär und Welterbebeauftragte der Landesregierung, Salvatore Barbaro (SPD), sagte bereits seine Unterstützung zu. Bei einem Baustellenrundgang auf dem Loreley-Plateau auf Einladung des SPD-Kreisvorsitzenden und SPD-Fraktionschefs im VG-Rat, Mike Weiland, zeigte sich Barbaro beeindruckt von den Veränderungen auf der Felsspitze. Bei der Konzeption der Ausstellung rät Barbaro zu einer Mischung aus dauerhaften und thematisch wechselnden Bestandteilen, um Gäste zu mehreren Besuchen anzuregen. Bei der Zusammenstellung von Themen und Ausstellungsstücken, die den wechselnden Umgang mit dem Loreley-Mythos über Jahrhunderte erlebbar machen, könne die Generaldirektion Kulturelles Erbe sicherlich wertvolle Hilfestellung geben.

Abstimmung mit Icomos

Bezüglich der Welterbeverträglichkeit bittet Barbaro die VG um konzeptionelle Unterlagen für eine möglichst baldige Abstimmung mit dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (Icomos). Denn gerade bei der Ausgestaltung der „Kristalldächer“ habe Icomos um weitere Informationen gebeten.

Weiterentwicklung bis zur Buga 2031

Auch nach dem zweiten Bauabschnitt dürfte rund um die Loreley noch viel Projektarbeit bis zur Buga 2031 zu leisten sein. Dabei geht es neben dem Hotelbau unter anderem auch um ein Verkehrskonzept mit Park-and-ride-Plätzen, Ersatz für den Campingplatz oder eine touristisch attraktiven Anbindung an die Stadt St. Goarshausen und die Loreley-Fähre.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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