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    MittelrheinVorstandmitglied Kring tritt zurück: In der Bürgerinitiative Pro Brücke kriselt es

    In der Bürgerinitiative (BI) Pro Brücke kriselt es seit vielen Monaten. Hintergrund sind die Positionen von Landrat Marlon Bröhr (CDU) und der CDU Rhein-Hunsrück, die den Beschluss zum Start eines Raumordnungsverfahrens im Gegensatz zum Rhein-Lahn-Kreis nicht mittragen wollen. Bislang wurden die internen Querelen kaum öffentlich. Doch jetzt tritt der Ortsbürgermeister von Lykershausen, Hans-Josef Kring (SPD), als Leiter des Beirats aus dem BI-Vorstand zurück.

    In den vergangenen Jahren hatte die BI Pro Brücke immer mal wieder vehement für den Bau der Mittelrheinbrücke demonstriert wie hier am 18. Juni 2015. Mittlerweile hält sich die BI aus der Öffentlichkeit eher heraus.
    In den vergangenen Jahren hatte die BI Pro Brücke immer mal wieder vehement für den Bau der Mittelrheinbrücke demonstriert wie hier am 18. Juni 2015. Mittlerweile hält sich die BI aus der Öffentlichkeit eher heraus.
    Foto: Andreas Jöckel

    Kring findet in seiner schriftlichen Begründung deutliche Worte: „Ich habe keine Lust mehr darauf, die Hunsrücker Totengräber unserer Brücke indirekt zu unterstützen.“ Diese indirekte Unterstützung sieht Kring vor allem in der Inaktivität der BI Pro Brücke begründet: „Keine der wichtigen Sitzungen, ob in Simmern oder Mainz, werden mehr besucht. Keine wirklich zielführenden Presseinformationen mehr. Bürger und Medienvertreter fragen seit Monaten, wo die BI ist, was die eigentlich noch machen?“ Obwohl sogar die IHK Koblenz bereits mit einem Moderationsverfahren zwischen Landrat Bröhr und Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) aufgrund der Ignoranz Bröhrs gescheitert sei, hätten Teile des Vorstandes lediglich versucht, mit den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden Loreley und Nastätten, Werner Groß und Jens Güllering (beide CDU), ein weiteres Moderationsverfahren zu starten. Vergeblich. Kring folgert daraus: „Das steht in absolut keinem Verhältnis mehr zu der massiven und heftigen Kritik, als seinerzeit Rot/Grün die Brückenpläne auf Landesebene auf Eis gelegt hatte.“ Neben Kring hatte nach Informationen unserer Zeitung in den vergangenen Monaten auch Schatzmeisterin Pia Trimpe-Müller (Werlau) immer wieder die Inaktivität der BI beklagt.

    Petereit: Klage gegen Bröhr abwarten

    BI-Vorsitzender Bernd Zorn (Auel) war wegen Urlaub für eine Stellungnahme noch nicht zu erreichen. Dessen sonst eher emotional agierender Stellvertreter Reinhold Petereit (Boppard) bleibt angesichts der aktuellen Entwicklung vergleichsweise gelassen. Grundsätzlich stimmt er seinen Vorstandskollegen zu: „Ich kann Hans-Josef nur recht geben. Ebenso trifft dies für die vorausgegangene E-Mail von Pia zu. Mir geht es nicht anders als ihr. Auch ich werde teilweise von Außenstehenden ausgelacht.“ Dennoch bleibt Petereit optimistisch: „Warten wir die Gerichtssache mit Bröhr einmal ab“, spielt er darauf an, dass die Fraktionen von SPD, FWG und FDP im Kreistag Rhein-Hunsrück ihren Landrat beim Verwaltungsgericht darauf verklagen, einen Antrag zuzulassen, der einen gleichlautenden Beschluss zum Raumordnungsverfahren wie im Rhein-Lahn-Kreis zum Ziel hat.

    Unterdessen haben einige BI-Vorstandsmitglieder eine weitere Persönlichkeit im Verdacht, im Hintergrund erneut gegen die Mittelrheinbrücke zu agieren. Kring umschreibt dies: „Offensichtlich sind im Hunsrück die Ewiggestrigen, die für die Trennung rechts und links des Rheins stehen, wieder im Hintergrund aktiv.“ Petereit spricht offen vom „aus dem Hintergrund arbeitenden Brückengegner Walter Mallmann“, dem Altbürgermeister der Stadt St. Goar.

    BKRR organisierte Demo

    Tatsächlich hatte sich die BI Pro Brücke seit der im Herbst vergangenen Jahres von Landrat Bröhr ausgelösten Diskussion sehr zurückgehalten. Den Beschluss des Rhein-Lahn-Kreises zum Start des Raumordungsverfahrens ohne Festlegung der Trägerschaft im Januar dieses Jahres lobte die BI ausdrücklich in einer Pressemitteilung. Dieser Beschluss war in Bad Ems mit einer großen Mehrheit aus SPD, CDU, FWG, LKR und FDP gefasst worden. Statt der BI Pro Brücke trat dann aber das Bündnis Kulturlandschaft Romantischer Rhein (BKRR) auf den Plan. Das BKRR initiierte eine große Demonstration am 2. April auf der Panzerrampe in St. Goarshausen-Wellmich. BKRR-Mitglieder besuchten Sitzungen des Kreistags in Simmern und des Landtags in Mainz. Zwar teilte Pro Brücke einige Wochen vor der Demo mit, dass sie diese grundsätzlich unterstütze, und gestand Wissing zu, dass er bereit sei, „lösungsorientiert das Brückenbauprojekt voranzutreiben“. Eigene Aktionen seitens Pro Brücke blieben bislang aber aus.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Kommentar: Einer BI derzeit nicht würdig

    Andreas Jöckel über die Bürgerinitiative Pro Brücke

    Das derzeitige Auftreten der BI Pro Brücke ist einer Bürgerinitiative unwürdig. Denn wenn sich Bürger für ein Projekt engagieren, erwartet man, dass sie mit allen Mitteln, die ihnen in einer Demokratie zur Verfügung stehen, für ihr Projekt kämpfen. Möglichst zahlreich, lautstark und vielleicht sogar lösungsorientierter, als es bisweilen politische Gremien aus wahltaktischen Gründen oder sich hinter Paragrafen versteckende zuständige Behörden tun.

    Mit dem durchaus ehrenwerten Gesprächsangebot von Werner Groß und Jens Güllerring an Bröhr und Wissing allein verkommt die Bürgerinitiative aber zur reinen Bürgermeisterinitiative. Vier Herren beim Kamingespräch? Eine solche BI wird dauerhaft niemand mehr ernst nehmen.

    BI sendet Appell an die Vernunft: Mittelrheinbrücke jetzt realisieren!BI sendet Appell an die Vernunft: Mittelrheinbrücke jetzt realisieren!Kommentar: Klare Worte von Pro Brücke waren längst überfälligBürgerinitiative Pro Brücke reagiert auf Kritik: Laute Töne nicht immer wirksamMittelrheinbrücke: Drei Fraktionen klagen gegen Landrat Marlon Bröhrweitere Links
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