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Rhein-Lahn

Schnelles Internet: Unternehmen uneins – Kunden haben noch keine freie Wahl

Carlo Rosenkranz

Wer in einer der vielen kleineren Gemeinde im Rhein-Lahn-Kreis wohnt, hat bis auf Weiteres nur eine Möglichkeit, schnelles Internet zu bekommen: den Wechsel zum saarländischen Anbieter Inexio. Der Branchenriese Telekom wird wohl vorerst nichts Vergleichbares anbieten.

Glasfaserkabel werden zu einer neuen Leitung verbunden: Im Kreis läuft die Breitbandversorgung für Kunden noch nicht optimal.  Foto: dpa
Glasfaserkabel werden zu einer neuen Leitung verbunden: Im Kreis läuft die Breitbandversorgung für Kunden noch nicht optimal.
Foto: dpa

Die Kunden im Kreisgebiet profitieren zumindest nicht von der gerade begonnenen Super-Vectoring-Initiative, mit der der Magenta-Konzern auch über das weitverbreitete alte Kupferkabel Highspeed-Zugänge zum Internet schaffen will. Auf der im Internet unter www.telekom.de/schneller einsehbaren Karte jedenfalls sind die kleinen Gemeinden im Kreis nach wie vor Entwicklungsland des Bonner Telekommunikationsriesen. Das neu geschaffene Glasfasernetz der Inexio steht der Telekom ebenfalls nicht zur Verfügung. Zu den Gründen gibt es widersprüchliche Angaben.

Laut Kreisverwaltung hat Inexio ein „Vertragsangebot für die Fremdnutzung ihres Netzes veröffentlicht“, sodass eine Nutzung des flächendeckenden Glasfasernetzes durch andere Anbieter prinzipiell möglich ist. Zu einer entsprechenden Vereinbarung mit der Telekom oder anderen ist es jedoch nicht gekommen. Die Angaben über die Gründe widersprechen sich dabei. Inexio teilt auf Anfrage mit, dass „wir noch keine Nachfrage diesbezüglich hatten“. Die Telekom wiederum behauptet, sehr wohl Interesse an der Nutzung der Inexio-Infrastruktur bekundet zu haben. Auf Nachfrage teilt ein Telekom-Sprecher mit: „Leider waren alle unsere Gesprächsversuche zwecks Verhandlungen einer Kooperation erfolglos, da Inexio offenbar kein Interesse daran hat.“ Der Kunde ist damit der Dumme.

Wer auf dem Land schnelleres Internet haben möchte als die in vielen Dörfern maximal erreichbaren 16 Mbit/s im Download, ist also zum Anbieterwechsel gezwungen. Von freier Wahl kann also keine Rede sein. Zu beachten sind dabei auch Vertragslaufzeiten beim bisherigen Anbieter, die einen möglicherweise zu mehreren Monaten Wartezeit zwingen.

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