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Geisig

Rallye in Geisig: Frauen am Steuer sind große Ausnahme


Ralph Wölpert

Großes Kino bei der 8. Hombachtal-Rallye: Die Rallyegemeinschaft Ga(a)s um ihren Vorsitzenden Bernd Michel hat ein Spitzenereignis im überregionalen Rallyesport organisiert. Aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich sind die Rallyeteams angereist, um sich auf der Strecke im Blauen Ländchen mit der Konkurrenz zu messen. Am Steuer der insgesamt 88 Wagen saßen fast ausschließlich Männer am Steuer. Nur zwei Frauen lenkten die PS-starken Boliden selbst über die abwechslungsreiche Piste.

Der Blick ins Innere eines Rallye-Autos offenbart, dass Sicherheit und Konzentration auf das Wesentliche im Mittelpunkt stehen.
Der Blick ins Innere eines Rallye-Autos offenbart, dass Sicherheit und Konzentration auf das Wesentliche im Mittelpunkt stehen.
Foto: Ralph Wölpert

Tina Glatzel vom MC Ulm mit einem Golf II sowie Viktoria Schwaiger vom AC Nittenau mit einem Seat waren die einzigen Rallye-Pilotinnen. Auf die Frage, warum so wenig Damen selbst am Steuer sitzen, gab es unter den Teilnehmern verschiedene Antworten. Ein Fahrer, der unerkannt bleiben will, sagte: „Die Frauen können eben nicht so schnell fahren wie wir.“ Janine Barl aus München, Beifahrerin im Team mit Marcus Klemm, sagte: „Wir bekommen einfach kein wettbewerbsfähiges Auto von den Männern. Die wollen alle nur selber fahren.“ Bianca Klettern, die mit Jörg Klettern in einem früheren Seat Ibiza Cup mit Dieselmotor unterwegs war, meint: „Wir wechseln uns schon mal von Rallye zu Rallye ab. Mal fährt Jörg, mal ich. Da gibt es bei uns keine Probleme.“ In elf Gruppen mussten die 88 Teams die zwei Wertungsprüfungen (WP) je dreimal so schnell wie möglich durchfahren.

Die 8. Hombachtal-Rallye holte Spitzenteams des internationalen Rallyesportes ins Blaue Ländchen.
Die 8. Hombachtal-Rallye holte Spitzenteams des internationalen Rallyesportes ins Blaue Ländchen.
Foto: Ralph Wölpert

Die erste WP mit sechs Kilometer Länge lag mit ihren Schotter- und Asphaltstrecken zwischen Dornholzhausen und Geisig. Die zweite Prüfung, zwölf Kilometer lang, kam im Gebiet von Ober- und Niedertiefenbach erstmalig zum Einsatz. Den Fahrern zufolge war es eine schwere, sehr anspruchsvolle Rallye, die den Teams und ihren Autos auf den insgesamt 54 WP-Kilometern alles abverlangte. Die Ausfälle, alle technisch bedingt, summierten sich auf 28 Wagen, sodass bei der Siegerehrung um 22.30 Uhr 60 Teams begrüßt werden konnten. Bernd Michel, Organisator der Rallye, betont: „Es gab keine Unfälle oder irgendwelche anderen Schwierigkeiten. Alle Teams sind wohlauf, und bis auf ein paar Materialschäden an den Fahrzeugen gab es nichts Besonderes.“

Die Autos waren zur Sicherheit alle mit einem Überrollkäfig, einem großen Feuerlöscher, einem Notausschalter sowie einem Benzinstopp ausgerüstet und wurden mittels einer technischen Prüfung am Freitag abgenommen. Die Teammitglieder trugen alle Helme und ein Genickschutzsystem sowie Handschuhe. Das Roadbook, vom Veranstalter ausgegeben, wurde über ein in den Helmen eingebautes Bordsprechsystem vom Beifahrer dem Fahrer kontinuierlich während der Fahrt angesagt.

Die gute Stimmung bei allen Piloten und Beifahrern war sowohl auf der Strecke als auch am Abend bei der Feier, die mit der Unterstützung eines DJs bis gegen 2 Uhr am frühen Morgen dauerte, spitze. Selbst das Team mit der Nummer 35, Daniel und Yvonne Gärtner vom IMS Schlierbach in einem alten Golf I, konnte auf der Siegerehrung mit dem Platz 59 wieder lächeln. Sie fielen nur wenige Hundert Meter nach dem Start durch eine abgefallene Mutter an der Schaltung vorübergehend aus der Wertung und konnten nur durch tatkräftige Mithilfe aus Niedertiefenbach wieder das Rennen aufnehmen.

Das seit September vergangenen Jahres mit den Vorbereitungen beschäftigte Team der Rallyegemeinschaft Ga(a)s hat mit seinen 25 Mitgliedern und den rund 150 weiteren Helfern und Sportwarten an den Strecken eine überzeugende Arbeit geleistet.

Von unserem Mitarbeiter Ralph Wölpert

So haben die besten heimischen Teams abgeschnitten

Torsten Michel und Anna Hinrichs vom gastgebenden RG Ga(a)s belegen bei der Hombachtal-Rallye Platz zwei in ihrem Mitsubishi Lancer Evo. Ebenfalls vom Geisiger Team sind Dennis Bonn und Kai Goldhausen auf Rang 18, unmittelbar dahinter liegen Mario Hennig und Jan Deribo vom MSC RT Rettert. Das Duo Rudolf und Hans-Jürgen Minor vom MSC Zorn belegt Rang 22, Vereinskollege Alexander Venter landet mit Anna-Lisa Orlikowski auf Platz 30. Die RG Ga(a)s vertreten Kai Hafermann mit Katrin Hißnauer auf Rang 31. Marvin Krause (RG Ga(a)s) und Sven Stock (MSZ Zorn) fahren auf Platz 44, Sascha Wöll vom MSC Allendorf belegt mit Pilot Tim Swarovski Rang 48. raw

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