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Nassau

Einfach munter weitergeschmaust: Waschbär macht sich über Vogelfutter her – und lässt sich nicht stören

Sie hatten sich schon gewundert, dass die Vogelfutterketten – erst einen Tag zuvor aufgehängt – schon ratzeputz leergefuttert waren. So viele Piepmätze unterwegs? Naja, nicht nur...

Von Licht und Krach lässt sich dieser putzige Räuber nicht abschrecken. Das Vogelfutter schmeckt offenbar einfach viel zu lecker.
Von Licht und Krach lässt sich dieser putzige Räuber nicht abschrecken. Das Vogelfutter schmeckt offenbar einfach viel zu lecker.
Foto: Moog/Kring/privat

Martin Moog und Isolde Kring hörten am Abend seltsame Geräusche vor dem geschlossenen Rollladen des Küchenfensters ihres Hauses im Nassauer Kaltbachtal. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe stellte Isolde Kring vom Beobachtungsposten ein Stockwerk höher fest, dass sich ein Waschbär ungeniert über die Erdnüsse vor dem Küchenfenster hermachte. „Wir sind mit Kamera und Taschenlampe wieder nach unten gerannt, haben den Rollladen hochgezogen – und der Waschbär blieb sitzen, als ob nichts wäre, und hat lustig weitergefuttert“, erzählt die Nassauerin, „obwohl wir nur 30 Zentimeter entfernt standen und mittlerweile Festbeleuchtung angemacht hatten.“

Jetzt allerdings will das Paar sich überlegen, wie das Futter für die Vögel besser gegen den Räuber gesichert werden kann. Denn so possierlich er aussieht, beim Waschbär handelt es sich um ein Raubtier, das sich mittlerweile ungehindert auch im Rhein-Lahn-Kreis ausbreitet und heimische Tiere zu vertreiben droht.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Rüdiger Klotz, Kreisjagdmeister im Rhein-Lahn-Kreis, erklärt vor einigen Monaten unserer Zeitung, warum die Region hier bei Waschbären so beliebt ist: "Die Lahn mit all ihren Zuflüssen stellt ein hervorragendes Biotop für die Waschbären dar. Feuchte Gebiete mag der Waschbär." Dazu komme die abwechslungsreiche Landwirtschaft im Kreis und der Weinbau. All das passt wunderbar zur bevorzugten Speisekarte des Waschbären. "Er liebt Früchte, Trockenfrüchte oder vergorenes Obst und fühlt sich auf den Streuobstwiesen hier wohl", so Klotz.

Die Waschbären haben sich von den Trinkwasserreservoirs in Hessen aus verbreitet, die Population hat enorm expandiert. Die Waschbären sind sehr gesellige Tiere und meist in Rudeln unterwegs. Entsprechend schnell vermehren sie sich.

Klassischer Fehler: Futter für die Nachbarskatze ist gut gemeint, lockt aber auch ungebetene Gäste an. Der Waschbär ist ein Allesfresser und bedient sich gerne, wo er nur kann. Foto: Dagmar Schweickert
Klassischer Fehler: Futter für die Nachbarskatze ist gut gemeint, lockt aber auch ungebetene Gäste an. Der Waschbär ist ein Allesfresser und bedient sich gerne, wo er nur kann.
Foto: Dagmar Schweickert

Die Zahlen aus dem Rhein-Lahn-Kreis sind deutlich: In der Saison 2007/2008 wurden hier acht Waschbären gezählt, in der Saison 2013/14 bereits 26, 2014/2015 dann 67. Damit trat gut ein Viertel aller in Rheinland-Pfalz erlegten Waschbären im Rhein-Lahn-Kreis auf. Vor dem Jahr 2000, so vermutet Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz, hat es im Rhein-Lahn-Kreis wohl keinen einzigen Waschbären gegeben, mittlerweile habe sich der Kreis jedoch zu einem Hauptverbreitungsgebiet des kleinen Raubtieres entwickelt.

kr/das

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