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Wissen

Siegradweg als Puzzlespiel: Neuer Abschnitt bei Wissen

Elmar Hering

Wie ein Puzzle wächst der Siegradweg zusammen, langsam, Stück für Stück. Als jüngstes Teilstück ist ein kurzer Abschnitt westlich von Wissen fertiggestellt worden. Bei der inoffiziellen Freigabe wurde deutlich, dass auch für die restlichen noch offenen Strecken am ehesten Straßen begleitende Lösungen infrage kommen.

Sie freuen sich über die Fertigstellung einer weiteren Etappe des Siegradwegs (von links): Lutz Nink (Landesbetrieb Mobilität in Diez), Lars Kober (Kreisverwaltung), Landrat Michael Lieber, Bürgermeister Michael Wagener und Berno Neuhoff (Stadtbürgermeister und Kreisverwaltung).  Foto: Hering
Sie freuen sich über die Fertigstellung einer weiteren Etappe des Siegradwegs (von links): Lutz Nink (Landesbetrieb Mobilität in Diez), Lars Kober (Kreisverwaltung), Landrat Michael Lieber, Bürgermeister Michael Wagener und Berno Neuhoff (Stadtbürgermeister und Kreisverwaltung).
Foto: Hering

Auch der neue Abschnitt bei Wissen – zwischen Hufenhardt und Blähaustraße – ist nach diesem Modell gestrickt. Da der Radweg unmittelbar neben der B 62 verläuft, gilt er als „unselbstständiger Weg“ und wird daher in vollem Umfang vom Bund finanziert. Anders ausgedrückt: Die Kassen des Bundes sind momentan gut gefüllt, es stehen Mittel für Straßen- und Radwegebau zur Verfügung.

Lutz Nink, Leiter des Landesbetriebs Mobilität in Diez (LBM), bezifferte die Kosten auf rund 250.000 Euro. Dafür wurde zunächst auf einer Länge von 250 Metern eine Böschung versetzt, um den Radweg dort völlig neu anlegen zu können. Hinzu kommen rund 70 Meter gepflasterter Radweg bis zur Rampe, die hinauf zur Blähaustraße führt. Dazwischen liegt die Siegbrücke im Zuge der Bahnparallele. Dort ist die Schutzplanke zur Fahrbahn hin bereits erneuert, sprich versetzt und erhöht, worden; die Erhöhung des Geländers folgt noch. Auf der Brücke hat der Radweg damit eine Breite von rund 1,80 Metern.

Deshalb sprach Nink von einen „Provisorium“, und auch die weitere Streckenführung des Siegradwegs in Richtung Regiobahnhof Wissen (Wanderbahnhof) bleibe vorerst ein Provisorium. Langfristig ist geplant, den Siegradweg noch ein Stück weiter entlang der B 62 zu führen, etwa bis zum Feuerwehrhaus. Von dort können Radler durch die Weststraße in die Innenstadt und zum Bahnhof gelangen.

Für Markierungsarbeiten sind im aktuellen städtischen Haushalt 50.000 Euro vorgesehen. Hier verwies Stadtbürgermeister Berno Neuhoff (Referat Regionalentwicklung bei der Kreisverwaltung) auf das Zusammentreffen von Siegradweg und Nisterradweg. Bürgermeister Michael Wagener erinnerte daran, dass es bereits 1989 beim Bau der Bahnparallele, die einen großen Geländeeinschnitt bedeutete, Fragen nach einem möglichen Radweg gab. Er begrüßte ausdrücklich die Vorgehensweise des LBM, dort, wo sich an der Bundesstraße die Chance zum Bau einer Radwegetappe biete, diese ohne langes Zögern zu nutzen.

Berno Neuhoff und sein Kollege Lars Kober unterstrichen, wie aufwendig und teuer jegliche Trassenplanung abseits der Straße ist. Da für den Siegverlauf (FFH-Gebiet) unter anderem gewichtige Naturschutzrichtlinien gelten, seien zum Beispiel bei Etzbach ein Jahr lang genaueste Arten- und Vegetationsbeobachtungen erforderlich gewesen. Zudem müsse bedacht werden, dass bei solchen „Wunschtrassen“, zum Beispiel der Siegpromenade in Wissen, ferner in Hövels, Wallmenroth oder Kirchen, ein Teil der Kosten bei den jeweiligen Ortsgemeinden hängen bleibe.

Landrat Michael Lieber wertete das neue Teilstück als „Symbol für die Hoffnung, die Durchgängigkeit des kompletten Siegradweges“ hinzukriegen. Angesichts der gesetzlichen Vorgaben sieht er die straßennahe Streckenführung als einzige zeitnahe Perspektive: „Wir müssen uns auf das Machbare konzentrieren.“

Der Gesamtplan sieht vor, dass der Siegradweg bis 2024 komplett fertiggestellt sein soll. Dann erst wird er, so die Sicht vieler Radler, seinem Rang als Teil der Mittellandroute (D4) zwischen Aachen und Zittau gerecht. Lücken gibt es nicht nur im Kreis Altenkirchen. Dass aber auch an der Sieg nicht alles nach Plan läuft, erläuterte LBM-Leiter Nink am Beispiel des Abschnittes zwischen Niedergüdeln und Dasberg. Dort ist mit einer Verzögerung mindestens bis Ende 2019 zu rechnen, da der erste Anlauf des Baurechtsverfahrens gescheitert sei. Nunmehr müsse ein Planfeststellungsverfahren angewendet werden.

So lange der Siegradweg im AK-Land nicht mindestens unter Einbindung diverser Bahnhöfe vernünftig zu befahren ist, halten sich Landkreis und Touristiker mit dem Marketing (Werbung, Beschilderung) zurück. Trotzdem sind dort nicht wenige Radreisende unterwegs. Deren „Unmut“ deutet Berno Neuhoff als Ansporn.

Von unserem Redakteur Elmar Hering

Altenkirchen Betzdorf
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