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Kreis Altenkirchen

Schäfer: Einen hundertprozentigen Schutz vor dem Wolf gibt es nicht

Während die Nachricht von der ersten offiziellen Sichtung eines Wolfes auf dem Stegskopf von Naturschützern allgemein positiv aufgenommen wird (siehe Seite 11), sorgt die Rückkehr von „Meister Isegrim“ beim Schäfer, der die Sommerweide auf dem früheren Truppenübungsplatz gepachtet hat, für Unbehagen.

Foto: picture alliance

„Klar ist das für uns ein Grund zur Besorgnis“, sagt Erwin Schwarz, Wanderschäfer in vierter Generation aus Schönborn (Rhein-Lahn-Kreis). Schon sein Vater führte die Schafe des Familienbetriebs zum Stegskopf auf die Sommerweide. „Dieses Jahr sind wir zum 60. Mal da oben“, erzählt Schwarz. 1000 bis 1500 Tiere zählt seine Herde – verständlich, dass dem Schäfer die Nachricht eines umherstreifenden Wolfes Kopfzerbrechen bereitet.

Dass sich auf dem Stegskopf ein Wolf blicken lässt, sei nur eine Frage der Zeit gewesen, sagt Schwarz. Er sieht die Ansiedlung von Wölfen in Deutschland allgemein kritisch, fordert „dass sich auf Regierungsseite Gedanken gemacht werden“. Dennoch will er jetzt nicht in Panik verfallen: „Wenn es sich nur um einen Wolf handelt, der eventuell sogar auf dem Durchmarsch ist, und er die Pfoten von meinen Schafen lässt, ist er mir egal – dann können wir allerbeste Freunde sein.“ Ohnehin könne er selbst ja nichts tun, außer seine Tiere bestmöglich zu schützen, sagt Schwarz. Diesbezüglich ist er in einem regen Austausch mit anderen Schäfern, die bereits Erfahrungen mit Wölfen gemacht haben. Ihm ist aber bewusst: „Einen hundertprozentigen Schutz vorm Wolf gibt es nicht.“

Weitaus entspannter hat Rolf Hinck, Vorsitzender des Hegerings Daaden-Herdorf, die Ankunft von „Meister Isegrim“ auf dem Stegskopf aufgenommen. Ernsthaften Grund zur Besorgnis sieht er nicht, weiß aber auch, dass ein Wolf in der Nähe durchaus Konfliktpotenzial bergen kann, gerade wenn wirtschaftliche Interessen von Nutztierhaltern betroffen sind. Zunächst einmal bleibe jedoch abzuwarten, wie sich die Sache um den Stegskopf-Wolf entwickelt: „Ist er nur auf der Durchreise? Oder wird er dort oben sesshaft?“

Letzteres kann sich der Jäger eigentlich nicht vorstellen: „Der Wolf ist ein Tier mit einem ungewöhnlich großen Lebensraum. Für ihn sind die 2000 Hektar auf dem Stegskopf mit der rundum dicht besiedelten Landschaft doch viel zu klein.“ Hinck vermutet daher, dass es sich um einen einzelnen jungen Wolf handeln könnte, der unterwegs ist, um ein eigenes Rudel zu gründen. „Ob es bald Schäden an Nutz- und Wildtieren gibt, wird sich zeigen“, sagt Hinck. Fest stehe aber, dass der Wolf als streng geschütztes Tier nicht bejagt werden darf.

Daniel Weber

Altenkirchen Betzdorf
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