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Kreis Altenkirchen

Mehr Respekt und Kompromisse: So klappt Weihnachten ohne Stress und Streit

Für viele Menschen ist die Advents- und Weihnachtszeit von Stress, Hetze und auch Konflikten in der Familie geprägt. Das muss nicht sein, wie das Diakonische Werk Altenkirchen feststellt.

Für viele Menschen ist die Advents- und Weihnachtszeit von Stress, Hetze und auch Konflikten in der Familie geprägt. Das muss nicht sein, wie das Diakonische Werk Altenkirchen feststellt. Oft ist es gar nicht mit großem Aufwand verbunden, um sehr viel entspannter das Weihnachtsfest zu begehen.
Für viele Menschen ist die Advents- und Weihnachtszeit von Stress, Hetze und auch Konflikten in der Familie geprägt. Das muss nicht sein, wie das Diakonische Werk Altenkirchen feststellt. Oft ist es gar nicht mit großem Aufwand verbunden, um sehr viel entspannter das Weihnachtsfest zu begehen.
Foto: picture alliance / dpa

Von unserer Reporterin Beate Christ

Die Advents- und Weihnachtszeit steckt voller Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen. Das Bedürfnis nach Harmonie und einem perfekten Fest ist groß, und so lastet oft in einer Zeit, die eigentlich besinnlich sein sollte, ein unausgesprochener Druck auf Paaren und Familien.

Und der wird nicht zuletzt durch die fast überall gegenwärtige Werbung verstärkt, der Konsum rückt in den Vordergrund und verdrängt mehr und mehr den eigentlichen Grund, warum wir Weihnachten feiern. Für diejenigen, die am Rande des Existenzminimums leben, ein großes Problem. „Eltern geraten schnell unter Druck, die Wünsche ihrer Kinder zu erfüllen“, sagt Dr. Alyson Noonan.

Die Verhaltenstherapeutin ist Leiterin der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Diakonischen Werk Altenkirchen. Das ganze Jahr über sind sie und ihr Team für Menschen da, die Probleme haben und Rat suchen. In der Weihnachtszeit steigt die Zahl jener, die nach Unterstützung fragen, noch einmal an. „Finanzielle Probleme machen den meisten Familien zu schaffen, viele Menschen haben noch nicht einmal das Geld, um Lebensmittel für das Fest zu kaufen“, weiß Noonan. Dazu kommen unterschiedliche Wertvorstellungen, die es vor allen Dingen Paaren und jungen Familien schwer machen, das Fest entspannt zu feiern, weil sie versuchen, ihren Verwandten gerecht zu werden. Gerade junge Paare würden sich verpflichtet fühlen, Eltern, Großeltern und andere Familienmitglieder zum Fest zu besuchen oder einzuladen. Bei der Frage „Wie teilen wir uns auf, um es allen recht zu machen?“ bliebe allerdings das Paar selbst auf der Strecke, Konflikte seien vorprogrammiert. „In solch einer Situation könnte das Paar einfach einmal für ein Jahr aus den Festplanungen aussteigen und sich und seine eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen“, nennt Noonan eine mögliche Lösung.

Und auch für Familien, die am Heiligen Abend zusammenkommen, hat die Expertin einen Tipp, damit es keinen Zoff unterm Weihnachtsbaum gibt. Denn natürlich gebe es unterschiedliche Ansichten, wie Weihnachten auszusehen habe. „Wichtig ist es, die Meinungen und die Traditionen der anderen gelassen zu respektieren, es ist doch oft nur für den einen Tag im Jahr“, sagt Noonan.

Ein Beispiel: Will die Mutter auf die traditionelle Weihnachtsgans nicht verzichten, die Tochter aber lieber etwas Vegetarisches auftischen, so könnten leicht Kompromisse geschlossen werden. „Jeder bringt einfach selbst etwas zum Festessen mit. Denn ändern wird man die Menschen um sich herum nicht. Auch nicht an Weihnachten“. Noonan will Mut machen, das auszusprechen und mitzuteilen, was einem wirklich am Herzen liegt. „Das Wichtigste ist doch die Menschlichkeit und Zeit mit Personen, die wir lieben, zu verbringen“, sagt Noonan. Dann könne man auch die obligatorischen Socken, die als Geschenk unter dem Baum liegen, mit Humor nehmen.

Damit die Festvorbereitungen nicht in Stress ausarten, rät die Therapeutin, die Arbeit auf alle Familienmitglieder aufzuteilen. Denn meist seien es die Mütter, die komplett an diesen Tagen überfordert sind und alles alleine machen. „Die Festvorbereitung sollte Teamwork sein, sonst geht die Besinnlichkeit ganz schnell flöten. Und wer sagt eigentlich, dass alles perfekt sein muss?“. Mit Blick auf die Geschenke sagt Noonan: „Auch hier sind Absprachen unendlich wertvoll. Man kann einfach Opa, Oma, Tante und Onkel beteiligen, um ein vernünftiges Geschenk zu machen. Dann muss sich keiner finanziell verausgaben. Außerdem kommt es ja nicht auf die Menge an“. Noch besser als alle materiellen Geschenke sei aber etwas anderes: „Mein Wunsch wäre, dass Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, denn das ist es, was wirklich wertvoll ist. Sie werden sich später gerne an das gemeinsame Backen oder die Schneeballschlacht erinnern und dies mit Weihnachten in Verbindung bringen“.

Altenkirchen Betzdorf
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