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    Malbergerin kümmert sich um misshandelte Hunde

    In sich versunken liegt Dana auf ihrer Hundedecke am Kamin im Wohnzimmer von Anne Ehlert. „Endlich habe ich meine Ruhe“, scheint Danas Blick zu sagen. Bevor die sechsjährige Labrador-Hündin zu ihrer Pflegefamilie nach Malberg kam, hat sie Schreckliches erlebt. In einer Vermehrerstation irgendwo in Deutschland war ihr einziger Lebenszweck, möglichst viele Welpen zu gebären, die dann nach wenigen Wochen von geldgierigen Händlern zum kleinen Preis verkauft wurden. Dana wurde als Gebärmaschine benutzt. Legebatterien, wie man sie aus der Hühnerzucht kennt, gibt es quer durch die Republik – selbst in Nachbarregionen des AK-Landes – auch für Hunde. Deren Schicksal hat Anne Ehlert so bewegt, dass sich die Tierfreundin dem Verein „Ausrangiert und Abgeschoben“ (AuA) angeschlossen hat. Mit Dana hat die Malbergerin erstmals einen ausrangierten, sogenannten Vermehrerhund bei sich aufgenommen.

    Zum ersten Mal in ihrem Leben darf die helle Labrador-Hündin Dana bei ihrer "Pflegemutter" Anne Ehlert (rechts) in Malberg unter freiem Himmel über weiche Wiesen laufen. An Danas Gesäuge sieht man ein pflaumengroßes Geschwür, das vermutlich eine Folge des ständigen Gebährens ist. Es wird wohl noch eine ganze Zeit dauern, bis Dana ihre Pflegefamilie verlassen kann. Cornelia Strunks Pflegehündin Pauline hingegen hat ihrer schlimmen Vergangenheit bereits ade gesagt und freut sich auf ein neues Leben.
    Zum ersten Mal in ihrem Leben darf die helle Labrador-Hündin Dana bei ihrer "Pflegemutter" Anne Ehlert (rechts) in Malberg unter freiem Himmel über weiche Wiesen laufen. An Danas Gesäuge sieht man ein pflaumengroßes Geschwür, das vermutlich eine Folge des ständigen Gebährens ist. Es wird wohl noch eine ganze Zeit dauern, bis Dana ihre Pflegefamilie verlassen kann. Cornelia Strunks Pflegehündin Pauline hingegen hat ihrer schlimmen Vergangenheit bereits ade gesagt und freut sich auf ein neues Leben.
    Foto: Nadja Hoffmann-Heidrich

    Malberg - In sich versunken liegt Dana auf ihrer Hundedecke am Kamin im Wohnzimmer von Anne Ehlert. „Endlich habe ich meine Ruhe“, scheint Danas Blick zu sagen. Bevor die sechsjährige Labrador-Hündin zu ihrer Pflegefamilie nach Malberg kam, hat sie Schreckliches erlebt. In einer Vermehrerstation irgendwo in Deutschland war ihr einziger Lebenszweck, möglichst viele Welpen zu gebären, die dann nach wenigen Wochen von geldgierigen Händlern zum kleinen Preis verkauft wurden. Dana wurde als Gebärmaschine benutzt. Legebatterien, wie man sie aus der Hühnerzucht kennt, gibt es quer durch die Republik – selbst in Nachbarregionen des AK-Landes – auch für Hunde. Deren Schicksal hat Anne Ehlert so bewegt, dass sich die Tierfreundin dem Verein „Ausrangiert und Abgeschoben“ (AuA) angeschlossen hat. Mit Dana hat die Malbergerin erstmals einen ausrangierten, sogenannten Vermehrerhund bei sich aufgenommen.

    Der großzügige Garten von Familie Ehlert und die angrenzenden Wiesen und Felder sind für Dana eine völlig neue Welt. Bislang kannte sie nur einen dunklen, engen Verschlag, aus dem sie lediglich zum Deckakt herauskam. Für den wurde sie, mit einem Sack über dem Kopf, regelmäßig in eine Box verfrachtet. Rüde zu ihr rein und wieder raus und zurück in den Verschlag. „Das ist die reinste Vergewaltigung. Mit hormonellen Behandlungen werden Vermehrerhunde wie Dana schnell wieder läufig gemacht“, berichtet Anne Ehlert, die im Kreis Altenkirchen bislang das einzige Mitglied von AuA ist.

    Die Welpen aus Vermehrerstationen, meist von Modehunden wie Labrador oder Retriever, wechseln für rund 250 Euro den Besitzer. „Für Tiere aus ordentlichen Zuchten muss man hingegen 1200 bis 1800 Euro bezahlen“, weiß Cornelia Strunk aus Bad Marienberg, die ebenfalls Mitglied bei AuA ist und die mit der achtjährigen Pauline derzeit ihren 22. Pflegehund betreut. 

    Sind Vermehrerhunde nicht mehr produktiv genug, etwa weil sie zunehmend tote Welpen zur Welt bringen oder weil sie an Gebärmutterentzündungen leiden, droht ihnen in den Stationen im schlimmsten Fall ein grausamer Tod – durch die Spritze, durch Erschlagen oder durch Verbrennen. Haben sie Glück, landen sie durch Kontakte, die AuA inzwischen aufgebaut hat, in einer Pflegefamilie. Diese bringen in der Regel alle Hunde-Vorerfahrung mit. „Jede neue Familie und deren Umfeld werden genau geprüft. Wir begutachten, ob die Pfleger in der Lage sind, mit den teils verstörten und verängstigten, teils kranken Tieren umgehen zu können“, erklärt Cornelia Strunk. Empfehlenswert ist, wenn zusätzlich ein souveräner Zweithund im Haushalt vorhanden ist.

    Das Problem Vermehrerstationen ist aus Sicht von Anne Ehlert und Cornelia Strunk nur zu beheben, wenn beim Hundekauf nicht mehr das Prinzip „Geiz ist geil“ gelte. „Wenn man für 250 Euro einen süßen Welpen kauft, fördert man unwillkürlich das Leid der Mutter. Daher sollte man bei einem sehr niedrigen Preis als Kunde stutzig werden“, sagen die beiden Frauen. Das Geld, das man beim Kauf spare, könne später unter Umständen beim Tierarzt anfallen. „Den Welpen fehlt jegliche Prägung und Sozialisation. Auch körperliche Schäden treten bei diesen Tieren häufig auf.“ Was Ehlert und Strunk besonders aufregt, ist die Tatsache, dass Vermehrerstationen sogar mehr oder weniger legal sind. „Das Tierschutzgesetz ist in diesem Bereich viel zu lasch. Vieles ist hier Auslegungssache des jeweiligen Kreisveterinärs.“

    Mehr zu der Malberger Tierschützerin in der Wochenendausgabe der Rhein-Zeitung für den Kreis Altenkirchen.

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