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    Limburg

    Franz-Peter Tebartz-van Elst: ein gescheiterter Brückenbauer

    Zahlreiche Affären haben Franz-Peter Tebartz-van Elst isoliert.

    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht wegen der Kostenexplosion in der Kritik. Rufe nach seinem Rücktritt werden immer lauter.
    Foto: dpa

    Von Carolin Eckenfels

    Limburg. Bei seiner Berufung zum Bischof von Limburg sprach Franz-Peter Tebartz-van Elst vor knapp sechs Jahren von einer großen Herausforderung. Er kündigte einen "Brückenbau zwischen Bewährtem und Neuem, zwischen Umbruch und Aufbruch" an. Doch der versprochene Brückenbau ist ihm gründlich misslungen. Die Affäre um seinen Erste-Klasse-Flug zu den Armen in Indien, der Vorwurf des autoritären Führungsstils und die Kostenexplosion seines neuen Amtssitzes auf dem Limburger Domberg haben den Oberhirten isoliert - auch in seiner eigenen Kirche.

    Das Amt in Limburg wäre wohl für jeden Neuen zunächst eine Herausforderung gewesen. Denn es ging um die Nachfolge des beliebten Franz Kamphaus, der das auf Rheinland-Pfalz und Hessen verteilte Bistum mit seinen 650 000 Katholiken fast 25 Jahre lang geprägt hatte. Er lebte bescheiden und agierte gern auch mal unkonventionell, überließ etwa Asylbewerbern seine Wohnung. Tebartz-van Elst dagegen ist ein konservativer Kirchenvertreter und standesbewusst.

    Bei seiner Amtseinführung im Januar 2008 wird der jüngste Diözesanbischof Deutschlands - damals erst 48 - auch als Hoffnungsträger für die alternde Kirche gefeiert. Doch schon bald melden sich erste Kritiker zu Wort.

    Der heute 53-Jährige stammt aus Kevelaer am Niederrhein, wo er 1959 als zweites von fünf Kindern einer Bauernfamilie geboren wird. In Münster und Freiburg studiert Tebartz-van Elst Philosophie und Theologie. 1985 bekommt er die Priesterweihe. Seine Doktorarbeit schreibt er über das Thema Erwachsenentaufe, die Habilitation über die Gemeinde in der mobilen Gesellschaft. Er lehrt an der Uni Münster als Privatdozent und als Professor für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft an der Uni Passau. 2003 wird Tebartz-van Elst in Münster zum Weihbischof ernannt. Von dort aus geht es nach Limburg.

    Wegbegleiter und sogar Gegner loben den Oberhirten als freundlichen Zeitgenossen und guten Zuhörer. Zu gesellschaftlichen Themen meldet er sich immer wieder zu Wort: Nach dem Amoklauf an einer Schule in Emsdetten 2006 spricht er Trost, während der Wirtschaftskrise kritisiert er Gewinnstreben. Immer wieder fordert Tebartz-van Elst, seit 2011 Deutschlands Familienbischof, mehr Unterstützung für Familien. "Ich bin der festen Überzeugung, dass Ehe und Familie als Lebensmodelle nicht auf den geistigen Schrottplatz der geschichtlichen Ideologien gehören, sondern ihnen mehr Würdigung zukommen sollte." Doch dann sind da eben auch die jüngsten Negativschlagzeilen.

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