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    Twittern im All: ESA-Astronauten verraten mehr beim ersten SpaceTweetup

    Es dürfte eine Sternstunde für die Teilnehmer sein: Für 60 Twitterer öffnen sich alle möglichen Türen - weil sie beim ersten SpaceTweetup in Europa dabei sein werden. Europäische Weltraumagentur ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) machen die Twitterer zu VIP-Besuchern - damit die eifrig davon in den Netzwerken berichten.

    Bei der Nasa gibt es das schon länger: Twitterer erhalten als VIP-Gäste besondere Einblicke. Erstmals veranstalten ESA und DLR nun in Europa ein SpaceTweetup.
    Bei der Nasa gibt es das schon länger: Twitterer erhalten als VIP-Gäste besondere Einblicke. Erstmals veranstalten ESA und DLR nun in Europa ein SpaceTweetup.
    Foto: Nasa

    Köln - Es dürfte eine Sternstunde für die Teilnehmer sein: Für 60 Twitterer öffnen sich alle möglichen Türen - weil sie beim ersten SpaceTweetup in Europa dabei sein werden. Europäische Weltraumagentur ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) empfangen Twitterer als VIP-Besucher  - damit sie ihre Eindrücke eifrig verbreiten.

    Wie twittert man aus dem All? @Astro_Paolo wird beim SpaceTweetup nicht nur diese Frage beantworten.
    Wie twittert man aus dem All? @Astro_Paolo wird beim SpaceTweetup nicht nur diese Frage beantworten.
    Foto: ESA

    Lars Wienand, Social Media-Redakteur unserer Zeitung, ist am Sonntag beim Tag der Luft- und Raumfahrt unter den twitternden Teilnehmern und hat sich im Vorfeld mit Andreas Schepers unterhalten, der Communication Officer am Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC der ESA in Darmstadt ist, sich um Medienarbeit und Social Media kümmert und für die ESA als @ESA twittert. Schepers wollte aber nicht verraten, wie man aus dem All twittert - das sollen die Astronauten selbst tun.

    Vorfreude: Erstmals gibt es in Europa ein Twittertreffen für Weltraumfans - und da präsentiert der Sohn eines der 60 Teilnehmern auch ein selbstgestaltetes Banner, zu sehen in Papas <a href="http://mf72.eu/hey-spacetweetup-tweeps-and-isshouse-visitors" target="_blank">Blog</a>.
    Vorfreude: Erstmals gibt es in Europa ein Twittertreffen für Weltraumfans - und da präsentiert der Sohn eines der 60 Teilnehmern auch ein selbstgestaltetes Banner, zu sehen in Papas Blog.
    Foto: Marco Frissen

    418 Bewerber aus 29 Ländern hatten sich für das SpaceTweetup beworben – klingt schon im Vorfeld nach einem Erfolg. Können ESA und DLR also allen Forschungseinrichtungen empfehlen, oder?

    Wenn man Themen hat, die auf eine große allgemeine Begeisterung stoßen oder in einer bestimmten Szene, dann kann ich mir das gut vorstellen. Ich muss aber gestehen, dass ich kein Tweetup in anderen wissenschaftlichen Bereichen kenne. Rund um die Raumfahrt gibt es eine große Szene von Fans. Das sind nicht einfach nur Leute, die blind einfach Astronauten toll finden, sondern die interessieren sich schon sehr sehr stark für bestimmte Bereiche. Was uns wirklich überrascht hat, ist die unglaubliche Motivation der Leute. Da kommen Menschen aus den USA her, aber auch aus ganz Europa, aus Spanien und Griechenland, die fliegen nur dafür ein. Die Motivation ist, das Programm zu erleben, auf Tuchfühlung mit Astronauten zu gehen - und eben auch einen Tag mit Gleichgesinnten zu verbringen.

    Gleichgesinnte? Ich verbinde ein Schwarzes Loch vor allem mit der Waschmaschine, die Socken frisst ..!

    Das Teilnehmerfeld ist extrem breit gefächert. Wir haben Fach- und Wissenschaftsjournalisten wie @fischblog, aber wir haben auch mehr in der Social Media-Szene beheimatete bekannte Twitterer, die durchaus Faszination für Raumfahrt haben. Ich denke da etwa an @Videopunk, natürlich auch ein Medienmensch, aber hat sich bisher nicht hevorgetan mit großem wissenschaftlichem Output zur Raumfahrt. Umso mehr freut uns das, dass er kommt. Oder jemand wie @hirnrinde, der im Ruhrgebiet eine echte Social Media-Hausnummer ist.

    Wie kam denn die Auswahl zustande?

    Wir haben eine offene Anmeldung gehabt und bei ESA und DLR gemeinsam überlegt, wer dabei ist. Klar war, einen bestimmten Anteil für Deutsche zu reservieren und den Rest freizugeben für internationale Teilnehmer. Die verschiedenen Twitterer der ESA und der DLR…

    Wie viele sind das denn?

    Etwa zehn Leute. Und die haben sich die Listen angeschaut. Es war kein Losverfahren. Es gibt eine Menge Leute, mit denen man häufiger in Kommunikation ist über Twitter – und wenn die sagten, sie möchten kommen, dann lädt man die ein.

    Freut mich. Es ging also darum, sowohl Spacenerds dabei zu haben wie auch Teilnehmer, die nicht das Spezialinteresse haben aber in Social Media gut vertreten sind? Gibt das nicht Ärger bei hartgesottenen Fans?

    Es sind wirkliche Hardcore-Raumfahrt-Fans dabei - in der Astronomie gibt es Hardcore-Fans – wie auch Leute, die mehr in der Social Media-Szene zuhause sind, sich aber für Raumfahrt interessieren. Das wird kein Problem sein, das glaube ich nicht. Diese 60 Leute sind eine heterogene Gruppe, das ist uns bewusst. Es wird spannend sein zu sehen, für welche Themen sich die einzelnen Leute begeistern.

    Es wird auch ein Treffen geben mit @Astro_Paolo, dem twitternden Astronauten Paolo Nespoli, der im Mai nach sechs Monaten im All wieder gelandet ist. Twittern die Astronauten eigentlich freiwillig oder ist es Pflicht als Teil der Social Media-Strategie?

    Wir sehen einen Trend. Das hat angefangen vor ungefähr zwei Jahren. Der erste ESA-Astronaut, der getwittert hat, war damals der Schwede Christer Fuglesang ...

    ... das war, bevor es möglich war, direkt aus dem All zu twittern und Tweets aus dem All durch die faszinierenden Fotos von @Astro_Soichi richtig für Furore sorgten.

    Paolo Nespoli hatte sich das bereits bei Christer Fuglesang angeschaut und fand das offensichtlich richtig spannend. Und seitdem auch der wirklich sehr erfolgreich getwittert hat in der Kombination mit Flickr-Fotos  und so ein riesiges Publikum erreicht hat, sehen auch andere Astronauten, dass das eine sehr sehr spannende Geschichte ist.

    ... und Pflicht?

    Es ist keine Pflicht, natürlich nicht. Aber auch Andre Kuipers, das ist der nächste Astronaut, der im Dezember starten wird für sechs Monate, hat jetzt auch angefangen zu twittern. Und wenn man das verfolgt, was er twittert, dann sieht man, dass er mehr und mehr Freude daran hat.

    Ich habe ihn mal per Twitter gefragt. Die Antwort: Da waren verschiedene Versuche und Anfragen fällig, ehe er schließlich von einem Sprecher und einem Weltraumjournalisten überzeugt wurden. Dann kamen Unterstützung und Schulung durch die ESA.

    Das Twittern der Astronauten passt natürlich sehr gut in unsere Social Media-Strategie, weil sie so die Faszination Raumfahrt authentisch vermitteln.

    Und wie twittert man denn aus dem All? Per Smartphone? Und geht da der Upload eines Fotos schnell?

    Das wird Paolo in Köln erzählen. Ich bin sicher, jemand wir es dann twittern oder bloggen ;)

    Okay, beim SpaceTweetup sollte Twittern in jedem Fall unproblematisch sein, wenn die Akkus halten. Aber ...

    ... wir haben für jeden der 60 Teilnehmer eine Steckdose ...

    ... wie viele Tweets sollen es denn sein, damit das Tweetup ein Erfolg ist – oder woran wird es bemessen?

    Ich glaube, es ist erst einmal ein großer Erfolg, dass die Freude bei den Teilnehmern so groß und im Vorfeld schon spürbar ist. Wir freuen uns über alle Teilnehmer, die kommen, die zum Teil weite Wege auf sich nehmen. Wir haben nicht den Anspruch, Trending Topic zu werden, sondern wir wollen, den Twitterern, die dann kommen, Gelegenheit geben, ein bisschen hinter die Kulissen zu gucken. Wir hoffen uns natürlich eine größere Wahrnehmung, weil diese ganzen Twitterer Multiplikatoren sind – das ist so ein bisschen die Idee gewesen dahinter. Aber wir haben keine Ziele wie „wir müssen 20.000 Tweets generieren“.

    Und was wird den Twitterern geboten, was sie als normale Besucher im Programm zum  Tag der Luft und Raumfahrt  so nicht erleben würden?

    Wir werden etliche Astronauten aufbieten im eigenen Zelt für das Tweetup, die auch Zeit haben werden für 1:1-Kontakte mit den Twitterern, für Autogramme oder auch kurze Interviews. Und die Twitterer werden in Bereiche des Astronautenzentrums der ESA geführt, die für andere Besucher verschlossen sind. Und wir werden dann dort auch wieder echte Astronauten treffen, die uns erzählen, wie sie trainieren. Und beim DLR werden wir uns das Institut für Raumfahrtmedizin anschauen, unter anderem mit der Humanzentrifuge, die lassen wir uns erklären.

    Nur erklären oder geht es auch für die Twitterer rund?

    Eher nicht. Das wäre keine so gute Idee für den untrainierten Menschen.

     

    ESA und DLR bieten über das Netz vielfältige Möglichkeiten, dem SpaceTweetup und dem Tag der Luft- und Raumfahrt zu folgen: eine Übersicht. Dort gibt es auch eine Liste der twitternden Astronauten der ESA.

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