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Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen

Susan Margaret Collins (63) blieb keine andere Wahl. Die Republikanerin aus dem Neuenglandstaat Maine erklärte als erste konservative Frau im US-Senat, dass sie den Spitzenkandidaten ihrer Partei bei den Präsidentschaftswahlen nicht unterstützen kann. "Trump fehlen das Temperament, die Selbstdisziplin und das Urteilsvermögen, das für die Präsidentschaft gebraucht wird", schreibt die Senatorin in der "Washington Post".

Foto: picture alliance

Das Zusammentreffen von Collins Absage an Donald Trump mit dem Brandbrief der 50 republikanischen Sicherheitsexperten, die wie Collins vor den "gefährlichen Qualitäten" eines Charakters warnen, "dem die Kontrolle von Nuklearwaffen nicht anvertraut werden kann", ist rein zufällig. In der Kombination bedeutet die massive Kritik aber einen schweren Rückschlag für den angeschlagenen Rechtspopulisten, der mit einer Grundsatzrede zur Wirtschaft versucht hatte, die Negativschlagzeilen hinter sich zu lassen.

Stattdessen muss er sich nun mit der vernichtenden Kritik der "Grand Dame" des US-Senats auseinandersetzen. Ignorieren kann er die einflussreiche Konservative gewiss nicht, da sie die republikanische Senatorin mit den höchsten Zustimmungswerten (78 Prozent) überhaupt ist. Im Kongress ist nur Bernie Sanders beliebter als die in Caribou (US-Bundesstaat Maine) als eines von sechs Kindern zur Welt gekommene Collins.

Die katholische Gesetzgeberin sitzt seit 1997 im Senat, führte dort das Heimatschutzkomitee und gilt als enge Verbündete John McCains. Sie gehört zu der aussterbenden Gattung an liberalen Republikanern aus Neuengland, die sich durch moderate Ansichten in gesellschaftspolitischen Fragen, Realpolitik in den internationalen Beziehungen und Wirtschaftsliberalismus auszeichnen.

Mit ihrem Korb für den Nationalchauvinisten verkompliziert sie dessen Pfad zu einer Mehrheit im Wahlmännerkollegium erheblich. Trump hatte gehofft, Maine mit ins Spiel zu bringen. Der dortige Gouverneur gilt als treuer Gefolgsmann des Rechtspopulisten, genießt aber bei Weitem nicht das Ansehen Collins.

Collins nennt in ihrem Beitrag für die "Washington Post" drei Vorfälle, die sie davon überzeugt haben sollen, dass es Trump an Charakter und Lernfähigkeit fehlt: Dessen Ausfälle gegen einen behinderten Reporter der New York Times, die Angriffe auf einen Bundesrichter, dessen Familie aus Mexiko in die USA kam, und die Attacken auf die trauernden Eltern eines muslimischen Kriegshelden.

"Im Laufe der Zeit hat mich sein konstanter Strom an grausamen Kommentaren und seiner Unfähigkeit, Fehler einzugestehen oder sich zu entschuldigen, immer mehr erschrocken", schreibt Collins. Politische Korrektheit zurückzuweisen, sei kein Freibrief, "komplett jeden Anstand fehlen zu lassen". Besonders beunruhigt ist sie darüber, dass Trump dabei Personen anging, die "sich nicht in gleicher Weise wehren konnten".

Neben Collins haben im Senat Ben Sasse aus Nebraska, Lindsey Graham aus South Carolina und Mark Kirk aus Illinois erklärt, nicht für Trump zu stimmen.

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