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    Saubere Sache: Putzfee Roxanna Pelka

    Roxanna Pelka putzt für ihr Leben gern – und hat ihre 
Leidenschaft zum Beruf gemacht. Im Interview verrät sie, wie das Zuhause blitzeblank wird – und was gar nicht geht.

    Von unserer Reporterin Marta Fröhlich

    Frau Pelka, Sie sind ein echter Reinigungsprofi. Ich hoffe, ich kann noch was von Ihnen lernen.

    Da schauen wir mal, ne?

    Heute schon geputzt?

    Nee, geputzt habe ich heute noch nicht. Aber ich habe schon fleißig telefoniert. Ich bin ja bei Helpling im Büro tätig. Da koordinieren wir unsere Reinigungskräfte übers Telefon.

    Wenn ich mich bei Ihnen als Putzkraft bewerben will, was muss ich können?

    Sie müssen Expertise in Sachen Reinigung haben und ein allgemeines Grundverständnis zur Sauberkeit. Sie müssen auch Dokumente wie ein polizeiliches Führungszeugnis besorgen. Aber auf jeden Fall müssen Sie die Reinigungsfragen beantworten. Und leidenschaftlich gern putzen.

    Was ist die schwierigste Frage, die ich bei Ihnen beantworten müsste?

    Wie verhalten Sie sich, wenn Sie einen Sanitärreiniger haben und Marmorfliesen vorhanden sind?

    Oha, was muss ich tun? Ich hab keine Ahnung.

    Am besten gar nichts, wäre die richtige Antwort, weil große Schäden entstehen würden, wenn Sie Sanitärreiniger auf Marmor oder auf dunkle Fliesen auftragen würden.

    Ist Ihnen das selbst schon mal passiert?

    Ja, den Fehler habe ich auch schon gemacht. Da ist was auf den Boden getropft. Das führt dann schnell zu Verätzungen. Das gab Ärger.

    Haben Sie sonst schon mal was kaputt geputzt?

    Ja, natürlich. In der Ausbildung auf jeden Fall. Da geht man alle schlimmsten Fälle durch, um auch zu sehen, was passiert, wenn man die falschen Reinigungsmittel oder die falschen Utensilien verwendet. Zum Beispiel der Klassiker, ein Edelstahlschwamm. Der ist eigentlich nicht sehr effektiv, eher was für Großküchen.

    Ach, ich habe einen zu Hause. Der ist gar nicht notwendig?

    Eigentlich nicht. Für was benutzen Sie den?

    Für Töpfe, mal auch für die Spüle.

    Aha, den sollte man bei Töpfen belassen. Manche putzen damit auch ein Ceranfeld oder den Kühlschrank. Das sind gute Beispiele für das, was man nicht machen sollte.

    Tut Ihnen das im Herzen weh, wenn Sie das sehen?

    Im Herzen weh tut es mir nicht. Aber ich kann dann auf jeden Fall meinen Mund nicht halten und korrigiere.

    Nerven Sie Ihre Mitmenschen mit solcher Besserwisserei?

    Manchmal ja, das mache ich ganz gern mal, leider. Da habe ich mich schon mal bei erwischt. Meine Mitmenschen belächeln das aber eher.

    Haben Sie selbst einen Putzfimmel?

    Also ich würde sagen, ich habe ein gesundes Verhältnis zur Reinigung. Aber jede Person schätzt sich ja auch anders ein, was für jemanden sauber oder nicht sauber ist. Und ich bin da ganz normal, denke ich.

    Wenn ich Sie zu mir einladen würde, wären Sie da superstreng?

    Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihnen aussieht. Sie haben bestimmt ein anderes Verhältnis zur Reinigung als ich.

    Aber Sie können schon mal ein Auge zudrücken?

    Ja, natürlich. ich finde es auch schön, wenn da Charakter in der Wohnung und Leben drin ist. Das macht es ja auch irgendwie aus, ne? Wenn man nur in einer sterilen Wohnung rumsitzt, da fühlt man sich ja auch nicht wohl.

    Und wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus?

    Gemütlich. Ich mag auch nicht viel Kleinkram. Bei mir ist schon alles geschlossen. Unruhige Regale mag ich auch nicht. Keine Überraschungseiersammlungen oder so. Das sind Staubfänger und machen Arbeit.

    Und wer putzt bei Ihnen?

    Ich putze, und mein Freund putzt auch. Wir teilen das ganz gut auf.

    Wie streng sind Sie bei ihm? Putzen Sie ihm hinterher?

    Das habe ich mir abgewöhnt. Das kann ganz schnell Ärger geben. Da habe ich mir gedacht, das lass ich lieber.

    Ich habe jetzt schon oft gehört, dass Menschen für ihre Haushaltshilfe vorputzen. Kennen Sie das auch?

    Das ist wirklich so. Ich habe auch bei Bekannten schon gehört, dass sie vorher vorgeputzt haben. Es gibt einen bestimmten Schambereich, sodass es nicht jedem recht ist, dass zum Beispiel Unterwäsche rumliegt oder benutztes Geschirr rumsteht. Oder gerade Müll ist etwas sehr Persönliches.

    Ist das Vorräumen hilfreich?

    Auf jeden Fall. Denn die Reinigungskraft, die in einen Raum reinkommt und da Unterwäsche oder benutztes Geschirr vorfindet, weiß auch erst mal nicht, was sie damit machen soll, und fühlt sich auch peinlich berührt.

    Welche drei Dinge muss man zu Hause haben, um ein sauberes Zuhause zu haben?

    Auf jeden Fall ein gutes sauberes Mikrofasertuch, das Feuchtigkeit schlierenfrei aufsaugen kann, einen Schwamm, den man nicht nach zwei Anwendungen wieder wegwirft, und einen guten Staubsauger, denn ein Handfeger oder Besen reichen da wirklich nicht aus. Was ich aber wirklich nur jedem empfehlen kann: laute und motivierende Musik beim Putzen zu hören! Sie glauben gar nicht, wie das das Putzen verändert.

    Was halten Sie von Omas Haushaltstipps? Taugen die was?

    Die mag ich sehr gern. Da stehe ich total hinter. Das sind teilweise auch die besten.

    Was ist Ihr Zaubertrick von Oma, der immer hilft?

    Also ich reinige meine Fenster mit Spiritus. Und um Armaturen aufzupolieren, benutze ich sehr gern Zitrone. Und Essig ist natürlich auch sehr gut. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

    Kennen Sie auch übervolle Regale voll mit Putzmitteln?

    Ja, dann bin ich erst mal überfordert. Und dann kommt der Gedanke: Kann man die nicht mal alle wegschmeißen? Einfach mal auf die grundlegenden Sachen zurückgreifen.

    Übertreiben wir bei Putzmitteln?

    Auf jeden Fall. Das ist umweltschädigend, wir haben viel zu viele Mittel und Chemikalien. Das fördert in erster Linie die Industrie und den Umsatz. Eigentlich schade.

    Also reicht eine Handvoll guter Produkte?

    Mehr als fünf sollte man nicht haben: Spülmittel, Glasreiniger, Allzweckreiniger, Sanitärreiniger, Entkalker. Das reicht schon.

    Muss ich noch was beachten?

    Ja, die Dosierung sollte man beachten. Man sollte sparsam mit den Reinigungsmitteln umgehen, dann sind die auch viel effektiver und können viel besser ihre Wirkung entfalten. Weniger Schaum ist mehr Effekt.

    Schaum muss also nicht sein?

    Nein. Das stört nur den Reinigungsprozess. Man gibt auch erst das Wasser rein und dann das Reinigungsmittel. Das verhindert die Schaumbildung. Weniger ist mehr!

    Ach, da lernt man auch vom Putzen was fürs Leben, oder?

    Auf jeden Fall. Und Ordnung lernt man! Das gibt Orientierung. Wer fühlt sich denn nicht wohl, wenn er in einer sauberen Wohnung sitzt? Und man hat noch ein Erfolgserlebnis, weil man sauber gemacht hat. Ist doch super.

    Macht Putzen glücklich?

    Also mich persönlich macht es glücklich. Mich entspannt der Reinigungsprozess.

    Haben Sie sich schon mal in einen richtigen Wahn geputzt?

    Das ist mir durchaus schon mal passiert. Beim Badezimmer meistens. Da gibt es hier ein kleines Schräubchen, da noch einen kleinen Abfluss, die Fliese ist auch nicht so schön. Da kann man sich schon mal in Rage putzen ...

    Und schwupp, ist es dunkel draußen, hmm?

    Ja, das stimmt. Genau. (lacht)

    Wo fängt man denn an, wenn man gut durch den Hausputz kommen will?

    Wichtig ist: Raum für Raum. Dann ist der erste Schritt das Sortieren, erst mal aufräumen. Mülleimer ausleeren. Dann geht es los von rechts nach links, und wichtig ist auch, es abzuschließen, von oben nach unten reinigend.

    Das klingt sehr strukturiert ...

    Das ist auch sehr wichtig, quasi das A und O der Reinigung. Man kann sich da schneller verlieren, als man denkt.

     

    Beim Onlineportal Helpling rekrutiert Pelka neue Kräfte.
    Beim Onlineportal Helpling rekrutiert Pelka neue Kräfte.
    Foto: Helpling

    Zur Person

    Roxanna Pelka ist ausgebildete hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und unterrichtete auch Azubis in Sachen Textil- und Objektpflege. Anschließend arbeitete sie in einem Fünfsternehotel. Ihr erstes großes Projekt war es, im Berliner Standort eine hauseigene Wäscherei aufzubauen und zu leiten. Als Assistant Housekeeping Managerin wurde Pelka auf die Malediven versetzt, wo sie für die Reinigungskontrollen der Zimmer zuständig war. Der Liebe wegen kam sie zurück nach Berlin und arbeitete wieder in einem Fünfsternehotel, um schließlich beim Onlineportal Helpling anzufangen. Hier ist sie sogenannte Partnermanagerin. Sie ist Ansprechpartnerin für die vermittelten Reinigungskräfte, rekrutiert aber auch neue Mitarbeiter und betreut diese.

    Helpling bietet angemeldete und versicherte Reinigungskräfte, die über die Internetseite 
 www.helpling.de vermittelt werden. Die Kunden können die Kräfte bewerten und Empfehlungen aussprechen.

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