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    Olaf Malolepski: Der Schlager-Charmeur

    Nach 40 erfolgreichen Jahren war für die Flippers 2011 Schluss. Doch Olaf Malolepski macht solo weiter. Und ist auch mit 70 immer noch ein wahrer Herzensbrecher.

    Die Musik ist mein Leben: Das sagt Olaf Malolepski, ehemaliges Mitglied der Flippers. Nach 55 Jahren auf der Bühne genießt er immer noch das Rampenlicht und stürmt mit Soloalben die Charts. In unserem Interview erzählt er von einem bewegten Musikerleben und warum er seiner Frau immer noch oft genug Komplimente macht.
    Die Musik ist mein Leben: Das sagt Olaf Malolepski, ehemaliges Mitglied der Flippers. Nach 55 Jahren auf der Bühne genießt er immer noch das Rampenlicht und stürmt mit Soloalben die Charts. In unserem Interview erzählt er von einem bewegten Musikerleben und warum er seiner Frau immer noch oft genug Komplimente macht.
    Foto: Malolepski

    Guten Morgen! Wir telefonieren gerade knapp nach dem Frühstück. Haben Sie Morgenrituale?
    Ja, komischerweise habe ich immer das gleiche Ritual, egal, wo ich bin auf der Welt. Ich brauche immer das Gleiche. Ich trinke morgens Kaffee, dann brauche ich – ist ganz wichtig – Brot mit Salami und anschließend Marmeladenbrötchen. Egal, ob es ein Brunch ist und da steht ein Haufen Zeug, nein, ich nehme immer das Gleiche.

    Sehr genügsam, oder?
    Schon. Bei mir braucht man nicht so viel aufzutischen. Eventuell noch ein Ei, das macht mir auch Spaß. Mehr geht aber nicht. Da bin ich zufrieden. Und ich lese immer Zeitung, und das seit 40 Jahren.


    Sie sind dieses Jahr 70 Jahre alt geworden. Wie ist das denn passiert?
    Das frag ich mich auch manchmal. Ich habe einfach gelebt. Und neben der Musik auch immer viel Sport gemacht. Also gesund gelebt. Ich bin im Frühjahr zwar 70 geworden, sage aber auch immer, dass das nur eine Zahl ist. Davon lasse ich mich nicht beeindrucken. Das war allerdings ein schöner Anlass, um mit Freunden und der Familie zu feiern.


    Haben Sie etwas verpasst?
    Ich blicke zurück und denke, im Prinzip habe ich alles richtig gemacht. Ich könnte auch gar nicht sagen, ob etwas besonders dumm gelaufen sein könnte. Ich hatte sehr viel Glück im Leben mit der Familie, mit der Heirat, habe zwei tolle Kinder, zwei Enkelkinder, habe ne tolle Frau. Ich habe Glück gehabt mit den Flippers, dass wir tatsächlich so was von megaerfolgreich waren in Deutschland und auch in Europa.


    Zurücklehnen ist aber jetzt nicht?
    Jetzt fangen wir erst richtig an. Ich gehe noch mal auf Tour 2017. Ich bin auch bei euch in Limburg.


    Also nix mit Rente?
    Ich habe zwar vorgesorgt. Das muss man ja machen. Aber ich habe jetzt mein fünftes Soloalbum in den Handel gebracht. Mit richtigem Erfolg.


    Haben Sie nach der Trennung der Flippers auch Fans mitgenommen?
    Die Fans haben sich gefreut. Die meinten: Durch dich bleibt die Musik der Flippers erhalten. Wir begleiten dich. Ich habe immer gesagt, Musik ist mein Leben, und ich werde immer Musik machen. Und die Fans fanden das klasse, die haben sich gefreut, dass ich auch dem Stil treu geblieben bin. Ich habe ja die Hälfte der Hits gesungen wie „Mona Lisa“, den „Italiener“, „Die rote Sonne von Barbados“, „Die Lotusblume“. Das sind ja die ganzen Hits, die jetzt auch auf Partys und den Ballermann hoch- und runterlaufen. Und dann kommen die jungen Leute und sagen: Mensch, Olaf, das ist aber klasse, dass du diese tollen Lieder singst. Die hören wir immer auf dem Ballermann. Da sag ich: Ich bin das Original. (lacht)

    Gab es da so eine Art Generationswechsel? Waren die Älteren nicht eigentlich Ihr Publikum?
    Nee, da muss ich widersprechen. Das meint man immer. Wir hatten alle Generationen auf unsren Konzerten. Wir hatten auch richtige Jugendklubs. Ich bin vor vier Wochen in Holland aufgetreten, da hat ein Jugendklub mich engagiert. Da waren 5000 junge Holländer in einem Festzelt. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Junge Holländer zwischen 18 und 28.

    Nie ohne seine Flipperkette: Olaf Malolepski
    Nie ohne seine Flipperkette: Olaf Malolepski
    Foto: Manfred Esser


    Stirbt der Schlager oder die Volksmusik nicht gerade aus?
    Das ist die erfolgreichste Musik in Deutschland. Schon die Flippers haben das 20 Jahre angeführt, jetzt Andrea Berg, Helene Fischer, Peter Maffay, Udo Jürgens. Das ist für mich alles Schlager. Es gibt natürlich viele, die sagen: Wir sind Popmusik. Die Grenzen verschwimmen da im deutschsprachigen Bereich. Nachher ist es das Gleiche wie Schlager. Ich mache jetzt schon 55 Jahre Musik, der Schlager war schon immer das Erfolgreichste in Deutschland.


    In Frankreich gibt es eine Quote für einen bestimmten Anteil an französischer Sprache im Radio. Würden Sie das bei uns auch befürworten?
    Selbstverständlich. Sehen Sie, ich fahre durch Deutschland und höre im Radio fast nur Englisch. Und dann plötzlich sprechen die Deutsch in den Nachrichten, was ist denn da los? Das ist ein Phänomen in Deutschland. Ich wünsche mir mehr Ausgeglichenheit, dass von allem etwas vorkommt. Wir haben so tolle Künstler in Deutschland. Man sieht doch auch im Fernsehen die höchsten Quoten mit Herrn Silbereisen zum Beispiel.


    Silbereisen hat sich ja von einem biederen Volksmusiker zu einer Popfigur entwickelt. Woher kommt dieser Wandel?
    Das kann ich nicht sagen. Hinter seiner Sendung steckt ein tolles Konzept, ein gutes Team. Der Florian macht das klasse. Das muss sich entwickeln. Man kann heute nicht sagen, ich mache dies und jenes, und es wird erfolgreich. Ich kann jetzt bloß mal von uns ausgehen. Wir haben Musik gemacht, und plötzlich hatten wir 1969 den ersten Hit, die „Kleine Eva“. Und dann kam 1986 „Die rote Sonne von Barbados“, auch das hatte keiner auf dem Schirm. Das ist richtig eingeschlagen. Wir waren ja immer sehr bescheiden und haben nicht mit dem Erfolg kokettiert. Aber wir hatten dann in der Zeit von 1986, bis wir aufgehört haben, 64-mal Gold und Platin und haben Arenen ausverkauft.


    Damit können Sie aber Ihr Büro tapezieren ...
    Ja, das kann ich wirklich. So viel Platz habe ich gar nicht. Das hat sich entwickelt, dafür muss man arbeiten. Und da sieht man wieder: Deutsch ist unsere Muttersprache, und Musik, die im wahren Wortsinn verstanden wird, ist erfolgreich.


    Ihr aktuelles Album trägt den Titel „Du bist wie Champagner“. Ein so charmanter Titel! Wem sagen Sie denn so was Nettes?
    Meine Frau und ich trinken ab und zu ein Gläschen Champagner, und ich sag dann gern: Mensch, Sonja, du bist noch genauso toll wie eh und je.


    Und das sagen Sie Ihrer Frau immer noch regelmäßig?
    Natürlich. So ist es. Das hält die Liebe frisch. Manchmal trinkt man bei Geburtstagen oder Veranstaltungen auch mal mit einem anderen Mädel einen Champagner, das ist doch klar.


    Flirten Sie heute noch gern?
    Mit meiner Frau? Selbstverständlich.


    Natürlich nur mit Ihrer Frau, was?
    (lacht) Ja klar. Nein, wissen Sie, es ist doch so: Wenn Sie auf der Bühne stehen, dann schaut man auch mal rum. Mein Blick klebt doch nicht an der Decke, wenn ich die Lieder singe, ich singe fürs Publikum.


    Gibt es Damen, die seit Jahrzehnten auf Ihre Konzerte kommen und dabei sind? Die Sie dann wiedersehen?
    Ja. Vor allem aus den Fanklubs, die kenne ich seit 30 Jahren. Ich kenne Mädels, die sind damals als Zwölfjährige zu uns gekommen, mit ihren Eltern. Jetzt sind die knapp 40 und kommen immer noch und sind begeistert. Ist das nicht großartig?


    Haben Sie Groopies?
    Nee, wir hatten nie Groopies. Wir haben früher Tanzmusik gemacht, da sind uns die Mädels auch nachgefahren. Auch meine Sonja war damals auf der Tanzfläche und ist mir sofort ins Auge gefallen. Und sie habe ich dann auch vor 45 Jahren geheiratet.


    Was? Da hat Ihre Frau ja alles richtig gemacht.
    Ja ja, ich habe meine Frau das erste Mal gesehen und direkt gedacht: Die heirate ich vom Fleck weg. Das war 1967. Aber ich bin ein sehr schüchterner Mensch, das glaubt man kaum, gell? Ich hatte erst zwei Jahre später Mut, sie anzusprechen. Seitdem sind wir zusammen.


    Zwei Jahre lang haben Sie sich immer wieder auf Konzerten gesehen, aber nie angesprochen?
    Ja, genau. Die ist mir aufgefallen, weil sie immer ihren Tanzpartner mit dem Rücken zur Bühne gedreht hat. Aber so richtige Groopies hatten wir nicht. Das war vielleicht in der Rockmusik so. Und da habe ich auch gehört, dass es so was gab.


    Sie waren wohl eher in ruhigeren Fahrwassern unterwegs?
    Es war auch nicht ruhig. Wir haben ja anfangs Tanzmusik gemacht. Da sind die Mädels immer zu uns auf die Veranstaltungen gekommen. Und da, wo die Mädels sind, kommen auch die Männer. Dann war der Saal voll. Wir waren ja eine Coverband, die das spielte, was im Rundfunk läuft. Ich war immer der Typ, der Heino gesungen hat und Tony Marschall, aber auch Tom Jones, Elvis, henk Marvin und solche Sachen. Und da kamen die Leute, und wir waren ausverkauft.


    Das gab dann immer wilde Partys?
    Ja, das ging immer ab. Da hat man auch mal ein Glas zu viel getrunken, das war okay. Heute sind wir ruhiger. Aber wenn ich Musik mache, dann ist das Prickeln immer noch da.

    Das Gespräch führte Marta Fröhlich

     

    Biografie

    • Olaf der Flipper wurde als Olaf Malolepski 1946 in Magdeburg geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Schon früh verschrieb er sich jedoch der Musik. 1967 stieg er in die Dancing Show Band ein, die mit Coversongs durch die Lande tourte und sich später in Die Flippers umbekannte. 1985 wurden die Flippers das erste Mal für ihr Album „Auf rote Rosen fallen Tränen“ mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet und feierten bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2011 im deutschsprachigen Raum große Erfolge. Seit der Trennung von den Flippers ist Malolepski solo unterwegs und hat bereits fünf Alben veröffentlich. Er ist seit 1971 mit Sonja Malolepski verheiratet, sie haben zwei Kinder. Die Tochter ist auch Sängerin und tritt unter dem Künstlernamen Pia Malo auf.

    Live zu sehen

    • Im Januar geht Olaf der Flipper auf große Tournee und macht am 21. Januar unter anderem in Limburg in der Stadthalle halt. Tickets gibt es hier

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