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    Rheinland-Pfalz

    KInnenminister Bruch denkt übers Auhören nach

    Innenminister Karl Peter Bruch schließt nicht aus, dass er der künftigen Landesregierung nicht mehr angehört. „Ich werde im Juli 65. Ich kann mir sehr gut ein Leben nach der Politik vorstellen“, sagt Bruch im Redaktionsgespräch.

    Karl Peter Bruch (64) grübelt über das Aufhören und das Alter nach. Kurt Beck (62) sei "gut beraten, wenn er eine junge Mannschaft aufbaut, die die schwierigen Aufgaben der Zukunft anpackt."
    Karl Peter Bruch (64) grübelt über das Aufhören und das Alter nach. Kurt Beck (62) sei "gut beraten, wenn er eine junge Mannschaft aufbaut, die die schwierigen Aufgaben der Zukunft anpackt."
    Foto: dpa

    Rheinland-Pfalz - Innenminister Karl Peter Bruch schließt nicht aus, dass er der künftigen Landesregierung nicht mehr angehört. „Ich werde im Juli 65. Ich kann mir sehr gut ein Leben nach der Politik vorstellen“, sagt Bruch im Redaktionsgespräch.

    Bruch, der seit 2005 Innenminister und auch Stellvertreter des Ministerpräsidenten Kurt Beck ist, geht davon aus, dass aus den Wahlen am kommenden Sonntag eine rot-grüne Regierung hervorgeht. „Kurt Beck ist gut beraten, wenn er eine junge Mannschaft aufbaut, die die schwierigen Aufgaben der Zukunft anpackt“, blickt der frühere Polizeibeamte voraus. Der Mann, dessen Amtszeit am 18. Mai endet, glaubt, dass die Politiker künftig öfter ein Nein aussprechen müssen. Die Zeiten des großzügigen Verteilens von Geldern scheinen vorbei. Bruch stellt dazu fest: „Die Schuldenbremse, die noch nicht absehbaren Folgen deutlich steigender Energiepreise und der demografische Wandel, der uns mit Wucht trifft, führen dazu, dass die Ressorts mit weniger Mitteln auskommen müssen. Da wird es künftig unbequeme Entscheidungen geben.“

    Der parteiübergreifend geschätzte Bruch, der als junger Mann als Pressesprecher der SPD in der Verbandsarbeitsgemeinschaft Nastätten selbst journalistisch gearbeitet hat, geriet als Innenminister immer wieder in die Schusslinie der Medien. Mit der äußerst umstrittenen Finanzierung des Bad Bergzaberner Schlosshotels und dem Regierungsdesaster „Nürburgring“ wurde er als Spitzenpolitiker konfrontiert. Noch schlimmer für ihn allerdings die sogenannte Schwiegersohnaffäre – die Opposition brandmarkte ihn, weil er dem Mann seiner Tochter einen Auftrag zugeschustert hatte. „Wenn man einen Fehler gemacht und sich entschuldigt hat, denkt man, eine Sache sei ausgestanden. So etwas kann man nicht einfach abschütteln, das verfolgt einen schwer bis ins private Umfeld hinein“, sagt Bruch.

    In seiner Heimat, dem Rhein-Lahn-Kreis und ganz speziell Nastätten, tankt der Sozialdemokrat Kraft. Vor allem den engen Kontakt mit Schulkameraden und seinen Freuden und Bekannten pflegt er. Sollte er tatsächlich am 18. Mai aus der Landespolitik ausscheiden, landet er weich in seiner Heimat. Und ganz ohne Politik müsste er dann auch nicht auskommen: Bruch ist Mitglied im Kreistag. Dort will er sich mit Herzblut für die Region engagieren.

    Jürgen Zanger

    Landtagswahl 2011
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