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Koblenz

Die Größte! Koblenzer Buga-Seilbahn gondelt jetzt über den Rhein

Trotz einer schweißtreibenden Panne bei der Generalprobe: Für den Hersteller ist die Koblenzer Buga-Seilbahn ein Meisterwerk mit Rekordmaßen, für die ersten offiziellen Passagiere auch sonst die Größte: 18 Kabinen gondeln seit Freitagmittag offiziell vom Konrad-Adenauer-Ufer über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein – zunächst nur mit Ehrengästen wie Ministerpräsident Beck und dem Koblenzer OB Hofmann-Göttig.

18 Gondeln pendeln im Testbetrieb während der nächsten drei Monate regelmäßig über den Rhein – dann gibt's eine Pause bis zum Start der Koblenzer BuGa 2011.
18 Gondeln pendeln im Testbetrieb während der nächsten drei Monate regelmäßig über den Rhein – dann gibt's eine Pause bis zum Start der Koblenzer BuGa 2011.
Foto: Reinhard Kallenbach

Koblenz – Trotz einer schweißtreibenden Panne bei der Generalprobe: Für den Hersteller ist die Koblenzer Buga-Seilbahn ein Meisterwerk mit Rekordmaßen, für die ersten offiziellen Passagiere auch sonst die Größte: 18 Kabinen gondeln seit Freitagmittag offiziell vom Konrad-Adenauer-Ufer über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein – zunächst nur mit Ehrengästen wie Ministerpräsident Beck und dem Koblenzer OB Hofmann-Göttig.

Vom Rheinufer zur Festung Ehrenbreitstein schweben. Das ist seit gut 150 Jahren ein Traum vieler Koblenzer. Mit der Eröffnung der Buga-Seilbahn geht dieser Traum nun in Erfüllung. Ab Sonntag gondelt die Seilbahn auch für das interessierte Publikum über den Strom.

Schrecken bei der Generalprobe: Koblenzer Stadtrat hing in Gondel überm Rhein fest

Dabei gab es am Vorabend noch eine Schrecksekunde – oder besser: eine Schreck-Halbestunde: Da hing nämliche der Koblenzer Stadtrat bei der Generalprobe in der Gondel fest. "Ich kann bestätigen, die Aussicht ist spektakulär", sagte der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (SPD), am Freitag mit einem Schmunzeln. Angesichts der starken Sonneneinstrahlung in der rundum verglasten Gondel sei es aber bald heiß in der Kabine geworden. Hofmann-Göttig sprach gar von einem "Schmelztiegel", stellte dann aber klar: "Es bestand nie ein Risiko, es war nur ein bisschen lang."

"Aber das ist wie bei einer guten Theatervorstellung, wenn zuvor die Generalprobe schiefgeht", machte der frühere Kulturstaatssekretär den Organisatoren vor der Inbetriebnahme der Seilbahn Mut.

Kein technisches Versagen – Sicherheitssystem griff

Nach Angaben der Organisatoren ist der Stopp bei der Probefahrt nicht auf technisches Versagen zurückzuführen. Vor dem offiziellen Start hätten Einweiser an den Stationen gefehlt, so dass einige Passagiere an falscher Stelle eingestiegen seien. Dadurch habe das Sicherheitssystem ordnungsgemäß gegriffen und den Betrieb blockiert.

Premiere klappte problemlos

Die Premiere jedenfalls dann ist gelungen: Zahlreiche geladene Gäste am Freitagvormittag waren begeistert. Denn so eine grandiose Aussicht auf die Koblenzer Innenstadt und das Mittelrheintal gab es bislang noch nicht. Dafür überwand so mancher seine Furcht und ging an Bord einer der insgesamt 18 Kabinen.

Ängste sollte man schnell verdrängen

Und das war gut so. Ängste sollte man schnell verdrängen – die Dreiseilbahn mit zwei Tragseilen und einem Zugseil gehört zu den sichersten weltweit. Und nach Angaben Herstellers und Betreibers Doppelmayr ist die imposante Anlage auch bundesweit die größte. Die Österreicher haben das kaufmännische Risiko in Höhe von 12 Millionen Euro übernommen. Bezuschusst wurden nur die Planungskosten, ferner gibt es einen Fixanteil an den verkauften Buga-Karten.

Da die Seilbahn aber noch bis zum Herbst 2013 fährt, ist der Hersteller aus Wolfurt sehr wohl gefordert. Obwohl die Kabinen „nur“ bis zu 40 Meter über den Rhein schweben, ist das Koblenzer Projekt für die Weltmarktführer hochinteressant. Zwar sind sie viel spektakulärere Höhenunterschiede gewohnt, doch ist die Koblenzer Bahn verkehrstechnisch eine Herausforderung. Überquert sie nicht nur den Rhein, sondern auch die rechtsrheinische Bahntrasse und eine Bundesstraße.

Das machte ein aufwendiges Planungs- und Genehmigungsverfahren nötig, dass erstaunlich schnell über die Bühne ging. Optimisten hatten eigentlich erst für den Herbst mit den ersten Testfahrten gerechnet. Den enorme Zeitgewinn, der den Menschen in der Region und ihren Gästen schon neun Monate vor dem offiziellen Begin ein Stück Buga bringt, nahm Buga-Chef Hanspeter Faas zum Anlass, beim Landesbetrieb Mobilität zu bedanken, der sein o.k. sehr schnell gegeben hatte.

Beim Baustellenfest sind alle an der Reihe

Auch Ministerpräsident Kurt Beck zeigte sich bei der kurzen Eröffnungszeremonie sehr erfreut. Steht im hinter der Seilbahn doch ein alternatives Verkehrskonzept, mit dem Rheinland-Pfalz auch im überregionalen Vergleich punkten könnte. Die neue Bahn ist nämlich so ausgelegt, dass stündlich bis zu 7600 Personen über eine Distanz von 890 Metern befördert werden können.

Übrigens: Die Seilbahn wird im Rahmen des Buga-Baustellenfestes am Sonntag für jedermann freigegeben. Der Fahrpreis (hin und zurück) kostet 8 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder bis 14 Jahre

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