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Braubach

Ein klangvoller Genuss im Herzen der Rosenstadt

Es gibt Gebäude, die beim ersten Besuch verzaubern – so wie die Barbarakirche in der Innenstadt Braubachs (Rhein-Lahn-Kreis). Benannt nach der Schutzpatronin der Bergleute, steht das ehemalige evangelische Gotteshaus umgeben von Wohnhäusern und hinter den Mauern des Bahndamms versteckt. Dennoch hat es etwas Geheimnisvolles an sich und ist auch schön anzusehen.

Im Herzen der Stadt Braubach steht die Barbarakirche. Foto:
Im Herzen der Stadt Braubach steht die Barbarakirche.
Foto:

Von Markus Eschenauer

Im 13. Jahrhundert wurde die Barbara-kirche im frühgotischen Stil errichtet – unmittelbar an der Stadtmauer. Deren Nordwesteckturm wurde zum Kirchturm umgebaut, der jetzt über den Gleisen emporragt. Die großen goldenen Zeiger der Uhr strahlen bis hinüber auf die andere Rheinseite. Die wahre Pracht der Kirche offenbart sich allerdings im Inneren.

Wegen der eindrucksvollen Akustik – vielleicht sogar der besten im ganzen Mittelrheintal – ist die Kirche ein idealer Ort für Konzerte. Gottesdienste finden dort kaum noch statt. Seit in Braubach 1901 die hochwassersichere Markuskirche gebaut wurde, dient die Barbarakirche den evangelischen Gläubigen als Gemeindehaus. Dadurch wird die Barbarakirche immer wieder zu einem Ort weltlicher Geschehnisse. So fand die konstituierende Sitzung des neuen Rates der 2012 aus einer Fusion hervorgegangenen Verbandsgemeinde Loreley dort statt. Für die Menschen am Rhein war das ein politisches Ereignis mit weitreichenden Folgen. Dass dieser Akt vor der besonderen Kulisse erfolgte, schuf eine Atmosphäre, die von Aufbruch und Hoffnung geprägt war. Kein Wunder, dass die Bänke – auch auf der Empore – voll besetzt waren.

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