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    Koblenz

    Jeder soll an jeden Ort kommen: Die Buga Koblenz im Rolli-Härtetest

    Auch Menschen mit einer Behinderung werden die Buga, die sich über eine Fläche von 44 Hektar erstreckt, in fast allen ihren Bereichen eigenständig erfahren können. Dies betonte Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH, gestern anlässlich einer Pressekonferenz.

    Menschen mit einer Gehbehinderung bewerteten beim gestrigen Test das Aus- und Einsteigen in die Seilbahnkabinen sehr positiv.
    Menschen mit einer Gehbehinderung bewerteten beim gestrigen Test das Aus- und Einsteigen in die Seilbahnkabinen sehr positiv.
    Foto: Peter Karges

    Koblenz. Auch Menschen mit einer Behinderung werden die Buga, die sich über eine Fläche von 44 Hektar erstreckt, in fast allen ihren Bereichen eigenständig erfahren können. Dies betonte Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH, gestern anlässlich einer Pressekonferenz.

    "Wir haben frühzeitig mit Behindertenverbänden zusammengearbeitet, um eine Buga mit so wenigen Barrieren wie nur eben möglich anbieten zu können. Und dies gilt auch für die Festung, denn schließlich sollen alle Buga-Besucher einen unvergesslich schönen Tag erleben", sagte Hanspeter Faas.

    An der Seilbahn klappt alles bequem

    Inwiefern die in zehn Tagen beginnende Buga wirklich arm an Barrieren ist, konnten Menschen mit einer Behinderung bei einem Rundgang über das Buga-Gelände gestern direkt testen. Die Nahtstelle zwischen den Kernbereichen, die Tal- und Bergstation der Seilbahn, stieß dabei direkt auf große Zustimmung. "Selbst mit meinem elektrischen Rollstuhl, der ja etwas sperriger ist als einfache Rollstühle, ist das Ein- und Aussteigen in die Kabinen recht problemlos", meint die Koblenzerin Christel Buss-Seinsch.

    Rolli-Reifen gleiten locker über Festungswege

    Lob gab es auch für die Wege auf dem Festungsplateau. "Der Rollstuhl hat auf diesen Wegen wenig Widerstand, was bei der Weitläufigkeit des Geländes ja nicht unwichtig ist", meint Matthias Rötsch, Referatsleiter für Gleichstellung und Selbstbestimmung im Mainzer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen.

    Die Wege auf dem Buga-Gelände sind allerdings nicht nur an den Bedürfnissen von Gehbehinderten orientiert. So ist eine leicht erhöhte Kante am Rand der Wege auf dem Festungsplateau für Menschen mit einer Sehbehinderung eine wichtige Hilfe. "Und innerhalb des Festungsbereichs dienen zwei Reihen Kopfsteinpflaster Sehbehinderten als Orientierung", so Johannes Geyer, Projektleiter "Barrierefreiheit bei der Buga".

    „Die Festung ist konstruiert, um Menschen abzuhalten. Wir haben sie jetzt allen zugänglich gemacht.“ (Buga-Chef Hanspeter Faas zur Barrierefreiheit auf der Festung)

    Um Menschen mit einer Gehbehinderung die Besichtigung der Festung zu erleichtern, wurden innerhalb der preußischen Mauern zudem vier Aufzugsanlagen angebracht.

    Eine kleine Barriere befindet sich allerdings auf dem von der Mosel herführenden kostenfreien Zugang zum Deutschen Eck. "Für die dortigen Stufen werden allerdings Assistenten Gehbehinderten behilflich sein", so Johannes Geyer.

    Eigene Führungen für Blinde und Hörgeschädigte

    Für sehbehinderte, blinde oder hörgeschädigte Besucher bietet die Koblenz-Touristik übrigens eigene Führungen an, die unter der Telefonnummer 0261/3038814 gebucht werden können. Zudem haben gebehinderte Besucher während der Buga die Möglichkeit, Mobilitätshilfen ausleihen. An den Haupteingängen "Kurfürstliches Schloss" und "Festung Ehrenbreitstein" stehen hierfür 30 Rollstühle, 30 Rollatoren und 40 Bollerwagen bereit.

    • Für den Verleih ist einen Tag vor dem Besuch eine Buchung unter Tel. 0261/201 656 565 erforderlich.
    • Und während der Buga geben zu Fragen rund um die Barrierefreiheit die Mitarbeiter des Koblenzer Amts für Soziale Angelegenheiten unter Tel. 0261/404 15 85 Auskunft.

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

    Bundesgartenschau 2011
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