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    Innenminister beklagt: Mehr Angriffe auf Flüchtlinge

    Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat einen weiteren Anstieg der Gewalt gegen Flüchtlinge in Deutschland beklagt. "In den ersten Monaten 2016 hat sich die Situation noch verschlimmert", sagte der CDU-Politiker.

    Der Innenminister warnt vor einer "Teilverrohrung der Gesellschaft". 
    Der Innenminister warnt vor einer "Teilverrohrung der Gesellschaft". 
    Foto: dpa

    "Seit Januar hat es 449 Übergriffe gegen Flüchtlingsheime gegeben, darunter 82 Gewaltdelikte. Außerhalb der Unterkünfte hat es weitere 654 Straftaten gegen Asylbewerber gegeben, 107 von ihnen verliefen gewaltsam."

    Im vergangenen Jahr hatten sich die Übergriffe auf Flüchtlingsheime bereits von 199 auf 1031 annähernd verfünffacht. Der Innenminister sprach von einer "Teilverrohung unserer Gesellschaft". Die Hemmschwelle, jemanden zu beleidigen, sinke. Bei diesem Phänomen habe die Flüchtlingskrise "wie ein Beschleuniger" gewirkt. Sie habe das Land polarisiert und bei einigen die Hemmschwelle zur Ausübung von Gewalt noch einmal gesenkt.

    Im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation werden auch Helfer, Politiker und Journalisten häufig zu Opfern fremdenfeindlicher Straftaten, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine interne Studie des Bundeskriminalamts (BKA) berichten. Seit Jahresbeginn gab es demnach 245 Straftaten gegen diese Gruppen, darunter 13 Gewaltdelikte. Amts- und Mandatsträger wie Bürgermeister oder Abgeordnete waren demnach 107-mal betroffen, Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer 54-mal. Medienvertreter waren in 25 Fällen betroffen.

    De Maizière verwies darauf, dass etwa die Hälfte der Tatverdächtigen bei Gewaltattacken auf Flüchtlingsheime zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getreten war. Viele kämen aus der näheren Umgebung von Flüchtlingsunterkünften. "Wenn unbescholtene Bürger plötzlich Gewalt anwenden, gibt das umso mehr Anlass zur Sorge", sagte er den Funke-Zeitungen.

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