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Sie sind rar, die Themen, die die Völker aus Unter- und Oberkreis verbinden. Eichhörnchen sei dank, haben wir nun aber doch ein brisantes ausmachen können: Denn im Gegensatz zu den Menschen im AK-Land, unterscheidet der gemeine Nager kein bisschen zwischen den Territorien. Das Eichhörnchen ist einfach überall auf Beutezug – und raubt den armen Vögelchen ungeniert kreisweit das Futter.

Von unserem Redakteur
Stefan Nitz

Sie sind rar, die Themen, die die Völker aus Unter- und Oberkreis verbinden. Eichhörnchen sei dank, haben wir nun aber doch ein brisantes ausmachen können: Denn im Gegensatz zu den Menschen im AK-Land, unterscheidet der gemeine Nager kein bisschen zwischen den Territorien. Das Eichhörnchen ist einfach überall auf Beutezug – und raubt den armen Vögelchen ungeniert kreisweit das Futter.

Zur Erinnerung: In der Vorwoche hatte ich an dieser Stelle berichtet, dass bei uns zu Hause vermutlich ein schwarzes Eichhörnchen nachts und regelmäßig die Meisenknödel aus dem Garten stiehlt. Einmal war sogar die komplette Futterpalme verschwunden. Die Metallstange lag zehn Meter weiter unterhalb einer Böschung im Schnee – knödellos. Unser Dackel ist seit Wochen ob des oder der fremden Tiere in seinem Terrain außer sich. Zoe erschnüffelt die unbekannten Eindringlinge und kläfft – kaum zur Freude der Nachbarn – aufgeregt durch den kleinen Garten. In dieser Woche verschwanden erneut acht Knödel. Während ich den Beutezug (in der Hoffnung, den tierischen Dieb doch wenigstens einmal auf frischer Tat zu beobachten) amüsant finde, meinte meine bessere Hälfte, dass wir die Futterpalme nicht weiter verknödeln sollten. So hätte der Dieb keinen Grund mehr, sich bei uns im Garten aufzuhalten. Und unser Hund könnte vielleicht wieder seine Ruhe finden. Schaun wir mal. Die Meisenknödel, die wir zusätzlich an Baumästen angebunden hatten, blieben vom nächtlichen Räuber bisher unberührt. Ob es denn überhaupt das Eichhörnchen war, wissen wir zudem auch noch nicht. Eine Bekannte tippt eher auf einen Waschbären.

Dass aber Eichhörnchen kreisweit auf Vogelfutterraubtour sind, zeigen die Reaktionen unserer Leser. Zwei Beispiele: „Habe einen von der Bande am helllichten Tag erwischt“, schreibt Stefan Boerdgen aus Steinebach an der Sieg und schickt sogleich das Beweisfoto (rechts) mit. Manfred Scharte aus Schürdt legte sich investigativ noch mehr ins Zeug: „Ich habe mit Spannung ihre vergebliche Suche nach dem Vogelfutterdieb gelesen. Auch bei uns wurde jede Menge Futter entwendet. Aber durch kriminalistischen Spürsinn bin ich dem Übeltäter (Foto unten links) auf die Spur gekommen. Trotz intensivem Verhör war er zu keinem Geständnis bereit. Dank detektivischer Kleinarbeit ist es mir gelungen, den Täter zu überführen. Habe ihn auf frischer Tat ertappt. Lege als Beweis ein paar Fotos bei. Bitte ergreifen sie weitere Maßnahmen, um den Fall zu klären.“ Köstlich. Danke, Herr Scharte. Vom Eichhörnchen inspiriert, griff der Schürdter sogar noch zur Feder der Poesie. Mit dem Gedicht „Eichhörnchen am Futtertrog“ will ich die heutigen Kolumnefolge denn auch würdig beschließen.

Auf den Hund gekommen
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