Archivierter Artikel vom 27.02.2011, 15:59 Uhr

Wie es sich mit der Pacht verhält

Das Land hat 330 Millionen Euro (kassenwirksam bisher 295 Millionen Euro) für den Ausbau des Nürburgrings zu einem Freizeitpark investiert.

Der Nürburgring lässt die Herzen vieler Motorsportfans höher schlagen – die Haushälter des Landes indes runzeln meistens die Stirn. Das Land muss seine Investition von 330 Millionen Euro rechtfertigen.
Der Nürburgring lässt die Herzen vieler Motorsportfans höher schlagen – die Haushälter des Landes indes runzeln meistens die Stirn. Das Land muss seine Investition von 330 Millionen Euro rechtfertigen.

Das Land hat 330 Millionen Euro (kassenwirksam bisher 295 Millionen Euro) für den Ausbau des Nürburgrings zu einem Freizeitpark investiert.

Der Nürburgring GmbH (90 Prozent Land, 10 Prozent Kreis Ahrweiler) und ihrer Tochter MSR (93,3 Prozent Ring GmbH, 6,7 Prozent RIM) gehören sämtliche Immobilien am Ring. Die RIM, in Langfassung die „Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH“, ist eine 100-Prozent-Tochter der landeseigenen Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB).

Im Klartext: Das Land ist Eigentümerin des Rings und hat den Komplex samt Freizeitpark, Hotels, Grüne Hölle und Rennstrecke verpachtet.

Einnahmen erzielt allein der Pächter, die Automotive GmbH. Da die ganze Anlage noch nicht sofort rentabel ist, gibt es in der „Einschwungphase“ eine gestaffelte Pacht: im ersten Jahr null (es wurden aber bereits zwei Millionen Euro gezahlt), im zweiten Jahr fünf, im dritten zehn, ab dem vierten 15 Millionen Euro Mindestpacht.

Wird mehr verdient, gehen davon zunächst 90 und später 85 Prozent an die Nürburgring GmbH. Und: Wird die Mindestpacht übertroffen, kann die Automotive jeweils zwischen 10 und 15 Prozent der 3,2 Millionen schweren rheinland-pfälzischen Spielbankabgabe einbehalten. Diese ist für die Ring-Finanzierung eingeplant. db