Archivierter Artikel vom 06.03.2012, 19:57 Uhr
Mainz

Augustin als Geschäftsführer beurlaubt

Noch vor wenigen Stunden gab sich Lukas Augustin freundlich und locker. Mit Mitgliedern der Stadtratsfraktion hatte der Oberbürgermeister-Kandidat der CDU einen Rundgang über den Münsterplatz und die Große Langgasse gemacht, und dortigen Einzelhändlern eine städtebauliche Aufwertung des Viertels in Aussicht gestellt.

CDU-Mann Lukas Augustin liegt derzeit deutlich hinter Ebling (SPD) und Beck (Grüne).
CDU-Mann Lukas Augustin liegt derzeit deutlich hinter Ebling (SPD) und Beck (Grüne).
Foto: Julia Rau/Archiv

Mainz – Noch vor wenigen Stunden gab sich Lukas Augustin freundlich und locker. Mit Mitgliedern der Stadtratsfraktion hatte der Oberbürgermeister-Kandidat der CDU einen Rundgang über den Münsterplatz und die Große Langgasse gemacht, und dortigen Einzelhändlern eine städtebauliche Aufwertung des Viertels in Aussicht gestellt.

Kurz danach eine Podiumsdiskussion der Gewerkschaft Verdi: Auch hier keine erkennbaren Reaktionen. Dabei war Augustin zu diesem Zeitpunkt seinen Job los. Am Nachmittag war er als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (Segi) beurlaubt worden. Es geht um 14 900 Euro, die er zunächst aus der Segi-Kasse bezahlt haben soll. Demnach, so ist aus Mainzer Politikkreisen zu hören, habe der frühere Geschäftsführer der Mainzer Aufbaugesellschaft MAG einen Leasingwagen des stadtnahen Unternehmens und sein Diensthandy noch im August 2011 genutzt. Sein Vertrag mit der MAG war allerdings schon ein Jahr vorher ausgelaufen.

Den fälligen Betrag von knapp 15 000 Euro soll Augustin zwar an die MAG überwiesen haben. Allerdings nicht über sein Privatkonto, sondern über die Segi. Das wiederum hat dem Vernehmen nach die MAG stutzig gemacht: Der Ingelheimer Oberbürgermeister Ralf Claus, Aufsichtsratsvorsitzender der Segi, sollte die Korrektheit dieses Verfahrens bestätigen. Was er offenbar nicht getan hat. Erst danach soll Augustin den ausstehenden Betrag aus eigener Tasche bezahlt haben. Thomas K. Slotwinski, Claudia Renner, Bardo Faust