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    WesterwaldDrachen: Das Spiel mit dem Wind

    Warum soll der Herbst die beste Zeit zum Drachensteigen sein? Diese Frage stellt Anke Sauer regelmäßig bei ihren Drachenbaukursen. "Wind weht das ganze Jahr. Jetzt sind die Wiesen immer feucht - das macht doch gar keinen Spaß", meint die gelernte Mediengestalterin. Früher hätte man den starken Wind gebraucht, um die schweren Konstruktionen aus Holzlatten und Stoff in die Luft zu bekommen.

    Foto: honorarfrei

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    Fliegt nicht - gibt's nicht. Ob Muscheln, runde Formen oder Skywalker, die Sauer-Schwestern haben schon fast alles in die Luft gebracht.
    Fliegt nicht - gibt's nicht. Ob Muscheln, runde Formen oder Skywalker, die Sauer-Schwestern haben schon fast alles in die Luft gebracht.
    Foto: honorarfrei

    Die Objekte, die Sauer gen Himmel schickt, haben aber mit den altmodischen Drachen wenig gemeinsam. Zusammen mit ihrer Schwester Kirsten hat die Frau aus Nordrhein-Westfalen ein Haus in Kaden gekauft - mit genug Platz für Werkstätten und Eventräume. In den nächsten Monaten soll dort das Zentrum für Wind, Kunst und Kultur (WiKuKu) entstehen.

    Die Schwestern vermeiden das Wort "Drachen". Es sind Kunstobjekte, die von den beiden entworfen werden. "Wir benutzen die größte Leinwand der Welt für unsere Arbeiten - den Planeten", erklärt Kirsten Sauer. Sie ist gelernte Theaterplastikerin, ihre Leidenschaft gehört aber den fliegenden Objekten. Schon als Kinder haben Kirsten und Anke zusammen Drachen gebaut, in den 1980er-Jahren haben sie sich mit Lenkdrachen "infiziert", so Kirsten. Mittlerweile haben sie fast alles in die Luft gebracht, was man sich an Formen vorstellen kann. Anke lässt sogar Pyramiden fliegen und gewann mit dieser Innovation einen Preis. In einem Großprojekt kombinierte sie sechs Drachen, bei dem jeder aus 150 Pyramiden besteht. Sie fliegen ganz ohne Gestänge, dafür mit insgesamt rund 14 Kilometern Leine, die sich beim Landen gerne mal verheddern. "Es ist sehr aufwendig sie zu fliegen", gibt Anke zu und ihre Schwester ergänzt: "Man muss schon ein bisschen wahnsinnig sein."

    Während Anke den geometrischen Formen verfallen ist, mag es Kirsten gerne lebendig und bunt. Als Science-Fiction Fan lässt sie unter anderem Planeten steigen, aber auch quallenartige Lebewesen und Muscheln gehören zu ihrem Repertoire. Für Begeisterung sorgen regelmäßig ihre "Skywalker" - Menschen, die am Himmel laufen. Dabei handelt es sich um Figuren, die ein Spiegelbild dessen sind, was auf der Erde passiert. "Ich stelle mir vor, wie wir aus der Luft betrachtet aussehen", erklärt Kirsten die Idee hinter den fliegenden Menschen. Es gibt Personen mit wehenden Mänteln, tanzende Paare und Leute, die Drachen steigen lassen und dazu den Kopf nach oben recken. Hunderte Objekte haben Anke und Kirsten bereits gebaut, mittlerweile wissen sie ganz genau, was geht und was nicht. Sie spielen mit dem Wind und der Wind erweckt ihre Kunst zum Leben. Flache Objekte sehen im Zusammenspiel von Wind und Licht plötzlich dreidimensional aus, leblose Bilder werden zu dahingleitenden Meereswesen. "Wasser und Wind haben die gleichen Strömungseigenschaften", erklärt Kirsten.

    Erst wenn die Drachen in der Luft sind, sind die Arbeiten der Schwestern vollständig. "Für mich ist das eine poetische Geschichte", meint Anke. Die Schnur in der Hand: die direkte Verbindung zum Himmel. Jeder Flug ist einzigartig. Anke und Kirsten sind mit ihren Objekten auf Festivals in der ganzen Welt unterwegs, vor kurzem waren sie beim Drachenfest auf der Festung Ehrenbreitstein. Ihre Flugshow verlief jedoch nicht wie geplant - der Wind war zu stark. Neben Events, zu denen die Schwestern gebucht werden, verdient Anke seit sechs Jahren auch noch Geld mit Drachenbaukursen. "Mir ist es vor allem wichtig, dass die Kinder nicht gefrustet sind, dass sie etwas bauen können, das direkt fliegt", so Anke. Deshalb fängt sie mit einfachen Modellen an, die direkt ein Erfolgserlebnis bringen. Nebenbei bringt sie ihnen die Grundlagen des Bauens bei und animiert sie zu experimentieren. Es gibt auch Workshops, in denen es um Kreativität geht und die sich an Erwachsene richten. Dort werden zum Beispiele Ebenbilder gefertigt, die in Echtgröße am Himmel fliegen. Der Traum vom Fliegen - hier wird er wahr. Christina Nover

    Informationen zu den Drachenbaukursen gibt es unter www.anke-sauer-kites.net, Wissenswertes zum Zentrum unter www.wikuku.net

    Faszination Drachensport - dem Himmel so nah
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