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    Bad Marienberg zeigt Potenzial für die Zukunft

    Wie viele andere ländlich strukturierte Regionen auch steht die Verbandsgemeinde Bad Marienberg angesichts des demografischen Wandels vor immensen Herausforderungen. Diesen möchte die Kommune aktiv entgegentreten.

    Touristische Kleinode wie der Basaltpark in Bad Marienberg sollen künftig noch stärker vermarktet werden.
    Touristische Kleinode wie der Basaltpark in Bad Marienberg sollen künftig noch stärker vermarktet werden.

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

    Aus diesem Grund wurden bereits vor einigen Jahren unter dem Titel Zukunftsinitiative 2030 fünf Arbeitskreise zu verschiedenen Themenfeldern gebildet. Deren Ergebnisse flossen in den vergangenen Monaten in eine vom VG-Rat beim Planungsbüro Kernplan (Illingen im Saarland) in Auftrag gegebene, 300-seitige Studie ein, die am Mittwochabend vor rund 180 interessierten Zuhörern in der Mehrzweckhalle Hof öffentlich vorgestellt wurde.

    Eine Kernaussage des Gutachtens: Die wirtschaftliche Stärke der VG ist im Vergleich mit ähnlich strukturierten Gegenden überdurchschnittlich und ragt - insbesondere unter dem Aspekt der relativen Arbeitsplatzdichte (sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze je 1000 Einwohner) - im Westerwald deutlich heraus. Doch dieses Pfund scheint angesichts einer deutlich kleiner und vor allem älter werdenden Gesellschaft in Gefahr. Daher gilt für Bürgermeister Jürgen Schmidt: "Es stimmt: Wir sind ein leistungsstarker Raum. Aber mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung kann es kein ,ruhig so weiter' geben. Wir stehen beispielsweise beim Thema Fachkräftemangel in hartem Wettbewerb mit anderen Kommunen."

    Weniger junge Leute bedeuten, dass weniger Ausbilungs- und Arbeitsplätze besetzt werden können. Das wiederum hat eine geringere Kaufkraft (prognostizierter Rückgang in den nächsten 15 Jahren: 3,2 Millionen Euro) und niedrigere Steuereinnahmen für die Region zur Folge. Gleichzeitig wächst der Pflegebedarf für mehr hochbetagte Personen. Es droht ein vermehrter Leerstand in den einzelnen Ortschaften - bis hin zur Verödung. Vereine können keinen Nachwuchs mehr heranziehen. Die VG-Werke müssen ein riesiges Kanal- und Wassernetz unterhalten, obwohl es immer weniger Kunden gibt.

    Um dies zu verhindern, möchten die politisch Verantwortlichen und die Verwaltung zusammen mit der Bevölkerung Lösungen zur Attraktivitätssteigerung und zur Steigerung des Bekanntheitsgrades finden. Der Raum Bad Marienberg soll auch 2030 ein lohnenswertes Ziel für Menschen von außerhalb sein, die als Touristen oder sogar als Neubürger hierher kommen. "Den demografischen Wandel mit einer Erhöhung der Geburtenrate zu stoppen, würde, sofern dies überhaupt möglich ist, Generationen dauern", betonte Hugo Kern, geschäftsführender Gesellschafter von Kernplan.

    Gleichzeitig machten Kern und sein Kollege Michael Burr den Bad Marienbergern mit ihrem kurzweiligen Vortrag sehr viel Mut für die Bewältigung künftiger Aufgaben. "Die Unterstützung während der Studie aus der Bevölkerung war schon sehr groß. Das Arbeiten hat riesig Spaß gemacht. Und bisher habe ich noch nirgends sonst erlebt, dass bei der Vorstellung einer Studie so viele Gäste, insbesondere jüngere, dabei waren wie hier in Hof", lobt Kern. Als weitere positive Aspekte hob er die enorme Bereitschaft zum Ehrenamt, die noch vergleichsweise homogene Gesellschaftsstruktur, die großräumig gute Lage Bad Marienbergs zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Ruhr sowie die bereits vorhandene Infrastruktur in Sachen Bildung, Tourismus, Gesundheit und Freizeit hervor. Erfreulich sei auch, dass einige ganz konkrete Ideen aus den Arbeitsgemeinschaften bereits umgesetzt wurden und gerade werden. Beispielhaft wurden die Ehrenamtsbörse sowie ein Hol- und Bringdienst des Einzelhandels insbesondere für Senioren genannt.

    Nichtsdestotrotz will auch Kern die drohenden Probleme nicht verheimlichen. So plädiert er vehement für die Einführung eines Leerstandsmanagers für die VG, eine Eindämmung der Außenentwicklung und eine intensivere Beachtung der Ortskerne (zur Verschönerung und Belebung fordert er auch mutige Projekte wie etwa ein Förderprogramm zum Abriss von Ruinen) sowie eine ausgeprägte Willkommenskultur für Zuzügler. Kümmerer - etwa auch für die Bereiche Energieberatung oder Dialog der Generationen - erachtet er für äußerst wichtig. Gerade Führungskräfte erwarteten bei der Wahl eines Jobangebotes ein bedarfsorientiertes Betreuungs- und Bildungsangebot für mögliche Kinder, attraktiven Wohnraum sowie moderne Freizeitmöglichkeiten. Vorhandene Potenziale der Region, so erklärte Kern, müssten noch stärker als bislang gebündelt und öffentlich kundgetan werden. Ein verbessertes, erfrischendes Marketing unter einer Dachmarke hält der Experte für unverzichtbar. "Darüber hinaus leisten Ihre Unternehmen national wie international schon gute Werbung für den Raum Bad Marienberg. Daher pflegen Sie bitte Ihre Betriebe."

    Nun gelte es, die Bürger zu mobilisieren. Die einzelnen Arbeitskreise, so die Empfehlung des Planungsbüros, sollten so engagiert wie bisher weitermachen, ihre Ansätze konkretisieren und intensivieren. Die Studie Zukunftsinitiative 2030, so verdeutlichten Kern und Bürgermeister Schmidt, ist zunächst einmal nur eine Diskussionsgrundlage, ein Leitfaden, der als Basis für das Anzapfen von Fördertöpfen dienen soll, denn, auch das ist klar: Es muss Geld in die Hand genommen werden. Dazu soll - ebenfalls mithilfe der Bürgerschaft - eine Prioritätenliste erstellt werden. Über die konkrete Umsetzung von Projekten muss dann der Stadtrat entscheiden.

    Die Studie Zukunftsinitiative 2030 ist im Internet einsehbar unter der Adresse www.bad-marienberg.de/zukunft

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