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Kirn

Sahnestück für die Stadtentwicklung: Kirn bietet Benckelberg zum Verkauf an

Armin Seibert

Im Kirner Steinweg tut sich was. Im oberen Bereich, wo jahrelang durch Leerstand von Tengelmann und altem Kino eher wenig Betrieb herrschte, ist jetzt ordentlich was los. Vielleicht auch bald am denkmalgeschützten Jugendstileckhaus Benckelberg. Das gehört der Stadt, und es soll verkauft werden, mit 240.000 Euro soll ein Investor zum Zuge kommen.

Nachdem im Frühjahr im Steinweg der Laden „Schuhmaxx“ eröffnete und Miriam Dag aus Hochstätten im früheren Sonnenstudio mit „My Store“ einen Start in die Selbstständigkeit wagte, eröffnet demnächst ein Fotogeschäft am früheren Top-Sound-Standort. Dort präsentierte die Stadtverwaltung bislang Kunstwerke von Franz Eichenauer und muss dafür einen neuen Standort suchen. „Am oberen Steinweg stehen die Zeichen nach wie vor auf Grün,“ sagten Bürgermeister Martin Kilian und Investor Dag Stein, der den Kino- und Tengelmann-Komplex sanierte und ausbaute.

Blick aus der Arkade aufs alte, neu gemachte Kino
Blick aus der Arkade aufs alte, neu gemachte Kino
Foto: as

Da würde ein schmuck saniertes und vielleicht durch einen Aufzug aufgewertetes Haus Benckelberg gut ins Bild passen. Der Stadtrat hat sich nach eingehender Beratung dazu entschieden, das Haus Benckelberg in einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren auf dem Markt anzubieten.

Blick aus der Benckelberg-Arkade auf die alte Kellerei
Blick aus der Benckelberg-Arkade auf die alte Kellerei
Foto: as

Da ist einiges zu renovieren

Es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus, einen dreigeschossigen Mansardwalmdachbau mit drei Wohnungen und ein Versicherungsbüro im Erdgeschoss. Ja, da sei einiges drin zu machen und das Haus gehöre nicht zu den Immobilien, die die Stadt selbst entwickeln möchte, wie es etwa in der Danziger Straße, im Wörther Weg oder am Katharinenkopf mit den von der Baugenossenschaft betreuten Häusern realisiert wurde. Die Stadt hatte sich auch von renovierungsbedürftigen Häusern im Thiergarten getrennt, wo marode städtische Häuser in gehobenen Wohnraum mit Vorzeigeenergiekonzept umgewandelt wurden.

Das bringt die Stadtentwicklung eher voran, als dass die Kommune sozusagen auf den Immobilien sitzen bleibt und sie nur verwaltet, weil das Geld für die Grundsanierung fehlt. In fast allen Fällen, in denen die Stadt Häuser verkaufte, hätten die Käufer durch private Investitionen die Immobilien werthaltig instand gesetzt und einen positiven Beitrag zur Stadtentwicklung geleistet, sagt Bürgermeister Kilian. Als Beispiele gelten auch die Fundgrube, die Kyrburg-Gaststätte, das Mehrfamilienhaus Breslauer Straße 8 oder auch die Minigolfanlagen, wo ein Naturerlebnispark entstand. Den Käufern und Investoren gelte hier Respekt und Anerkennung, sagt Kilian und hofft, dass auch das Haus Benckelberg seinen Weg macht.

Aufzug könnte das Haus aufwerten

Das Haus zwischen Alter Kellerei, die ebenfalls auf eine neue Zukunft zusteuert, und altem Kino könnte durch den Einbau eines Aufzugs stark aufgewertet werden, sagt Kilian. Im Rahmen des Westring-Baus war ein radikaler Schnitt durch die Immobilie gegangen, die in den 80er-Jahren durch den Bau der Fußgängerarkaden von der Straße abgegrenzt wurde. Interessenten habe es schon gegeben, sagt Kilian und betont, dass das Haus durch seine Lage im Stadtsanierungsgebiet eine interessante Perspektive habe. Es handelt sich immerhin um rund 330 Quadratmeter, die Wohnungen sind vermietet. Die Interessenbekundung solle möglichst bis Monatsende erfolgen, nennt der Bürgermeister die nächste Frist. Dass solche Fristen mitunter ungenutzt verstreichen, zeigt die weitere große Immobilie, die derzeit von der Stadt angeboten wird: das Kallenfelser Gemeindehaus. Dort gibt es seit Jahren immer wieder mal Pläne und Nutzungsperspektiven, aber die zündende Idee war noch nicht dabei. „Das geht nicht von heute auf morgen“, sagt der Bürgermeister und hofft auf eine gute Lösung. Gerade in Kirn und im oberen Steinweg hat man da ja einiges vorzuweisen, Geschäfte, Kitas, Schulen, Ärzte – alles in der Nähe. Und mit dem Verkauf eines solchen Sahnestückchens ließe sich auch wieder der ein oder andere Eigenanteil an größeren Projekten finanzieren.

Von unserem RedakteurArmin Seibert

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